"Für einen effektiven Umgang mit Texten ist hohe Dekodierfähigkeit unter anderem deshalb hilfreich, weil durch schnelleres Lesen Ressourcen für eine tiefere Verarbeitung des Textes zur Verfügungen stehen."1 Die Dekodierfähigkeit, die sich im schnellen und sicheren Erfassen der korrekten Bedeutung von Wörtern, Sätzen und Texten äußert, wird in der Schule von Beginn an gefördert, sollte aber auch noch in den höheren Klassenstufen weiterentwickelt werden.
Kinder, die im Anfangsunterricht sehr langsam lesen lernen, brauchen besondere Unterstützung. Ausgehend vom "Stufenmodell der Entwicklung des Wortlesens"2 werden Übungen präsentiert, die für die unterschiedlichen Entwicklungsphasen des Leselernprozesses geeignet sind.
Einigen Schülerinnen und Schülern der Grundschule bis hin zur Sekundarstufe I gelingt es nicht, ihre Dekodierfähigkeit in genügendem Maße zu steigern. Sie lesen zu langsam oder zu flüchtig und haben deshalb große Mühe, Texte zu verstehen.
Meist liegt die Ursache darin, dass sie Unsicherheiten in einem der Fähigkeitsbereiche aufweisen, die die Basis für das rasche Erfassen von Wörtern, Sätzen und Texten sind: das Segmentieren von Wörtern, das Aufstellen von Hypothesen und das Überprüfen von Hypothesen.3
1 Deutsches PISA-Konsortium (Hrsg.): PISA 2000, a.a.O., S. 128
2 Nach Gerheid Scheerer-Neumann: Das Lesen lernen (wollen). IN: Grundschulunterricht. Heft5/06, S.20f.
3 Nach Annegret von Wedel-Wolff: Üben im Leseunterricht der Grundschule, Braunschweig 1997