Das Zuchthaus Brandenburg-Görden war die zweitgrößte Hinrichtungsstätte der NS-Justiz (nach Berlin-Plötzensee).
Hier wurden von August 1940 bis April 1945 insgesamt 2.743 Männer aus mehr als 17 europäischen Staaten hingerichtet. Hinzu kommen mehr als 650 Männer, die während ihrer Haft an Unterernährung und Krankheiten starben.
Bislang gibt es nur für eine Minderheit der im Zuchthaus Getöteten bzw. Verstorbenen Fotos, Dokumente und biografische Informationen. So verfügt die Gedenkstätte über Fotografien von lediglich zwei der mehr als 600 in Brandenburg-Görden hingerichteten Ausländer (u.a. 157 Tschechen und Slowaken, 150 Polen, 85 Österreicher, 66 Belgier, 52 Franzosen, 30 Bürger der ehemaligen Sowjetunion und 15 Niederländer).
Die Erfahrungen aus der Arbeit mit Schulklassen zeigen, dass Einzelschicksale, die durch die Jugendlichen anhand von Fotos und Dokumenten konkret nachvollzogen werden können, von besonderer Bedeutung für die Gedenkstättenpädagogik sind. Wenn Schüler/innen - wie in diesem Projekt vorgesehen - die Möglichkeit erhalten, sich selber aktiv an der Erforschung des Schicksals von NS-Opfern zu beteiligen, kann dies einen besonders nachhaltigen Prozess kognitiven und emotionalen Lernens bewirken.
Ziel dieses Projektes ist es, bis zum 65. Jahrestag der Befreiung des Zuchthauses Brandenburg-Görden (am 27. April 2010) von möglichst vielen der 2.743 Hingerichteten (und ca. 650 Verstorbenen) Fotos, Dokumente und Informationen aufzuspüren und somit die konkreten Menschen hinter den vielen Namen sichtbar zu machen.