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Fachtag Übergang 2016

 

Dokumentation des Fachtags "Kinder am Übergang zur Grundschule begleiten: Gelingende Zusammenarbeit von Kita, Schule und Elternhaus"

11. April 2016 im Sozialpädagogischen Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB)

Blick ins Plenum
Blick ins Plenum

130 Pädagoginnen und Pädagogen aus Berliner Kindertageseinrichtungen und  Grundschulen kamen zum Fachtag „Kinder am Übergang zur Grundschule begleiten“ ins Sozialpädagogische Fortbildungsinstitut Berlin-Brandenburg (SFBB), das im Jagdschloss Glienicke beheimatet ist. Der Fachtag wurde in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg (LISUM) angeboten.  


Im Fokus des Fachtags stand die Frage, was  Pädagoginnen und Pädagogen in den Kitas und Lehrkräfte der Schulanfangsphase dafür tun können, dass Bildungs- und Lernwege, die in der Kita begonnen wurden, in der Grundschule gut und nahtlos fortgesetzt werden. Besonders wichtig dabei ist auch die Unterstützung, die Eltern ihren Kindern in dieser Phase geben. Im Rahmen der Tagung wurden sowohl Ergebnisse aus der Forschung zu Übergängen thematisiert, als auch Beispiele guter Praxis vorgestellt.

Anne Lersch
Dr. Götz Bieber

 

Anne Lersch, die Leiterin des SFBB, und Dr. Götz Bieber, der Direktor des LISUM, eröffneten den Fachtag und begrüßten die Gäste. 

Vortrag

Dr. Christa Preissing (FU Berlin) und Prof. Dr. Jörg Ramseger (FU Berlin), hielten einen Vortrag mit dem Titel Zwischen Kontinuität und Veränderungen – den Übergang gemeinsam gestalten.

Podiumsgespräch
Podiumsgespräch

Podiumsgespräch

„Vom Kennenlernen zur tragfähigen Kooperation“ war der Titel des Podiumsgesprächs mit Sandra Scheeres (Senatorin für Bildung, Jugend und Wissenschaft des Landes Berlin), Norman Heise (Vorsitzender des Landeselternausschusses), Ute Gracia (Leiterin der Kita Ramlerstraße) und Doris Lerner (Schulleiterin der Maria-Montessori-Grundschule). Das Podiumsgespräch moderierte Christian Füller (Journalist und Autor).

 

 

 

 

Zwei Arbeitsforen-Phasen boten zahlreiche Impulse für die Praxis

Arbeitsforum 1: Entdeckendes Lernen – ein Schwerpunkt der Zusammenarbeit am Übergang

Impression vom Arbeitsforum 1
Impression vom Arbeitsforum 1

Ein Projekt des Bundesprogramms „Bildung durch Sprache und Schrift“
Manfred Enzinger (SenBJF)
Ute Gracia (Leiterin der Kita Ramlerstraße, Kindergärten City Berlin)


Entdeckendes Lernen ist eine Lernmethode im offenen Unterricht. Gerade das eigene Tun, die eigenen Erfahrungen in Lernwerkstätten eignen sich, um Antworten zu Fragen der Lebenswelt allein oder gemeinsam mit anderen zu finden. Im Rahmen des Bundesprogramms „Bildung durch Sprache und Schrift (BISS)“  wird diese Methode in Berlin durch gemeinsame Besuche von Kita- und Schulkindern in Lernwerkstätten mit einem besonderen Fokus auf Sprachbildung umgesetzt. Im Arbeitsforum wurde ein Einblick in die Arbeit gewährt.

Arbeitsforum 2: Kein leeres Blatt – die Lerndokumentation aus dem Sprachlerntagebuch beim Übergang Kita – Grundschule

Maria Pries und
Annette Hautumm-Grünberg
Impression vom Arbeitsforum 2

Annette Hautumm-Grünberg (SenBJF)
Maria Pries (SFBB)


Das Berliner Sprachlerntagebuch, das seit 2006 in Berliner Kitas und der Kindertagespflege für jedes Kind geführt wird, enthält auch den Teil „Lerndokumentation“, der verschiedene Teilbereiche der sprachlichen Fähigkeiten aufgreift. Pädagoginnen und Pädagogen in Kita und Kindertagespflege schätzen zwei Mal anhand einer Skala die Entwicklung des Kindes ein. Seit dem Sommer 2014 wird der Teil der Lerndokumentation – das Einverständnis der Eltern vorausgesetzt – von der Kita/Kindertagespflege an die Grundschule, die das Kind besuchen wird, weitergegeben. 2016 erscheint das Sprachlerntagebuch in aktualisierter Form, auch die Lerndokumentation wurde angepasst. Im Arbeitsforum ging es um die Ziele der Lerndokumentation, die aktualisierte Form wurde vorgestellt und Chancen (und Risiken) der Lerndokumentation am Übergang von der Kita in die Grundschule wurden diskutiert.

Arbeitsforum 3: „Es fährt ein Bus durchs ABC“ – Kitakinder und Schulkinder begegnen gemeinsam der Schriftsprache

Irene Hoppe
Impression vom Arbeitsforum 3

Irene Hoppe (LISUM)
Regina Pols (LISUM)


Im Arbeitsforum wurden Literacy-Szenarien präsentiert, die für die aktive Kooperation von Kita und Schule konzipiert wurden: Kitakinder besuchen an einem Vormittag eine Lerngruppe in der Schule. Das wesentliche Ziel der gemeinsamen Begegnung ist ein positives Erlebnis rund um unsere Lese- und Schreibkultur – und das im Miteinander auf Augenhöhe: Kitakinder, Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen können gespannt und neugierig partizipieren und dieses „Kulturereignis“ genießen. Es wurde vorgestellt, wie solch ein Vormittag gestaltet werden kann, und eines der Szenarien wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern aktiv erprobt. Ganz nebenbei erhielten sie ein Angebot an praxisorientierten Methoden zum spielerischen Umgang mit Literatur und Schrift. Eine detaillierte Beschreibung der Literacy-Szenarien findet sich in der LISUM-Broschüre „Es fährt ein Bus durchs ABC“.

Arbeitsforum 4: „Ich“ und „Selbst“ – starke Kompetenzen helfen beim Übergang

Heike König
Impression vom Arbeitsforum 4

Heike König (Renée Sintenis-Grundschule, Berlin-Reinickendorf)


Erst wenn das SELBST mit seinen Systemen kompetent arbeitet, ist das ICH handlungsfähig. Die Zusammenwirkung von SELBST als emotionaler Bestandteil der Persönlichkeit und von ICH als intellektueller Bestandteil bereichert das Archiv der Erfahrungen der Kita- und Grundschulkinder gleichermaßen. Mit einer stabilen Selbstwirksamkeit können Kinder souveräner den Herausforderungen des Übergangs von der Kita zur Grundschule entgegentreten. In diesem Arbeitsforum wurde erarbeitet, welche Impulse gesetzt werden können, um das Reservoir an Sicherheit und Vertrauen der Kinder in sich selbst zu füllen.

Arbeitsforum 5: Den Übergang von der Kita in die Grundschule gestalten - Die Sichtweise der Akteure

Impression vom Arbeitsforum 5
Impression vom Arbeitsforum 5

Doris Lerner (Schulleiterin der Maria-Montessori-Grundschule)
Oberschulrätin Dagmar Wilde (SenBJF)


In diesem Arbeitsforum befassten sich Erzieherinnen und Erzieher aus Kitas und Lehrerinnen und Lehrer aus Grundschulen damit, die Erwartungen aneinander und die Vorstellungen voneinander einzuholen, offenzulegen und auszutauschen.
Dazu wurden folgende Fragen in zwei Gruppen (eine aus Kita, eine aus Schule) bearbeitet:

  • Was leistet eine Erzieherin/ein Erzieher bzw. eine Lehrerin/ein Lehrer, wenn sie/er den Übergang gut begleitet?
  • Was zeichnet ein Kind aus, das auf den Übergang gut vorbereitet ist? Aus Sicht der Kita? Aus Sicht der Schule?

Im Anschluss wurden die Ergebnisse gegenübergestellt und in der Diskussion Gemeinsamkeiten und Widersprüche aufgedeckt. Deutlich wurde, dass Kooperation auf den aktiven (persönlichen) Austausch der Akteure angewiesen ist, damit das Wissen voneinander und übereinander zu einer Verständigung über gemeinsame Ziele bei der Begleitung jedes Kindes bei seinem individuell erfolgreichen Übergang führt. Die Vorstellungen von dem, was in Kita und Schule gelernt wird und wie dort gearbeitet wird, beruhen – so zeigte sich in diesem Arbeitsforum – noch zu häufig auf Vermutungen. Sie bedürfen daher der Vergewisserung durch Begegnungen und fachlichen Austausch.

Arbeitsforum 6: Individuelles Lernen am Übergang begleiten und fördern – mathematische und sprachliche Grunderfahrungen

Impression vom Arbeitsforum 6
Gundula Meiering

Gundula Meiering (LISUM)


LauBe ist ein Instrument zur Feststellung individueller mathematischer und sprachlicher Kompetenzen von Schulanfängerinnen und -anfängern in Berlin.  Vorrangiges Ziel ist die Identifizierung von Kindern mit zusätzlichem Förderbedarf und die angemessene Unterstützung dieser Kinder.  Ausgehend von den LauBe-Rückmeldungen wurden Lernarrangements zur Kompetenzentwicklung für mathematisches Lernen in Kita und Schule vorgestellt und diskutiert.

Arbeitsforum 7: Dialog als Methode – den Übergang gemeinsam mit Eltern gestalten

Impression vom Arbeitsforum 7
Impression vom Arbeitsforum 7

Henrieke Franzen (Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.)
Dr. Saffana Salman (Gesundheit Berlin-Brandenburg e.V.)


Kinder bewältigen den Übergang von der Kita in die Grundschule – und haben mit ihren Eltern dabei die wichtigsten Begleiter. Eltern erleben dabei ihren eigenen Übergang. Untersuchungen zeigen, dass Kinder zu 80 % von ihren Eltern beeinflusst werden. Auch wenn wir beste pädagogische Konzepte entwickeln, werden wir nur sehr wenig bei den Kindern ohne ihre Eltern erreichen.
Im Rahmen des Projektes „Übergänge gut gestalten – gesunde Perspektiven entwickeln“ konnte viel über die Perspektiven von Eltern am Übergang in Erfahrung gebracht werden. Eltern stehen vor vielen Fragen. Wie kann es gelingen, die unterschiedlichen Lebenskonzepte von Familien wahrzunehmen, um Eltern auf dem Weg von der Kita in die Schule mitzunehmen? Wie gestaltet man die Zusammenarbeit zum Wohle der Kinder positiv und konstruktiv?
Das Arbeitsforum bot interessanten fachlichen Input und genügend Raum und Zeit, sich zum Thema „Dialog mit Eltern im Übergang“ auszutauschen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhielten durch konkrete Beispiele wertvolles Handwerkszeug und neue Anregungen für ihren Arbeitsalltag.

Christian Rogers

Once upon a time … / Es war einmal …


Der Fachtag wurde abgerundet mit einer Geschichte zum Übergang, die der Storyteller Christian Rogers erzählte.

Oberschulrätin Dagmar Wilde und
Annette Hautumm-Grünberg

Worte auf den Weg


Oberschulrätin Dagmar Wilde (SenBJF) und Annette Hautumm-Grünberg (SenBJF) verabschiedeten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Bilanz

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bewerteten die unterschiedlichen Angebote des Fachtags als anregend für die Kooperation von Kita und Grundschule. Besonders positiv und bereichernd wurde der Austausch zwischen den Pädagoginnen und Pädagogen beider Institutionen zu verschiedenen Themen des Übergangs empfunden.


Einzelne Rückmeldungen:

  • viele neue Anregungen und Punkte zum Nachdenken
  • Ich wurde bestätigt, in meiner Arbeit auf dem richtigen Weg zu sein.
  • Ich habe andere/zusätzliche Blickwinkel auf die bestehende Situation erhalten.
  • Interessant, dass Erzieher und Lehrer sich viel einiger sind über ihre Arbeit als angenommen. Fortschritte sind gemacht.
  • Zeit war wie häufig zu kurz; 2 Tage wären besser, um mehr Workshops zu besuchen.