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Schulen auf dem Weg in die Wissensgesellschaft

 

Ein Meilenstein auf dem Weg in die Informationsgesellschaft bildete für Schulen im Land Brandenburg die Medieninitiative m.a.u.s. (Medien an unsere Schulen). Diese hatte 1999/2000, in einer Zeit rasanter technologischer Veränderungen, einmalig die Aufgabe, flächendeckend Grundstandards der Medienausstattung und -nutzung umzusetzen. Bei der parallelen Überarbeitung der Rahmenlehrpläne wurde darauf geachtet, die unterrichtliche Nutzung von Medien curricular zu verankern. Die Schwerpunkte von m.a.u.s. lagen in der Primarstufe (Grund- und Förderschulen) und in der Sekundarstufe I.

 

Im Bereich der Ausstattungsförderung endete m.a.u.s. zum Ablauf des Jahres 2004 und im Bereich der Fortbildung zum Ablauf des Jahres 2006. Insgesamt wurden bei m.a.u.s. in der technischen Grundlagenfortbildung und in der (fach-)didaktischen Fortbildung mehr als 600.000 Teilnehmerstunden realisiert. Die gesetzten Ziele hat m.a.u.s. mit gutem Erfolg erreicht.

 

Abzulesen ist dies zum Beispiel am Abschneiden Brandenburgs in der Ende 2008 veröffentlichten PISA-E-Studie. Mit Blick auf die Häufigkeit der unterrichtlichen Nutzung (pro Woche) liegt Brandenburg dort im Ländervergleich (alle Schulen) hinter Sachsen, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern auf Platz 4. Angesichts der Tatsache, dass dennoch in knapp 60 Prozent der Schulen im Land Brandenburg der Computer nicht "mehrmals wöchentlich" genutzt wird, ist dieser Erfolg insgesamt ein "relativer". Auch die Jahresberichte der Schulvisitation beinhalten ernüchternde Befunde der beobachteten unterrichtlichen Mediennutzung. Hinzu kommt, dass Brandenburg international bei diesem Merkmal noch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt liegt.

 

Interessant ist die Entwicklung des Verhältnisses "Computer/Schüler" in den letzten Jahren im Land Brandenburg. Mussten sich 2003 in Gymnasien in öffentlicher Trägerschaft durchschnittlich noch 15,5 Schülerinnen und Schüler einen Computer teilen, waren es 2006 noch 12,1, im April 2008 11 und im Juni 2010 gerade mal 8,8.

 

 

Die durchschnittliche Ausstattungsrelation hat sich gegenüber 2008 mit 10,2 Schülerinnen und Schülern pro Computer in 2010 auf 8,5 Schülerinnen und Schülern pro Computer verbessert. 

 

Der Bundesdurchschnitt lag 2006 bei 11 Schülerinnen und Schülern pro Computer. Nach der PISA-E-Studie 2006 lag Brandenburg bei der Ausstattungsrelation bundesweit auf Platz 5 hinter Sachsen (8,7), Mecklenburg-Vorpommern (9,0), Bremen (9,2) und Thüringen (9,8).

 

International reichte 2006 die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die sich einen Computer (mit Internetanschluss) teilten, von 3,8–5,5 in Dänemark, Großbritannien und Luxemburg bis zu 19 in Lettland, Litauen, Polen, Portugal und Griechenland. Der EU-Durchschnitt lag bei 10 Schülerinnen und Schülern (gegenüber nur 4 in den USA, Stand: 2003), was ziemlich genau der Ausstattungsrelation für Brandenburg entspricht.

 

Die Zuständigkeit für die Medienausstattung von Schulen in öffentlicher Trägerschaft ist nach den Regelungen im Brandenburgischen Schulgesetz Aufgabe der Schulträger. Dies schließt auch die Verantwortung für die Beschaffung neuer Medientechnik - sei es aufgrund der Notwendigkeit von Ersatzbeschaffungen oder aufgrund veränderter Anforderungen und technologischer Entwicklungen mit ein.

 

Um den Weg in Informationsgesellschaft weiter beschreiten zu können, bedarf es einer engen Zusammenarbeit zwischen Schule und Schulträger, zwischen Elternhaus, Schülerinnen und Schülern und Lehrkräften. Gerade weil in der Bundesrepublik große Unterschiede zwischen häuslicher und schulischer Mediennutzung bestehen, müssen wir uns um eine noch nachhaltigere Einbeziehung von IT und Internet in den Unterricht kümmern.

 

Schülerinnen und Schüler müssen die Möglichkeit erhalten, ihre zu Hause – meist ohne Kenntnis der Eltern – erworbenen IT- und Internet-Kompetenzen in der Schule einzubringen. Und im Gegenzug müssen Schülerinnen und Schüler lernen, auch Fragen ihrer Eltern, ihrer Lehrerinnen und Lehrer zu ihrer Mediennutzung zu "ertragen". Ziel muss es sein, Kinder und Jugendliche zum sozialen, verantwortlichen und kreativen Umgang mit Medien zu befähigen.