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Im Unterricht findet fachliches Lernen im Wesentlichen durch sprachliches Handeln statt. Sachverhalte und Zusammenhänge werden primär durch Sprache angeeignet.


Bildungssprache ist dadurch gekennzeichnet, dass sie im Hinblick auf Präzision in der Wortwahl (z. B. durch Verwendung von Fachsprache), grammatische Richtigkeit und durch Vollständigkeit im Satzbau den Anforderungen an schriftliche Texte entspricht. Dadurch unterscheidet sie sich von der Alltagssprache. Für die Schülerinnen und Schüler bedeutet dies, dass sie lernen, längeren Erklärungen zu folgen, Fachtexte zu lesen und zu verstehen, Vorträge zu halten sowie mündlich oder schriftlich Sachverhalte zusammenhängend und verständlich darzulegen. Bildungssprache stellt somit höhere Ansprüche an die Lernenden als Alltagssprache, die meist situationsgebunden und dialogisch geprägt ist.
Sprachkompetenz entwickelt sich in der gesamten Schulzeit in erster Linie in den vier Fertigkeiten verstehendes Hören und Lesen sowie Sprechen und Schreiben. Der Aufbau von sprachlichem Wissen (Fachwortschatz und fachsprachliche Grammatik wie z. B. Passivformen oder Nominalisierungen) wird besonders gefördert durch die konsequente Einbettung in sprachliche Handlungen (z. B. beim Erklären, Beschreiben, Begründen). Jeder Unterricht trägt dazu bei, die bildungssprachlichen Kompetenzen aufzubauen. Die systematische Entwicklung bildungssprachlicher Kompetenzen sichert ein nachhaltiges Verständnis der Fachinhalte und ist somit primär für das Fachlernen von Bedeutung.
Die fachübergreifenden und die fachspezifischen sprachlichen Kompetenzen ergänzen einander. In den Standards des Basiscurriculums sind die sprachlichen Anforderungen beschrieben, an denen die Standards der Unterrichtsfächer anknüpfen. Von zentraler Bedeutung ist dabei die geschriebene Sprache. Sie ermöglicht es, Wissenswelten, die über die unmittelbare Erfahrung hinausgehen, selbstständig zu erschließen.
In allen Fächern, besonders aber in den Natur- und Gesellschaftswissenschaften, wird den Schülerinnen und Schülern neues Wissen anhand verschiedener Textsorten zugänglich gemacht und von ihnen verarbeitet. Dies erfordert Lesekompetenz sowie die Kompetenz, eigene Texte für andere oder für sich selbst schreiben zu können. Beim monologischen Sprechen entwickeln die Lernenden die Kompetenz, sich zusammenhängend und adressatenbezogen zu äußern, beim Zuhören lernen sie, einem längeren Text zu folgen.
In der Interaktion werden Kompetenzen der Lernenden insbesondere im Hinblick auf eine konstruktive Teilnahme an Diskussionen entwickelt. Reflexion über Sprache fördert und sichert die bildungssprachliche Handlungskompetenz insofern, als sprachliche Phänomene bewusst wahrgenommen und in ihrer Beschaffenheit erkannt werden.

 
Bildungssprachliche Handlungskompetenz entwickelt sich in allen Fächern:

  • durch eine aktive Teilnahme an Diskussionen (Interaktion)
  • durch das Erschließen von mündlichen und schriftlichen Texten (Rezeption)
  • durch das Sprechen und Schreiben von zusammenhängenden und in sich schlüssigen Texten (Produktion)
  • durch die Wahrnehmung unterschiedlicher sprachlicher Phänomene und Register (Sprachbewusstheit)


Sie wächst in allen Bereichen:

  • mit dem Aufbau eines differenzierten und reichhaltigen Wortschatzes
  • mit dem Verfügen über vielfältige Satzbaumuster sowie
  • mit einer breiten Kenntnis von Text- und Gesprächssorten

 

Kompetenzmodell Sprachbildung

Kompetenzbereiche der Sprachbildung, die für das Lernen in allen Fächern von Bedeutung sind:

Im Kompetenzmodell sind die zentralen sprachlichen Kompetenzbereiche benannt. Für jeden Bereich werden im Folgenden sprachliche Kompetenzen ausgewiesen, die die Schülerinnen und Schüler im Unterricht der Jahrgangsstufen 1 bis 10 erwerben. Die Niveaustufe G schließt dabei die für Niveaustufe D beschriebenen Kompetenzen ein (nähere Erläuterungen zu den Niveaustufen siehe Teil C, Kapitel 2).

Einige Standards sind niveauübergreifend dargestellt.


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