Zum Inhalt springen
Kinderschutz

Kinderschutz

kleine Hand in großer Hand

Die gemeinsame Verantwortung für Bildung und Erziehung ist die Basis für ein kooperatives und wirkungsvolles Handeln der beteiligten Professionen. Dabei steht der Kinderschutz als Handlungsfeld von Schule und Jugendhilfe ganz oben auf der Agenda der Zusammenarbeit.

Im Rahmen des vom Senat beschlossenen „Konzept für ein Netzwerk Kinderschutz“ im Jahr 2007 und dem Berliner Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes vom 17. Dezember 2009 (Berliner Kinderschutzgesetz – KiSchuG) wurde die ressort- und fächerübergreifende Zusammenarbeit zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Gewalt, Vernachlässigung und sexuellem Missbrauch intensiviert. Darin eingeschlossen sind verbindliche berlineinheitliche Verfahren und Verfahrenstandards zwischen Jugendhilfe und Schule, die einem eindeutigen Umgang mit Hinweisen auf Kindeswohlgefährdungen dienen. Die Verfahrensregelungen sollen dazu beitragen, dem gemeinsamen Anliegen von Schule und Jugendhilfe - frühzeitiges Erkennen von Anzeichen für eine mögliche Kindeswohlgefährdung und rechtzeitig abgestimmte Intervention - gerecht zu werden.

Berlin hat daher mit dem Gesetz zum Schutz und Wohl des Kindes Regelungen verabschiedet, die Fachkräfte außerhalb der Jugendhilfe verbindlich in den Kinderschutz einbinden.
Mit einer entsprechenden Änderung im Berliner Schulgesetz ist die Schule nunmehr gesetzlich verpflichtet, zum Schutz der seelischen und körperlichen Unversehrtheit der Schüler_innen, jedem Anhaltspunkt für Vernachlässigung oder Misshandlung nachzugehen sowie rechtzeitig mit dem Jugendamt zusammenzuarbeiten.

Auch das seit 1.01.2012 in Kraft getretene Bundeskinderschutzgesetz setzt auf eine Stärkung der Zusammenarbeit und bezieht ausdrücklich die Schule als einen wichtigen Kooperationspartner außerhalb der Kinder- und Jugendhilfe ein. Dazu stehen den Lehrkräften insbesondere die Kinderschutzprojekte (Kinderschutz-Zentrum Berlin e.V.Kind im Zentrum des Evangelischen Jugend- und FürsorgewerkesgAg, Wildwasser e.V. und Deutscher Kinderschutzbund – Landesverband Berlin e.V.) als spezialisierte Fachberatungsstellen bei Verdacht auf Kindeswohlgefährdung und auf sexuellen Missbrauch zur Verfügung.

Kinderschutz in gemeinsamer Verantwortung gründet auf vertrauensvoller Zusammenarbeit beider Systeme, akzeptiert die jeweiligen gesetzlichen Aufträge und respektiert die unterschiedlichen Handlungsmöglichkeiten und -grenzen.

Für viele Lehrkräfte und Schulleitungen stellen sich in diesem Zusammenhang Fragen, wie z. B.: 'Wer meldet was', 'wann' und 'wie' an das Jugendamt?“

Auch das Jugendamt ist zur Erfüllung seines Auftrages nach § 8a SGB VIII – Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung – auf die Zusammenarbeit mit Schulen angewiesen und dazu verpflichtet.
Schule und Jugendhilfe sind in steigendem Maße gefordert, zur Unterstützung der Familien in Form von allgemeinen, präventiven bis einzelfallbezogenen Angeboten zu wirken.

Vor diesem Hintergrund ist es zwingend notwendig, dass sich diese beiden großen „Systeme“ im Interesse der Kinder und Jugendlichen abstimmen und die jeweiligen Stärken gebündelt werden.
Eine Kultur des Hinsehens und des Hinhörens muss selbstverständlicher Teil des Lebens und Lernens in der Schule sein. Schulen arbeiten direkt und täglich mit Kindern und Jugendlichen zusammen und stehen auch in Kontakt mit den Eltern. Aufgrund dieses engen Kontaktes besteht die Möglichkeit, auftretende Verhaltensänderungen und Auffälligkeiten, die auf Misshandlung oder Vernachlässigung hindeuten, frühzeitig zu erkennen und darauf angemessen zu reagieren.

Links