[...] man sprach vom Theater, von Fleck (dem Schauspieler) [...] von Righini, dessen Opern damals den größten Beifall hatten, von Gesellschaftssachen, von den Vorlesungen August Wilhelm Schlegel’s, denen auch Damen beiwohnten. Die kühnsten Ideen, die schärfsten Gedanken, der sinnreichste Witz, die launigsten Spiele der Einbildungskraft wurden hier an dem einfachen Faden zufälliger und gewöhnlicher Anlässe gereiht. [...] (Wenn Schack; C. H.) leicht erzählend, manche Personen, die durch Rang und Weltstellung bedeutend waren, in pikanter Weise schilderte [...], so waren VertrautheitundÜbersichtunverkennbar,mitdenenereine unendliche Erfahrung großweltlichen Lebens spielend behandelte. Die Heiterkeit und Laune der Mad. Unzelmann wirkten unaufhörlich belebend ein. Ludwig Robert (Rahels Bruder; C. H.) und Brinckmann erwiesen sich als ächte Gesellschaftskinder. Alle waren auf natürliche Weise thätig, und doch keiner aufdringlich, man schien eben so gern zu hören als zu sprechen. Mit welcher Freiheit und Grazie wußte sie um sich her anzuregen, zu erhellen, zu erwärmen! Man vermochte ihrer Munterkeit nicht zu widerstehen. Und was sagte sie alles! Ich fühlte mich wie im Wirbel herumgedreht, und konnte nicht mehr unterscheiden, was in ihren wunderbaren, unerwarteten Äußerungen Witz, Tiefsinn, Gutdenken, Genie oder Sonderbarkeit und Grille war. Kolossale Sprüche hörte ich von ihr, wahre Inspirationen, oft in wenigen Worten, die wie Blitze durch die Luft fuhren, und das innerste Herz trafen. Über Goethe sprach sie Worte der Bewunderung, die alles übertrafen, was ich je gehört hatte.
Zitiert aus: Thomann Tewarson 1992, S. 32f.