Suchtprävention in der Schule
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
Die
Fachbriefe zu verschiedenen Themenbereichen werden im Kreis der Berliner Koordinator/-innen für Suchtprophylaxe erstellt und in unregelmäßigen Abständen veröffentlicht.
In der Rubrik
"Rechtliches" finden Sie Gesetzestexte, Kommentare und Rundschreiben, sofern sie sich auf die Themenbereiche Suchtprävention und Suchtmittel (legal/illegal) beziehen.
Interessante Veranstaltungen der nächsten Zeit finden Sie in der Rubrik
"Termine".
Die Navigationsleiste links führt Sie darüber hinaus zu interessanten
Projekten und vorbildlich umgesetzten
Ideen in der Schule und für die Schule. Wollen Sie noch tiefer in die Materie eindringen, dann "surfen" Sie doch in den Bereichen
Forschung oder
Fortbildung.
Falls Sie auf diesen Präventionsseiten vermissen, dass der Bereich der Abschreckung eindringlich bedient wird, dann möge die Aussage in der der
Dissertation von Bernd Werse Verständnis schaffen:
"Abschreckende Informationen erhöhen zwar das Wissen, beeinflussen jedoch kaum das Verhalten".
Jeder rauchende Arzt, jede rauchende Lehrerin kann diese These bestätigen. Das Wissen allein bewirkt nur bedingt eine Verhaltensänderung! Die oft geforderte Aufklärung schafft zwar Klarheit, ihr folgt aber nicht zwangsläufig eine entsprechende Handlung. Suchtpräventive Bemühungen in der Schule haben daher nicht nur das Verhalten, sondern auch auf die Verhältnisse im Blick. Gelingende Suchtprävention ist daher immer
Verhaltensprävention plus Vehältnisprävention. Lassen sich in den
Unterrichtshilfen und Materialien viele verhaltenspräventive Anregungen zur Förderung von Selbstwertgefühl, Lebensbewältigung und Persönlichkeitsstärkung finden, so zeigen die
Projekte und
Ideen aus der Praxis gute Beispiele für engagierte Verhältnisprävention.
Zusammenfassend gilt:
- Einzelaktionen sind gut gemeint, aber suchtpräventiv wenig effektiv. Erst das Zusammenwirken aller Beteiligten (incl. Eltern) verspricht Erfolg. Nachhaltigkeit entsteht nur durch Kontinuität.
- Der Wissenserwerb der Lehrkräfte potenziert sich durch Lektüre kombiniert mit Fortbildung und kollegialem Austausch.
- Professionelle Suchtprävention ist umso effektiver, je früher sie ansetzt. Daher beginnt sie bereits in Kindergarten und Grundschule. In Berlin nehmen Referendare/-innen aller Schulstufen an einem Pflicht-Ergänzungskurs "Suchtprophylaxe" teil.
- Kompetente Suchtprävention erfordert neben Methoden- und Fachwissenwissen auch soziale und emotionale Kompetenz. Das Zusammenspiel dieser professionellen Fähigkeiten wirkt sich positiv auf die Handlungskompetenz der Kinder und Jugendlichen aus.
- Lehrer/-innen füllen eine suchtpräventive Vorbildrolle. Stabile und verlässliche Beziehungen zwischen Unterrichtenden und Unterrichteten schaffen wichtige suchtpräventive Voraussetzungen.
- Eine wichtige pädagogische Fähigkeit ist auch das Wissen um die eigenen Grenzen: Längerfristige Beratung und Behandlung gehören in die Hände von externen Fachkräften, ebenso wie die Prävention von Burnout.