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In diesem Kapitel sind die Inhalte für das Fach Naturwissenschaften 5/6 in neun Themenfelder gegliedert dargestellt. Diese Themenfelder bilden den Rahmen, in welchem naturwissenschaftliches Lernen fachübergreifend stattfinden kann. Die einzelnen Themenfelder greifen ineinander und können in beliebiger Reihenfolge unterrichtet werden. Die in den Themenfeldern aufgeführten Inhalte sind verbindlich.

3.1Von den Sinnen zum Messen
3.2Stoffe im Alltag
3.3Die Sonne als Energiequelle
3.4Welt des Großen – Welt des Kleinen
3.5Pflanzen – Tiere – Lebensräume
3.6Bewegung zu Wasser, zu Lande und in der Luft
3.7Körper und Gesundheit
3.8Sexualerziehung
3.9Technik

Die Themen orientieren sich an Alltagsphänomenen und -problemen. Alltagsprobleme werden meist komplex und dadurch immer fachübergreifend betrachtet. Jede Fachdisziplin schlägt jedoch eigene Sichtweisen und Lösungen vor. So entstehen spezifische, fächerbezogene Wirklichkeitsausschnitte, die notwendigerweise fragmentarisch sind und erst in ihrer Gesamtheit zur Annäherung an eine Lösung für das Problem führen.

Der fachübergreifende Ansatz ermöglicht zum einen den bruchlosen Übergang vom Sachunterricht und somit das Anknüpfen an die Vorerfahrungen der Schülerinnen und Schüler. Zum anderen werden anschlussfähige Grundlagen in den überfachlichen Kompetenzen der drei Naturwissenschaften, den gemeinsamen Denk-, Arbeits- und Handlungsweisen, langfristig angelegt.

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen1  festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

Der tabellarische Aufbau der Themenfelder und damit die separate Aufführung der Inhalte aus der Biologie, Chemie und Physik zeigen die Perspektiven der jeweiligen Naturwissenschaft auf ein Phänomen auf.

Das Ziel des themenzentrierten Arbeitens ist jedoch nicht, die naturwissenschaftlichen Disziplinen einzeln zu unterrichten; viel mehr geht es darum, die spezifischen Sichtweisen der einzelnen Disziplinen erkennbar zu machen und langfristig in komplexen Handlungsfeldern anwenden zu können.

Der Vermittlung von naturwissenschaftlichen Fachmethoden kommt eine zentrale Rolle zu. Die Schülerinnen und Schüler werden in experimentelle Methoden, die Arbeit mit Modellen und das Erstellen und Interpretieren von grafischen Darstellungen eingeführt. Hinweise zu diesen Bereichen sind in den Themenfeldern unter Fachmethoden und Experimenten aufgeführt.


1 In Brandenburg sind diese Schülerinnen und Schüler dem Bildungsgang Förderschule Lernen gemäß § 30 BbgSchulG zugeordnet.

Die Sinne sind unser natürlicher Zugang zur Welt. Mithilfe der Sinne schaffen wir uns ein eigenes Bild unserer Lebenswelt. Doch die menschlichen Sinne haben Grenzen. Mithilfe von Messgeräten können wir unsere Umwelt jenseits der sinnlichen Möglichkeiten erfahren.

Das Messen wird als naturwissenschaftliche Arbeitsweise thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler bauen einfache Messgeräte (z. B. Waage, Flüssigkeitsthermometer). Sie lernen den Umgang mit Geräten, Messgrößen, Messwerten und Maßeinheiten. Der Vergleich von selbst aufgenommenen Messwerten und den daraus angefertigten Grafiken und Wertetabellen führt zur Methodenreflexion. Besonderes Augenmerk wird auf Messungenauigkeiten sowie Mess- und Ablesefehler gelegt.

Licht, Schall, Temperatur und Druck werden exemplarisch und auf die menschlichen Sinne bezogen behandelt.

Thema: Menschliche Sinne und Wahrnehmung
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Sinnesorgane verarbeiten Sinnesreize
  • Reiz, Erregung, Wahrnehmung
  • Tast-, Temperatur-, Hör-, Seh-, Geschmacks-, Geruchssinn
Unterscheidung: Körper - Stoff
Stoffeigenschaften:
  • Geruch, Farbe, Beschaffenheit
Phänomene:
  • Licht, Schall, Temperatur, Druck
Fachmethode: Beobachten, Sinnesreize den Sinnen zuordnen
Thema: Sinnestäuschungen (Subjektivität und Objektivität)
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Sinnesorgane sind reizspezifisch und haben charakteristische Grenzen (Hörschwelle)
  • Indikatoren (z. B. Rotkohlsaft, Teststreifen für Wasserhärte)
  • Nachweisreaktionen (z. B. Stärkenachweis)
  • nicht sichtbares Licht (z. B. UV- oder IR-Licht)
  • nicht hörbarer Schall (z. B. Ultraschall, Infraschall)
  • Messgeräte (z. B. Thermometer, Waage)
Technik: Prinzip des Thermometers – Wärmeausdehnung von Flüssigkeiten
Fachmethode: Eigenbau von z. B. Thermometer, Sanduhr, Wasseruhr, Waage
Thema: Messgeräte
Inhalte aus der Physik
  • Messgerät
  • Messgröße, Messwert und Maßeinheit
Technik: Kalibrierung  von Messgeräten am Beispiel des Thermometers und der Waage
Fachmethode: Messergebnisse mit Maßzahl und Einheit erfassen und im Punktdiagramm eintragen
Experimente
  • subjektives Temperaturempfinden
  • Vergleich von Schätzung und Messung unterschiedlich temperierten Wassers
  • Wie genau ist der Tastsinn?
  • unterschiedlich starke Ausprägung an verschiedenen Körperstellen erforschen
  • Vergleichen, Ordnen, Messen: Vergleichen der Massen von Körpern unter Verwendung einer Waage
  • Bau einfacher Messgeräte (Waage, Thermometer)
Fachbegriffe
  • Sinnesorgan, Reiz, Wahrnehmung
  • Messgerät, Messgröße,
  • Messwert, Maßeinheit,
  • Thermometer, Temperatur,
  • Waage, Masse, Kilogramm, Gramm
  • Volumen, Liter, Milliliter

Inklusive Lernumgebung für den MINT-Unterricht:

  • „Von den Sinnen zum Messen“
    Sammlung digitaler Materialien für die Jahrgangsstufen 5 und 6, Hrsg.: iMINT-Akademie der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie in Kooperation mit der Siemens Stiftung, 2017

Das Themenfeld bietet Gelegenheit, die Vielfalt von Stoffen als Nährstoffe, Brennstoffe, Farbstoffe, Werkstoffe, Kunststoffe bewusster wahrzunehmen. Menschen nutzen Stoffe aus der Natur oder stellen neue Stoffe her. Kenntnisse der Eigenschaften von Stoffen machen eine gezielte Verwendung möglich und erleichtern den Alltag. Daneben ist zu beachten, dass sich Stoffe mit der Zeit in andere Stoffe umwandeln. Umwelt- und gesundheitliche Aspekte sowie Aspekte des sicheren Arbeitens sind zu beachten.

Die Schülerinnen und Schüler klassifizieren die Stoffe und nutzen dabei Techniken zum Ordnen, Vergleichen und Systematisieren.

Die konkrete erfahrbare Stoffebene steht im Vordergrund, wird aber durch eine Betrachtung auf der abstrakten Teilchenebene ergänzt.

Thema: Eigenschaften von Körpern und Stoffen
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
Wahrnehmungen:
  • Aussehen, Geruch, Geschmack
Stoffeigenschaften:
  • Brennbarkeit
  • Schmelz- und Siedetemperaturen
  • Löslichkeit
  • Aggregatzustände (Teilchenvorstellung)
Phänomene:
  • Magnetismus
Fachmethode: Sorgfältiges und sicherheitsbewusstes Arbeiten, Anwenden von Teilchenmodellen
Thema: Klassifizierung von Stoffen
Inhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
Stoffe in alltagsbezogene Kategorien in folgende Stoffklassen ordnen:
  • Brennstoffe, Gefahrstoffe, Nährstoffe
  • Metalle, Naturstoffe, Kunststoffe
  • Sicherheitsregeln
  • Bedeutung von Gefahrstoffsymbolen auf Haushaltsverpackungen
Einteilung von Körpern nach:
  • leitend und nicht leitend
  • magnetisch und nicht magnetisch
  • hart und weich
Technik: Technische Anwendung von Stoffen bezogen auf ihre Materialeigenschaften

Fachmethode: Kriteriengeleitete Untersuchungen (Ordnen und Vergleichen)

Thema: Reinstoffe, Stoffgemische und Trennverfahren
Inhalte aus der Chemie
  • Reinstoff (Plastikflasche) und Gemenge (Hausmüll)
  • Lösemittel (Wasser) und Lösungen (Früchtetee)
  • Sedimentation, Filtration
  • Papierchromatografie
  • Eindampfen/Kristallisation
Technik: Mülltrennung, Recycling, Kläranlagen, Salzgewinnung
Fachmethode: Darstellung von Prozessen, Anwenden von Teilchenmodellen
Thema: Stoffumwandlungen in Alltags- und Laborsituationen
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Kompostierung
  • Rosten von Eisen
  • Verbrennung (Kerze)   
  • Wärmeerzeugung
Fachmethode: Untersuchungen protokollieren, Versuchsaufbau skizzieren
Experimente
  • Trennung von Stoffgemischen
  • Untersuchung einer Kerzenflamme
  • Kristalle züchten
Fachbegriffe
  • Brennstoffe, Gefahrstoffe, Kunststoffe
  • Brennbarkeit, Schmelztemperatur, Siedetemperatur, Löslichkeit
  • Reinstoffe, Gemische, Lösungen
  • Aggregatzustände: fest, flüssig, gasförmig
  • Sedimentation, Filtration, Papierchromatografie
  • Eindampfen/Kristallisation

Inklusive Lernumgebung für den MINT-Unterricht:

Die Sonne ist ein natürlicher Zeitgeber. Ihr Einfluss auf die Tages- und Jahreszeiten und die daraus resultierenden Anpassungen der Lebewesen (z. B. Frühjahrsblüte, Blattabwurf im Herbst, Winterfell) werden zunehmend bewusster wahrgenommen.

Die Sonne ist die primäre Energiequelle der Erde. Sie ist Motor des Wasserkreislaufs und Pflanzen nutzen die Lichtenergie, um Stoffe aufzubauen.

Charakteristisch für die Erkenntnisgewinnung in diesem Themenfeld ist die Aufnahme von Mess- und Beobachtungsdaten über einen längeren Zeitraum.

Ein Schwerpunkt bei Entwicklung der naturwissenschaftlichen Arbeitsweise ist, hypothesengeleitet zu experimentieren (z. B. Experimente zum Pflanzenwachstum).

Thema: Eigenschaften des Lichts
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
Pflanzenwachstum:
  • Pflanzen als Energiewandler, Fotosynthese (propädeutisch)
  • Brennstoffe als Licht- und Wärmequellen
  • geradlinige und allseitige Ausbreitung des Lichts,
  • Modell Lichtstrahl
  • Schatten
  • Reflexionsgesetz
  • Brechung (nur qualitativ)
  • Phänomen der spektralen Zerlegung von Licht, z. B. beim Prisma oder Regenbogen
Technik: Sonnenkollektor, Solarzelle
Fachmethode: Anwenden des Modells Lichtstrahl, Experimentieren, Protokollieren, Messwerte über einen längeren Zeitraum aufnehmen, Schemazeichnungen
Thema: Einfluss der Sonne auf die Erde
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Wärmeisolation bei Lebewesen,
  • Sonnenschutz/Haut-pigmentierung
  • Austausch von Sauerstoff und Kohlenstoffdioxid bei Pflanzen und Tieren
  • Zusammensetzung der Luft
  • Anomalie des Wassers
  • Wärmestrahlung der Sonne (phänomenologisch)
  • Erdatmosphäre als dynamische Lufthülle (Luft- und Wasserkreislauf)
  • Treibhauseffekt
Technik: Windkraft
Experimente
  • Bau einer Sonnenuhr
  • Temperaturerhöhung von Körpern durch Sonnenstrahlung in Abhängigkeit von der Oberfläche
  • Modellversuche zum Treibhauseffekt

Fachbegriffe

  • Lichtstrahl, Reflexion, Brechung
    Luft, Atmosphäre, Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid
    Wasserkreislauf

In diesem Themenfeld sollen Größenordnungen und Größenverhältnisse von Mikrokosmos und Makrokosmos bewusstgemacht werden. Bei der Behandlung des Makrokosmos steht der Aufbau unseres Sonnensystems im Vordergrund. Daneben werden Kristalle und Zellen des Mikrokosmos thematisiert.

Technische Entwicklung bringt verschiedene optische Geräte hervor (z. B. Brille, Mikroskop, Fernrohr, Lupe) und damit die Möglichkeit, unsere Sinne und damit unser Weltbild zu erweitern. Das angeleitete und zunehmend selbstständige Beobachten mit optischen Hilfsmitteln ist ein wesentlicher Bestandteil der Erkenntnisgewinnung. Mithilfe geeigneter Modelle werden Größenordnungen veranschaulicht und die räumliche Vorstellung gefördert.

Thema: Erde als ein Planet im Sonnensystem
Inhalte aus der Astronomie:
  • Tages-, Jahresablauf
  • Mond- und Sonnenfinsternis (Bewegung der Erde um die Sonne und des Mondes um die Erde, Drehbewegung der Erde)
  • Entstehung der Jahreszeiten (Neigung der Erdachse)
Fachmethode: Arbeit mit Modellen, z. B. Tellurium als Modell des Sonnensystems und Globus als Erdmodell
Thema: Optische Geräte
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Präparate herstellen
  • Pflanzenzellen
  • einzellige Organismen  (Heuaufguss)
  • Kristalle (Wachstum, Form, Farbe)
  • Bilder vergrößern mithilfe von Sammellinsen, Lupe, Mikroskop
Technik: Mikroskop (Aufbau und Funktionsweise)
Fachmethode: Anwenden des Modells Lichtstrahl, mikroskopische Bilder zeichnen, Modell einer Pflanzenzelle herstellen

Experimente

  • Betrachtung von verschiedenen Materialien (Federn, Haaren, Kristallen, Pflanzenteilen, Kleinlebewesen) mit der Lupe, dem Mikroskop und dem Binokular

Fachbegriffe

  • Sonnensystem, Lupe, Mikroskop, Fernrohr
  • Modelle: Globus, Zelle
  • Kristall

Tiere und Pflanzen haben charakteristische Lebensweisen, sind ihrer Umgebung angepasst und stehen in Nahrungsbeziehungen zueinander. Bei der Erkundung von Lebensräumen nehmen die Schülerinnen und Schüler die Vielfalt der Formen wahr.

Sie sammeln, ordnen und beschreiben wiederkehrende Muster und erarbeiten Differenzierungsmerkmale von Lebewesen. Bei der Bestimmung von Pflanzen- und Tierarten wird die Fachsystematik entwickelt.

Lebensräume werden von Menschen genutzt und dadurch verändert. Aus dem Wissen über Ökosysteme ergeben sich Konsequenzen für einen nachhaltigen Umgang mit der Natur. Kenntnisse über Wildtiere und die Angepasstheit an ihren Lebensraum sind Voraussetzung für artgerechte Haltung von Nutz- und Haustieren. Die Schülerinnen und Schüler lernen verschiedene Perspektiven einzunehmen und Argumente für die Lösung von Umweltfragen zu sammeln, zu ornden und zu gewichten. Sie reflektieren ihr eigenes Handeln und verändern es gegebenenfalls.

Thema: Merkmale und Lebensbedingungen von Tieren und Pflanzen
Inhalte aus der Biologie
  • Merkmale des Lebens
  • Arten und ihre spezifischen Merkmale, einfache Bestimmungshilfen
  • Körperbau, Fortpflanzung, Entwicklung, Verhalten
Technik: Vom Menschen verursachte Einflüsse auf Lebewesen und ihre natürlichen Lebensräume
Fachmethode: Vergleichen, Ordnen und Unterscheiden, Beobachten und Erklären, konstante und variable Bedingungen beim Experimentieren unterscheiden
Thema: Wechselwirkungen von Organismen in ihren Lebensräumen
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Wachstumsbedingungen von Pflanzen
  • Angepasstheit von Pflanzen und Tieren an die Jahreszeiten und an den Lebensraum
  • Winterschlaf, -ruhe, -starre
  • Tierwanderungen
  • Vegetationsperioden, Frühblüher
  • Verbreitung von Früchten und Samen
  • Nahrungsbeziehungen
Einflussfaktoren für Lebewesen:
  • Wasser, Boden, Nährstoffe, Luft, Mineralsalze
Einflussfaktoren für Lebewesen:
  • Temperatur, Lichtintensität
Fachmethode: Beobachten und Messen über einen längeren Zeitraum

Experimente

  • Bau eines Modells einer Flugfrucht
  • Wachstum von Pflanzen in Abhängigkeit von Licht und Nährstoffgabe

Fachbegriffe

  • Wachstum, Fortpflanzung, Stoffwechsel, Reizbarkeit, Bewegung
  • Früchte, Samen, Samenverbreitung Winterschlaf, -ruhe, -starre
  • Lebensraum

Viele Lebewesen bzw. technische Objekte sind in ihrer Körperform bzw. Bauweise für bestimmte Bewegungen optimiert (Bionik). Ein Vergleich von Lebewesen zeigt die Angepasstheiten des Bewegungsapparates an verschiedene Lebensräume. Die Energienutzung aus der Verbrennung von Nährstoffen bzw. Kraftstoffen ermöglicht Bewegung in Natur und Technik.

Analogien in Natur und Technik ermöglichen es den Schülerinnen und Schülern, Vergleichskriterien zu entwickeln und anzuwenden. Daneben werden Funktionsmodelle erprobt.

Thema: Bewegungsarten bei Menschen und Tieren
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der Physik
  • Angepasstheit der Gestalt und Lebensweise an den jeweiligen Lebensraum
  • Gehen, Laufen, Springen, Fliegen, Schwimmen
  • Vogelkörper, Vogelflügel, Federn
  • Schwimmblase
  • Stromlinienform
  • Schweben, Sinken, Steigen, Schwimmen im Wasser
  • Auftrieb (propädeutisch)
Technik: Bionik – Vergleich Flugzeug und Vogelform
Fachmethode: Zusammenhang zwischen Struktur und Funktion beschreiben
Thema: Beschreibung von Bewegung
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der Physik
  • menschliche Bewegung (Heben, Werfen, Schieben)
  • Modell: Zusammenspiel von Muskeln, Sehnen, Knochen
  • Schlussfolgerungen für Gesunderhaltung des eigenen Körpers
  • Formen von Bewegungen: geradlinige Bewegungen, Kreisbewegungen, Schwingungen
  • Geschwindigkeit bei geradlinig gleichförmigen Bewegungen
  • Bewegungsenergie
  • Reibungskräfte
  • Strömungswiderstand (propädeutisch)
Technik: Erwünschte und unerwünschte Strömungswiderstände beim Fahrzeugbau bzw. Fallschirm
Fachmethoden: Weg- und Zeitmessungen einer gleichförmige Bewegung erfassen und protokollieren, Weg-Zeit-Diagramm zeichnen
Fachmethode: Schlussfolgerungen auf der Grundlage naturwissenschaftlichen Alltagswissens ziehen
Experimente
  • Weg- und Zeitmessungen bei einer gleichförmigen Bewegung

Fachbegriffe

  • Schwimmblase, Auftrieb, Stromlinienform
  • Bewegung, Geschwindigkeit
  • Reibung

In diesem Themenfeld sollen eigene Körpererfahrungen bewusstgemacht und daraus Verantwortung für sich und andere entwickelt werden. Kenntnisse über Nahrung und Körperfunktionen versetzen die Schülerinnen und Schüler in die Lage, die Bedeutung sportlicher Betätigung und einer ausgewogenen Ernährung argumentativ nachzuvollziehen. Die Schülerinnen und Schüler lernen dabei den Körper als komplexes, ganzheitliches System kennen, das auf Störungen mit Gegenmaßnahmen reagiert.

Thema: Bewegungsapparat des Menschen
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
menschliches Skelett:
  • Aufbau, Funktionen von Knochen, Gelenken, Muskeln
  • Bestandteile von Knochen
  • richtiges Sitzen, Heben, Gehen
  • Kraft, Hebel
Technik: Bionik, Robotik, Medizin z. B. Prothetik
Fachmethode: Modelle anwenden, eigene Modelle entwickeln, Modellkritik
Thema: Verdauung und Ernährung – den Nährstoffen auf der Spur
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der Chemie
  • Verdauungsorgane und ihre Aufgaben
  • Nahrungspyramide, -kreis
  • Körperzellen verbrennen Nährstoffe
  • erhöhter Nährstoffbedarf der Körperzellen bei Belastung
  • höhere Belastung zeigt sich durch erhöhte Atem- und Pulsfrequenz (Schwitzen)
  • Anlegen von Nährstoffspeichern
  • Energiebedarf und -umsatz
  • Nährstoffe und ihre Nachweise
  • Energiegehalt verschiedener Energieträger, Brennwert
  • Umwandlung der Energie der Nährstoffe
Technik: Lebensmitteltechnologie
Fachmethode: Schlussfolgerungen auf der Grundlage naturwissenschaftlichen Alltagswissens ziehen, Nachweisreaktionen planen und durchführen, angeleitet protokollieren, Schlussfolgerungen aus Belegen ziehen
Thema: Suchtprävention
  • Strategien zur Abwehr von Suchtverhalten
  • stoffliche Suchtmittel: Tabak, Alkohol, Drogen, Süßes,
  • nichtstoffliche Suchtmittel: Fernsehen/Video, Computer

Experimente

  • Ein gesundes Frühstück
  • Pulsfrequenz messen in Ruhe und Bewegung
  • Nussknacker

Fachbegriffe

  • Knochen, Gelenke, Muskeln
  • Nahrungspyramide bzw. -kreis
    Verdauungsorgane
  • Suchtmittel

In diesem Themenfeld werden die der Aufklärung und Prävention zugehörigen Themen aus dem Bereich Sexualität aufgegriffen. Sie werden in Bezug zu den weiteren aufgeführten gesellschaftlichen Aspekten vermittelt.

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich mit den biologischen Veränderungen des Körpers während der Pubertät auseinander. Sie kennen Zusammenhänge der Zeugung und Empfängnisverhütung und wissen um die Gefahren und die Prävention von sexuell übertragbaren Krankheiten.

Sie tauschen sich über das eigene Körperbewusstsein und Körpergefühl aus. Dabei setzen sie sich mit verschiedenen kulturellen und religiösen Wertvorstellungen, unterschiedlichen Lebensstilen und Lebenssituationen in Bezug auf Sexualität, Partnerschaft und Familie auseinander.

Besonders wichtig sind hier eine behutsame, sensible Herangehensweise und ein respektvoller Umgang mit persönlichen Befindlichkeiten. Vorurteile müssen ggf. erst bewusstgemacht werden, bevor man sie vorsichtig aufbrechen und ihnen entgegentreten kann. Ein wichtiger Aspekt ist dabei auch die Prävention von psychischer und physischer Gewalt.

Thema: Der Körper verändert sich – Wachstum und Pubertät
Sexualität und IdentitätPräventionGesellschaft und Kultur
  • biologische Veränderungen des Körpers während der Pubertät
  • Förderung eines positiven Körperbewusstseins und Körpergefühls
  • sexuelle Orientierungen
  • Geschlecht und Geschlechtsidentitäten
  • Fragen zur Sexualität (Gefühle, Körperentwicklung und -wahrnehmung u. a.) klären
  • Beratungs- und Informationsstellen
  • Kondome als Schutz vor sexuell übertragbaren Krankheiten einschließlich HIV-Infektionen, AIDS
  • Empfängnisverhütung und Schwangerschaft
  • sexualisierte Inhalte in SMS, sozialen Netzwerken und anderen Medien
  • Geschlechterrollen und vorherrschende Schönheitsideale
  • Darstellungen von Sexualität in den Medien reflektieren
  • religiöse, kulturelle und ethische Moralvorstellungen
  • Respekt und Toleranz gegenüber verschiedenen Lebens- und Familienmodellen
Sprache
Funktionen von Sprache im Unterricht reflektieren; sexualfreundliche, situationsbezogene, Intimität schützende, nicht diskriminierende Sprache – sachdienliche Kommunikation

Maschinen bestehen aus miteinander verbundenen, zusammenwirkenden mechanischen und elektrischen Bauteilen. Ihre Baupläne weisen Ähnlichkeiten zur Darstellung von Funktionsmodellen von Organismen auf. Um die Funktionsweise von Maschinen zu verstehen, benötigt man grundlegende Kenntnisse über Kraftübertragung, Verbindungselemente und elektrische Stromkreise. Durch viele Geräte finden Energieumwandlungen statt.

Experimente an einfachen Stromkreisen und die Untersuchung von Maschinen sind wesentliche Methoden der Erkenntnisgewinnung. Dafür eignen sich Maschinen mit beweglichen Teilen, die sich demontieren und dadurch in Aufbau und Funktion untersuchen lassen (z. B. Handmixer, Haartrockner).

Die Bestandteile zerlegter Maschinen und deren Anordnung können mithilfe von Schaltsymbolen zeichnerisch dargestellt werden. Die Schülerinnen und Schüler konstruieren und bauen einfache Stromkreise und Maschinen. Dabei werden die Regeln zum sicheren Umgang mit elektrischen Geräten beachtet.

Thema: Geräte und Maschinen im Alltag
Inhalte aus der BiologieInhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
  • Gelenke
  • Stoffeigenschaften geeigneter Werkstoffe
  • Hebel, Rollen, Zahnräder
  • Transportmodell (z. B. Fahrradketten-modell)
Technik: Geräte und Maschinen als zusammenwirkende Bauteile unterschiedlicher Funktion, gleichartige Bauteile (z. B. Antrieb, Getriebe, Schalter, Gehäuse, Prozessor, Speicher) als Bestandteile unterschiedlichster Geräte, Wind- und Wasserkraft
Fachmethode: Funktionsmodelle für einfache Maschinen anwenden (z. B. Fahrrad), Bedienungsanleitungen nutzen, aus technischen Zeichnungen Informationen entnehmen
Thema: Elektrischer Stromkreis
Inhalte aus der ChemieInhalte aus der Physik
Stoffeigenschaften:
  • elektrisch leitend und nicht leitend
  • Stromkreis
  • Leiter und Nichtleiter
  • Wirkungen des elektrischen Stroms (Wärme-, Licht-, magnetische Wirkung)
Technik: Elektrische Geräte wie z. B. Haarfön (Bauteile, Schalter, Heizdraht, Ventilator, Kabel, Gehäuse), Verbrennungs- und Elektromotor, Erzeugung von elektrischer Energie und Wärme in Kraftwerken und durch regenerative Energiequellen
Fachmethoden: Experimente durchführen, Ergebnisse beschreiben, mit Modellen naturwissenschaftliche Sachverhalte beschreiben, elektrische Geräte zerlegen, charakteristische Bestandteile identifizieren und ihre Funktion beschreiben, Schaltpläne zeichnen

Experimente

  • einfacher Stromkreis

Fachbegriffe

  • Hebel, Gelenke
  • Rollen, Zahnräder elektrischer Strom, Stromkreis
  • Leiter, Nichtleiter
  • Schalter, Schaltplan