Zum Inhalt springen

Die Themenfelder und Inhalte gelten für die Doppeljahrgangsstufen 7/8 und 9/10 und können auf verschiedenen Niveaustufen bearbeitet werden.

Die Umsetzung der Themenfelder und Inhalte richtet sich nach der Entwicklung und Kompetenz der Lernenden. Sie bietet zahlreiche Möglichkeiten, Bezüge zu anderen Fächern und zu übergreifenden Themen herzustellen. Auf unterschiedlichen Niveaus können einzelne Aspekte erneut aufgegriffen und vertieft werden.

Die Themenfelder und Inhalte bilden die Grundlage für differenzierte Aufgabenstellungen und eine Materialauswahl, die eine motivierende Herausforderung für das gesamte Leistungsspektrum einer Lerngruppe darstellt. Die Lernenden erhalten Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den Themenfeldern und Inhalten allein und kooperativ unter Beweis zu stellen. Sie erfahren dabei, in welchem Maße sie die gesetzten Standards erreichen bzw. was sie tun können, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern.

Bei der Ausgestaltung der Themenfelder und Inhalte werden die Basis- und Fachkonzepte der Politischen Bildung regelmäßig aufgegriffen sowie zunehmend theoretisch und in ihrer Komplexität erschlossen. Politische Probleme und ihre Lösungen können somit besser verstanden und mithilfe politischer Kategorien und Kriterien diskutiert werden. Alle Inhalte in den einzelnen Themenfeldern stehen immer in Bezug zu allen vier Kompetenzbereichen: Analysieren, Urteilen, Mündig handeln und Methoden anwenden. Diese wiederum sind wechselseitig miteinander vernetzt.

Die Themenfelder und Inhalte knüpfen vor allem an die Themenfelder, Themen und Inhalte für die Gesellschaftswissenschaften 5/6 an.

Schulinterne Planung: Die Themen des Politikunterrichts werden aus den Themenfeldern abgeleitet. Die Fachlehrkräfte und die Fachkonferenzen erhalten mit den Themenfeldern einen thematischen Rahmen sowie verbindliche Inhalte, die sie je nach Niveaustufe und Schulprofil bei der Planung von Unterricht und bei der Erstellung des schulinternen Curriculums berücksichtigen. Dabei sind neben den vorgegebenen Kompetenzen und Inhalten vor allem aktuelle politische Probleme, die Interessen der Schülerinnen und Schüler, das Schulprogramm, Gegebenheiten der Schule, Schulpartnerschaften, Wettbewerbe etc. zu berücksichtigen. 

Vielfalt und inklusives Lernen: Die dargestellten Themenfelder und Inhalte greifen die Lebenswirklichkeit der Lernenden auf. Die Heterogenität der Lernenden im Hinblick auf persönliche, soziokulturelle und ethnische Hintergründe sowie unterschiedliche Lebensformen sind somit wichtige Ausgangspunkte für die Planung des Unterrichts. Diese knüpft an die Realität der Schülerinnen und Schüler an, bezieht dabei im Besonderen die individuellen gesellschaftlichen Erfahrungen von Lernenden ein. Damit fördert der Unterricht die Stärken unterschiedlicher Persönlichkeiten und nutzt diese für das individuelle Lernen ebenso wie für die Demokratieerziehung in einer von Vielfalt geprägten Gesellschaft.

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt Lernen1  festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

 

Die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, unabhängig von ethnischer und kultureller Herkunft, sozialem und wirtschaftlichem Status, Geschlecht und sexueller Orientierung, Alter und Behinderung sowie Religion und Weltanschauung, bildet sowohl die Basis für die Unterrichtspraxis als auch einen zentralen Inhalt im Sinne des inklusiven Lernens.

______________________________________________________

1In Brandenburg sind diese Schülerinnen und Schüler dem Bildungsgang Förderschule Lernen gemäß § 30 BbgSchulG zugeordnet.

Unterrichtsleitende Prinzipien

Ein kompetenzorientierter Politikunterricht, der die politische Mündigkeit der Schülerinnen und Schülern fördert, orientiert sich an folgenden didaktischen Prinzipien:

 

Problemorientierung, Kontroversität und Multiperspektivität sind die zentralen didaktischen Zugänge, um die Urteils- und Handlungsfähigkeit der Schülerinnen und Schüler auszubilden. Diese Prinzipien sind eng mit der Wissenschaftsorientierung und dem Exemplarischen Lernen verknüpft. Eine Kontroverse oder ein Problem lässt sich am besten an einem konkreten Beispiel erschließen, welches exemplarisch für die Problemstellung ist und darauf abzielt, aufgrund seiner Bedeutsamkeit, Aktualität oder seines Bezugs zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler Interesse zu wecken und Motivation zu erzeugen.

 

Curriculare Bezüge der Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung im Verbund: Für die Doppeljahrgangsstufe 7/8 sind Migration und Bevölkerung sowie Armut und Reichtum und für die Doppeljahrgangsstufe 9/10 Konflikte und Konfliktlösungen sowie Europa in der Welt für die drei Fächer Geografie, Geschichte und Politische Bildung als gemeinsame Themenfelder festgelegt. Eines davon wird in jedem Schuljahr im Verbund unterrichtet. Die organisatorische (zeitgleiche, ggf. zeitversetzte) Umsetzung erfolgt nach Absprache zwischen den Fächern (z. B. gegenseitige Abstimmung der Themenzugriffe; gemeinsame Planung und Durchführung; Durchführung von Projekten) und nach den schulspezifischen Gegebenheiten. In der Regel werden die Themenfelder gleichzeitig unterrichtet.

 

Die Themenfelder und Inhalte bieten darüber hinaus die Möglichkeit der Vernetzung und fachübergreifenden Kooperation mit allen Fächern bis hin zum Sachfachunterricht in einer Fremdsprache. In der Spalte Mögliche Konkretisierungen finden sich Anregungen zur Umsetzung der Inhalte.

 

Projektarbeit und Lernen am außerschulischen Lernort: Die Projektarbeit und die Nutzung von außerschulischen politischen Bildungsangeboten sind wichtige Formate für die Unterrichtsgestaltung im gesellschaftswissenschaftlichen Lernbereich. Durch die Möglichkeit, politisches Handeln (real oder simulativ) selbst erleben bzw. durchführen zu können, leistet das Fach Politische Bildung einen wichtigen Beitrag zur Demokratiebildung. In jeder Doppeljahrgangsstufe wird mindestens ein außerschulischer Lernort besucht.

Doppeljahrgangsstufe 7/8

3.1 Armut und Reichtum (Unterricht im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund)

3.2 Leben in einer globalisierten Welt

3.3 Migration und Bevölkerung (Unterricht im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund)

3.4 Leben in einem Rechtsstaat

Doppeljahrgangsstufe 9/10

3.5 Demokratie in Deutschland

3.6 Konflikte und Konfliktlösungen (Unterricht im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund)

3.7 Soziale Marktwirtschaft in Deutschland

3.8 Europa in der Welt (Unterricht im gesellschaftswissenschaftlichen Fächerverbund)

Im Geografieunterricht werden Armut und Reichtum als vorrangige Herausforderung an die Gesellschaft thematisiert und in ihrer Raumbedingtheit und Raumwirksamkeit auf unterschiedlichen Ebenen (lokal – regional – global) betrachtet.

Armut und Reichtum kennzeichnen menschliche Gesellschaften in der Vergangenheit, Gegenwart und nahen Zukunft. Im Geschichtsunterricht wird die Veränderung des Verständnisses und gesellschaftlichen wie politischen Handelns im Kontext von Armut und Reichtum in verschiedenen Zeitebenen aufgezeigt, verglichen und beurteilt.

Im Unterricht des Faches Politische Bildung befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Erscheinungsformen sozialer Ungleichheit in der deutschen Gesellschaft und mit der Sozialstruktur, z. B. in der Region Berlin und Brandenburg. Sie setzen sich dabei mit den Merkmalen und Ursachen von Armut auseinander und diskutieren vor dem Hintergrund unterschiedlicher Lebensbedingungen und Sozialisationen über gesellschaftliche Teilhabechancen.

Das Themenfeld ist insbesondere mit den übergreifenden Themen Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender Mainstreaming), Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity), Sexualerziehung/Bildung für sexuelle Selbstbestimmung, Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen und Demokratiebildung vernetzt und eignet sich gut für die Einbindung weiterer Fächer.

 

GeografieGeschichtePolitische Bildung
Leben in der Einen Welt/
Entwicklungsunterschiede
Armut und Reichtum
(Längsschnitt)
Soziale Ungleichheit
Teilhabechancen
Sozialpolitik
InhalteMögliche Konkretisierungen
Soziale Ungleichheit
  • Dimensionen: Status, Einkommen, Bildung, Beruf, Herkunft/Milieu, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Alter, Behinderung
  • Lebensformen und -situationen, Sozialisation
  • Armut (Definitionen), soziale Gerechtigkeit
  • Sozialstruktur und deren Besonderheit in der Region/in der Stadt
Teilhabechancen
  • Mitwirkungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen
  • Bildungsbiografien
Sozialstaat
  • Institutionen und Einrichtungen (insbesondere ihre Zuständigkeiten für Kinder und Jugendliche)
  • soziale Leistungen (insbesondere für Kinder und Jugendliche)

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in diesem Themenfeld mit den globalen Veränderungen der gesellschaftlichen Kommunikation und des kulturellen und politischen Lebens in der modernen digitalen Welt des 21. Jahrhunderts auseinander. Neben exemplarischen Alltagserfahrungen, die diese umfassenden Globalisierungsprozesse anschaulich verdeutlichen, werden im Unterricht auch Gefahren und Chancen der digitalen Gesellschaft und das Spannungsverhältnis von Freiheit und Sicherheit kontrovers diskutiert. Die Auseinandersetzung mit globalen Risiken und nachhaltigen Lösungsansätzen erfolgt im Unterricht mithilfe von Fallbeispielen und richtet insbesondere den Blick auf die globalen Umwelt- und Ressourcenprobleme. Damit bietet das Themenfeld zahlreiche Bezüge zum Basiscurriculum Medienbildung sowie zum übergreifenden Thema Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen.

 

Inhalte Mögliche Konkretisierungen
Kultur – die Welt als globales Dorf
  • Berührungspunkte im Alltag (z. B. in Familie, Freizeit, Konsum, Medien, Kommunikation)
Vernetzte Welt/
digitale Gesellschaft
  • Chancen und Risiken: Meinungs- und Informationsfreiheit, Kontrolle und Sicherheit/Datenschutz, staatliche Zensur, Anonymität, Quellenkritik
  • Agenda-Setting
  • neue politische Beteiligungsformen
Globale Risiken und Nachhaltigkeit
  • Fallbeispiele, z. B. Umwelt- und Klimaschutzpolitik, Energiepolitik, Umgang mit Ressourcen

Im Geografieunterricht werden demografische Prozesse und Strukturen auf allen Maßstabsebenen als Herausforderung für heutige und künftige Generationen thematisiert. Auf regionaler und globaler Ebene werden z. B. die wachsende Weltbevölkerung, Migration und deren Auswirkungen auf ländliche und urbane Räume betrachtet.

 

Im Geschichtsunterricht wird Migration als ein zentrales Merkmal menschlicher Gesellschaften in der Vergangenheit und Gegenwart betrachtet. Unterschiedliche Faktoren kennzeichnen Wanderungsbewegungen. Diese Faktoren sowie der Umgang mit resultierenden Problemen werden im Geschichtsunterricht in verschiedenen zeitlichen Ebenen im Kontext von Verlust, Herausforderung und Chance untersucht, verglichen und beurteilt.

 

Im Mittelpunkt des Unterrichts im Fach Politische Bildung steht in diesem Themenfeld die Auseinandersetzung mit aktuellen Migrationsursachen und den gesellschaftlichen Auswirkungen der Migrationsbewegungen. Im Kontext der universalen Menschenrechte und des Asylrechts diskutieren die Schülerinnen und Schüler Ziele und Strategien der deutschen Integrations- und Einwanderungspolitik sowie Chancen und Probleme in einer zunehmend von Vielfalt geprägten Gesellschaft.

 

Die Auseinandersetzung mit den Inhalten des Themenfeldes unterstützt die Kompetenzentwicklung der Schülerinnen und Schüler in den übergreifenden Themen Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) sowie Demokratiebildung.

Geografie

Geschichte

Politische Bildung

Demografische Entwicklung in regionaler und globaler
Dimension

Migrationen (Längsschnitt)

Integration und Teilhabe

Verstädterung

Migrationsursachen

Biografien und hybride
Identitäten 

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Integration und Teilhabe

  • universelle Menschenrechte
  • Asylrecht in Deutschland und Europa
  • Migrationspolitik in Deutschland, Leben von Flüchtlingen in Deutschland und Europa
 

Migrationsursachen

  • Push- und Pull-Faktoren, z. B. Armut, Kriege, Wohlstand, Sicherheit und Freiheit
  • Fallbeispiele: Zu- und Abwanderung in Berlin und Brandenburg, Transnationalismus
 

Biografien und
hybride Identitäten

  • Integration, Transnationalismus, Marginalisierung und Segregation
  • Fallbeispiele – Einwanderung und Leben in einer vielfältigen Gesellschaft: Kultur, Ethnie, Geschlecht, sexuelle Orientierung, Weltanschauung etc.

 

Die Schülerinnen und Schüler lernen in diesem Themenfeld die Merkmale der demokratischen Rechtsordnung in der Bundesrepublik Deutschland kennen und setzen sich mit dem Spannungsverhältnis von Recht und Gerechtigkeit auseinander. Im Sinne der Lebensweltorientierung werden im Unterricht insbesondere rechtliche Fragen des Jugendschutzes und der Rechts- und Strafmündigkeit von Jugendlichen behandelt. Anhand von Fallbeispielen diskutieren die Schülerinnen und Schüler über den Sinn und Zweck von Strafen und über die Bedeutung der Resozialisierung.

 

Die im Themenfeld erworbenen Kompetenzen sind Bestandteil des Kompetenzerwerbs zu den übergreifenden Themen Gewaltprävention und Demokratiebildung.

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Merkmale einer demokratischen Rechtsordnung

  • Grundrechte im Grundgesetz
  • Rechtssicherheit, Rechtsgleichheit, Rechtsweggarantie, Gewaltenteilung, Unabhängigkeit der Gerichte, Grundrechtsgarantie
  • Spannungsverhältnis zwischen Recht und Gerechtigkeit
 

Rechtsmündigkeit und Jugendschutz

  • Jugendschutzgesetz, Deliktfähigkeit, Strafmündigkeit
 

Strafverfahren und Jugendstrafrecht

  • Jugendkriminalität: Ursachen, Ausmaß
  • Sinn und Zweck von Strafe: Resozialisierung, Täter-Opfer-Ausgleich, Abschreckung etc.
  • Fallbeispiele
 

Im Mittelpunkt dieses Themenfeldes steht das politische System der Bundesrepublik Deutschland. Wichtige Merkmale sind hierbei der Rechtsstaat, der Sozialstaat, der Föderalismus und die damit verbundenen verschiedenen politischen Ebenen (Institutionen, Mitwirkung an der Willensbildung und an Entscheidungen). Neben diesen zentralen Merkmalen und Prinzipien der deutschen Demokratie thematisieren die Schülerinnen und Schüler die Kontrollfunktion der Massenmedien in der Demokratie und reflektieren in diesem Zusammenhang politische und ökonomische Interessen. Die kritische Auseinandersetzung mit demokratiefeindlichem Gedankengut und Gefahren für die freiheitlich-demokratische Grundordnung ist ein weiterer inhaltlicher Schwerpunkt dieses Themenfeldes.

 

Die im Themenfeld erworbenen Kompetenzen sind ein konstitutives Element des Kompetenzerwerbs zum übergreifenden Thema Demokratiebildung.

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Politische Prinzipien

  • Gewaltenteilung und -kontrolle
  • Rechtsstaat, Sozialstaat, Bundesstaat, Demokratie(-prinzip)
  • Elemente der repräsentativen und direkten Demokratie
  • Massenmedien
 

Institutionen

  • Verfassungsorgane, Interessensgruppen
 

Politische Willensbildung und Entscheidungen

  • Wahlen, Parteien, Regierung/Opposition
  • Formen der Bürgerbeteiligung, plebiszitäre Elemente
  • Gesetzgebungsprozess, Beteiligung von Institutionen und Akteuren
  • Fallbeispiele
 

Gefährdungen der Demokratie

  • wehrhafte Demokratie
  • Diktatur (Vergleich DDR)
  • Intoleranz, Extremismus und Gewalt
  • Parteienverdrossenheit
 

Zum übergreifenden Themenfeld Konflikte und Konfliktlösungen finden sich im Fach Geografie Bezüge in den Themenfeldern 3.5 Umgang mit Ressourcen sowie 3.6 Klimawandel und Klimaschutz als Beispiel für internationale Konflikte und Konfliktlösungen.

 

Im Geschichtsunterricht setzen sich die Lernenden an einem Fallbeispiel mit dem völkerrechtlichen wie vergangenheitspolitischen Umgang mit historischen Konflikten/Konfliktlösungen auseinander. Mit den vorgeschlagenen historischen Beispielen wird der Gegenstand auch in einen globalhistorischen Kontext gestellt und es werden Möglichkeiten des Transfers eröffnet.

 

Der Unterricht im Fach Politische Bildung führt ein in die Probleme internationaler Zusammenarbeit und Friedenssicherung und vermittelt bei der multiperspektivischen Analyse von internationalen Konflikten politisches Deutungswissen mit dem Ziel einer differenzierten Urteilsbildung. Den Schwerpunkt bilden dabei mögliche Wege der Konfliktlösung und Konfliktprävention auf der Grundlage internationaler Zusammenarbeit und einer nachhaltigen Entwicklungspolitik.

 

Das Themenfeld bietet zahlreiche Schnittstellen zu den übergreifenden Themen Interkulturelle Bildung und Erziehung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) sowie Demokratiebildung.

Geografie

Geschichte

Politische Bildung

Ressourcenkonflikte

Konflikte und
Konfliktlösungen
(Fallanalyse)

Kriege, Konflikte,
Terrorismus

Interessenkonflikte beim
Klimaschutz

Entwicklungspolitik und
Friedenssicherung

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Kriege, Konflikte, Terrorismus

  • Definitionen
  • Konfliktanalyse am Fallbeispiel: Gegenstand/Interessen, Ursachen, Akteure, Lösungsstrategien (z. B. Instrumente der zivilen Konfliktbearbeitung), internationale Dimension etc.
  • Failed States

Entwicklungspolitik und Friedenssicherung

  • Internationale Akteure (z. B. UN, NGOs, EU, NATO), Selbstverständnis und Ziele
  • Fallbeispiele
  • Rolle Deutschlands
 

Die Schülerinnen und Schüler setzen sich in diesem Themenfeld mit den politischen und ökonomischen Grundlagen der sozialen Marktwirtschaft in Deutschland auseinander. Neben der Thematisierung verschiedener ordnungspolitischer Paradigmen bzw. Wirtschaftsordnungen und dem Vergleich mit der Konzeption der sozialen Marktwirtschaft steht insbesondere das Spannungsverhältnis von Wirtschafts- und Sozialpolitik im Mittelpunkt der Urteilsbildung. Die Perspektive der Schülerinnen und Schüler als Beteiligte des Wirtschaftsgeschehens (Mikroebene) stellt dabei einen wichtigen Ausgangspunkt für das Verständnis von ökonomischen Prozessen dar. Auf dieser Grundlage diskutieren die Schülerinnen und Schüler über Ziele und Probleme der Wirtschaftspolitik (Makroebene) und über sozialpolitische Herausforderungen.

 

In dem Themenfeld erwerben die Schülerinnen und Schüler Kompetenzen für ein wirtschaftlich verantwortliches Handeln, das sich an Kriterien der nachhaltigen Entwicklung orientiert. Das Themenfeld bietet daher gute Verknüpfungen mit den übergreifenden Themen Verbraucherbildung und Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen.

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Grundlagen der Sozialen Marktwirtschaft

  • Wettbewerbspolitik, Handelspolitik
  • Konjunkturpolitik
  • Sozialpolitik: Solidaritätsprinzip und Subsidiaritätsprinzip
  • tarifpolitische Akteure
 

Spannungsverhältnis von Wirtschafts- und Sozialpolitik

  • Ziele der Wirtschaftspolitik (Magisches Vieleck)
  • individuelle Handlungsmöglichkeiten (lokal/global)
  • sozialpolitische und ökonomische Herausforderungen, Reform des Sozialstaates, demografischer Wandel, Globalisierung
 

Wirtschaftsordnungen

  • Verhältnis von Markt und Staat
  • Markt- und Zentralverwaltungswirtschaft (DDR)
 

Im Geografieunterricht werden ausgewählte Wirtschafts- und Naturräume Europas mit dem Ziel untersucht, die Vielfalt des Kontinents sowie seine Stellung in der Welt zu verdeutlichen. Am Beispiel von Europa kann die Konstruiertheit von Räumen exemplarisch aufgezeigt werden.

 

Der Geschichtsunterricht ergänzt die Binnenperspektive auf Europa durch einen Vergleich einer europäischen mit einer außereuropäischen Gesellschaft und Kultur an einem Fallbeispiel. Ziel ist es, die Unterschiedlichkeit der Vergleichspartner zu verschiedenen historischen Zeitpunkten herauszuarbeiten. Dies kann am Beispiel von historischen Dimensionen wie Herrschaft, Wirtschaft oder Kultur erfolgen.

 

Im Mittelpunkt für den Unterricht im Fach Politische Bildung steht in diesem Themenfeld die Auseinandersetzung mit dem europäischen Integrationsprozess und der Politik der Europäischen Union. Die Schülerinnen und Schüler diskutieren Fallbeispiele europäischer Politik, die Finalität der EU und demokratische Partizipationsmöglichkeiten. Ziel ist es auch, die vielfältigen alltagsweltlichen Prägungen des gesellschaftlichen Lebens und die Herausbildung einer europäischen Identität im Unterricht zu thematisieren.

 

Der Unterricht zum Themenfeld ist Teil der Europabildung in der Schule. Daneben entwickeln die Schülerinnen und Schüler wichtige Kompetenzen im Rahmen der übergreifenden Themen Demokratiebildung, Interkulturelle Bildung und Erziehung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) und Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen.

Geografie

Geschichte

Politische Bildung

Grenzen setzen/
europäische Identität

Europa in der Welt
(Vergleich)

Die europäische Idee

Potenziale und Herausforderungen

Die EU im Alltag

Grenzübergreifende
Zusammenarbeit

Politische Entscheidungen

Inhalte

Mögliche Konkretisierungen

Die EU im Alltag

  • Fallbeispiele: Auswirkungen des Binnenmarktes
 

Die europäische Idee

  • europäische Identitäten
  • Finalität der EU (Bundesstaat oder Staatenbund)
  • Erweiterung und Grenzen Europas
 

Politische Entscheidungen

  • Beteiligung von Institutionen und Akteuren in der EU, Gesetzgebungsverfahren, demokratische Legitimation
  • Politikfelder: Binnenmarkt, Wirtschafts- und Währungsunion, Außenhandelspolitik, Außen- und Sicherheitspolitik, Umweltpolitik, Migrationspolitik
  • Partizipationsmöglichkeiten (z. B. Online-Petitionen, Europäische Bürgerinitiative)

     

Der Wahlpflichtunterricht stellt ein Angebot dar, das über den Regelunterricht hinausgeht und ihn thematisch erweitert. Er dient der Vertiefung von Fachinhalten und schafft die Möglichkeit, Fachliches und Überfachliches zu verbinden.

Grundlage für den Unterricht im Wahlpflichtfach sind die fachlichen Kompetenzbereiche. Werden weitere Fächer hinzugezogen, gilt dies für die Kompetenzbereiche aller beteiligten Fächer.

Umfrage

Bitte helfen Sie uns, den Rahmenlehrplan-Online zu verbessern! Nehmen Sie an unserer Befragung teil!

 >> Zur Umfrage