Ein elektronischer Katalog ist heutzutage ein Muss. Die digitale Erfassung der Bücher und Medien sollte von Anfang an eingeplant werden, auch wenn der Bestand erst einige hundert Medien umfasst. Sehr hilfreich ist auch die Verwendung von
Strichcodes (wie im Supermarkt) oder
RFIDs (wie in großen Kaufhäusern). Sie sorgen für eine schnelle und effiziente Verbuchung. Während die zweite Variante noch recht teuer ist, kann die erste ohne große Kosten eingeführt werden.
Keinesfalls sollte eine "handgestrickte" Software verwendet werden, etwa die eines Informatikkurses. Es muss schon ein Programm sein, für das es Updates und einen Support gibt - und das auch mit der nächsten Windows-Version funktioniert.
Die Kosten sind abhängig von vielen Faktoren:
- Zahl der Arbeitsplätze
- Zahl der erfassten Medien
- Anzahl der Funktionen
- Support und Updates inklusive
- Online-Version des Kataloges (OPAC), auf die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer von jedem Internet-Rechner der Welt zugreifen können
- Verbundlösung, um mehrere Bibliotheken über das Internet zu verbinden
Wählen Sie eine Lösung, die auch eine Entwicklung Ihrer Schulbibliothek in der Zukunft zulässt. Funktionen, die Sie heute für unnötig erachten (z.B. WebOPAC), können morgen wesentlicher Bestandteil Ihrer Dienstleistung sein.
Neuere Entwicklungen gehen dahin, aus den früher oft unhandlichen Bibliothekskatalogen ansehnliche Suchmaschinen zu machen. Mit moderner Software kann man farbige Buchcover aufnehmen, Leserkommentare, ähnliche Titel im Bestand suchen, persönliche Literaturlisten abspeichern, selbstverständlich unterschiedliche Medien, nicht nur Bücher aufnehmen, auch Internetadressen. Schnittstellen zu Katalogen der Medienzentren und Stadtbibliotheken sind möglich. Über einen WebOPAC ist es heutzutage über das Internet möglich, Vorbestellungen abzugeben, Medien zu verlängern und sein Bücherkonto einzusehen.
All das geht über die Möglichkeiten einer engagierten ehrenamtlichen Schülermutter oder einer Bibliothekslehrerin mit einer halben Anrechnungsstunde hinaus. Es wäre daher eine lohnende Aufgabe der Schulgemeinde, der Schulleitung, des Schulelternbeirat, des Schulfördervereins, sich des Themas anzunehmen.
Es ist auch empfehlenswert, den Schulträger, die Stadt, den Stadtbezirk, den Landkreis aufzufordern, die Lizenzkosten für Schulbibliothekssoftware zu tragen. Einige wenige Bundesländer haben eine Landeslizenz erworben, so dass alle Schulen kostengünstig einen elektronischen Katalog anlegen können.
Ohne dass damit Werbung für ein bestimmtes Produkt gemacht werden soll, zeigt der Link, wie hilfreich es für die einzelne Schule/Schulbibliothek ist, wenn sich Land oder Schulträger engagieren:
Hier die "Servicestelle für EDV in Schulbibliotheken" des Hessischen Kultusministeriums.
In Brandenburg gibt es einen Vertrag des Landes mit dem Verband der öffentlichen Bibliotheken, dbv. Schulen werden darin aufgefordert mit öffentlichen Bibliotheken zu kooperieren. Man könnte also auch die Stadtbibliothek fragen, ob sie im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung die die Medien der Schule erfasst und vielleicht sogar in ihren Katalog aufnimmt.
Als Orientierungshilfe sind hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit Programme genannt, die öfter in Schulbibliotheken anzutreffen sind. Eine vergleichende Gegenüberstellung ist wegen der unterschiedlichen Struktur der Programme nicht möglich. Ein guter Weg besteht deshalb darin, sich an einer Schulbibliothek die Software persönlich anzuschauen. So kann man am besten feststellen, ob sie zu den eigenen Wünschen passt. Von einigen Programmen gibt es auch kostenlose Versionen, die zwar einen eingeschränkten Funktionsumfang haben, aber einen guten Einblick in die Handhabung des Programms verschaffen.