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Sprachliche Förderung am Übergang (BB) 2013

Dokumentation der Fachtagung "Sprachliche Förderung am Übergang von der Kita zur Grundschule - Erzählen mit Worten, Bildern und Klängen"

am 30. Mai 2013 im LISUM

Im Fokus der Tagung stand die Sprachförderung, ein Thema über das alle reden. Die Vorstellungen dazu und das Wissen darüber sind jedoch sehr unterschiedlich. Was soll gefördert werden? Wann soll gefördert werden? Und vor allem, wie soll gefördert werden? Ziel dieser Tagung war deshalb der Austausch zu Aspekten inhaltlicher und pädagogischer Anschlussfähigkeit der Sprachförderung am Übergang von der KITA zur Grundschule. Dabei ging es um die Stärkung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses der Pädagoginnen und Pädagogen in Kita, Hort und Schule und um die Entschärfung von Bildungsbrüchen.

 

Knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Brandenburg (vorwiegend Lehrkräfte der Schuleingangsphase, Fachkonferenzleiterinnen Deutsch und weitere interessierte Lehrkräfte,  sowie Erzieherinnen und Erzieher als Kooperationspartner aus Kita und Hort) waren der Einladung mit großem Interesse gefolgt.

 

 

 

Druckfrisch konnte die Handreichung „Vom Zuhören zum Erzählen. Didaktisches Material zum Projekt ErzählZeit“ präsentiert werden.

 

<media 33490>Vom Zuhören zum Erzählen</media> (pdf - 6,1 MB)

Impressionen aus der Fachtagung

 

Susanne Wolter, Leiterin der Abteilung Unterrichtsentwicklung Grundschule, Sonderpädagogische Förderung und Medien am LISUM, begrüßte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Tagung.  

 

Sie wurden aufgefordert, sich über ihr liebstes Wort miteinander auszutauschen.

 

 

 

 

Prof. Dr. Anja Wildemann (Universität Koblenz-Landau) hielt einen Vortrag zum Thema „Sprachliches Lernen am Übergang von der Kita in die Grundschule wahrnehmen, anregen und weiterführen“ (pdf - 2,7 MB).

Workshops

Zwei Workshop-Phasen boten zahlreiche Impulse, mit Musik, Bild, Buch und Film oder über einen erzählten Text vielfältige sprachlich anregende Lernangebote und Lernumgebungen zu schaffen.

Workshop: Mit Bilderbüchern Sprache fördern

Prof. Dr. Anja  Wildemann (Uni Koblenz-Landau)

 

Kinder lieben Geschichten. In ihnen können sie ihre Fantasien ausleben. Insbesondere Bilderbücher ermöglichen durch die Kombination von Bild und Text die Entfaltung imaginativer und sprachlicher Fähigkeiten.


Die kindlichen Rezeptionsweisen sind heutzutage recht unterschiedlich, und auch digitale Medien gewinnen immer mehr an Bedeutung. Für die Kita und den sprachlichen Anfangsunterricht in der Grundschule ergibt sich daraus als eine Aufgabe, an die verschiedenen Erfahrungen und Fähigkeiten anzuknüpfen und den Umgang mit Literatur auf verschiedenen Ebenen (funktional, multimodal, visuell, digital, reflexiv, mehrsprachig) zu realisieren. Im Workshop erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Anregungen, wie sie Bilderbücher gezielt zur sprachlichen Bildung in Kindergarten und am Schulanfang einsetzen können.

 

<media 33539>Bilderbücher - Literaturliste</media> (pdf - 188 KB)

Workshop: „Ich will es dir ja sagen, ich weiß aber nicht, wie" - Sprachbildung durch Erzählen

Sabine Steglich (ErzählZeit)


Das sagen Kinder oft, wenn sie etwas Gehörtes wiedergeben oder ganz persönlich ausdrücken möchten. Über das Märchenerzählen kann eine solide Grundlage geschaffen werden, z. B. Wortschätze sinnlich zu erwerben. Die erzählende Person muss sich vorab fragen: Was interessiert Kinder? Wo findet sich das Kind im Märchen wieder? Welche Themen der Volksmärchen aus aller Welt sind immer noch allgegenwärtig? Wie kann ich Verbindungen zwischen „damals“ und heute im Alltag knüpfen?


Im Workshop wurden praktische Hinweise zur Förderung der Sprachentwicklung gegeben wie Begriffsklärung, Umschreibung, Beschreibung, Einbeziehung anderer Sprachen, Vergleiche und Sprachspiele.

Workshop: Künstlerisches Erzählen – Was gehört dazu?

Chris Rogers (ErzählZeit)

 

Woran liegt es, dass Kinder einer Erzählerin oder einem Erzähler förmlich „an den Lippen hängen“, sogar wenn sie manche Wörter nicht kennen oder einige Sätze nicht verstehen? Woran liegt es, dass sie sogar einem Märchen, das in einer ihnen fremden Sprache erzählt wird, gebannt folgen?


Die Kunst des Erzählens enthält Elemente des Theaters. Es wird mit Mimik, Gestik, Stimme und mit dem Körper gearbeitet.


Im Workshop wurden Methoden vorgestellt und geübt, mit denen eine Erzählerin oder ein Erzähler die Zuschauer fesseln und sie aktiv an der Erzählung beteiligen kann.

Workshop: Märchenwerkstatt: Sieben Schlüssel zum Erzählen

Kirsten Jungschlaeger (LISUM), Regina Pols (LISUM)

 

Dem Zauber eines professionell erzählten Märchens erliegen Kinder und Erwachsenen leicht. Schnell finden die Geschichten Eingang in die Köpfe und Herzen der Zuhörerinnen und Zuhörer. Noch einmal diese Geschichte zu erleben, sie selbst erzählen zu können, ist für viele Kinder ein Weg, der in kleinen und verschiedenen Schritten unterstützt werden sollte.

Im Mittelpunkt des Workshops standen das Kennenlernen verschiedener Methoden, die die Kinder in Kita und Grundschule zum Erzählen anregen, indem sie die Märchen inhaltlich und sprachlich durchdringen.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten entdecken, was sich hinter den Begriffen „Märchenlandkarte“ oder „Märchenlotterie“ verbirgt und ausprobieren, wie z.B. ein „Kamishibai“ hergestellt oder eine „Erzählstraße“ gestaltet wird.

Workshop: Imaginieren – Fantasieren – Erfinden: Von der Sache zur Sprache mit aktueller Kunst in Museum, Kita und Schule

Gabriele Sagasser (LISUM

 
Die aktuelle Kunst regt Kinder an, mit ihr in einen Dialog zu treten. Viele künstlerische Strategien, die Künstlerinnen und Künstler anwenden, entsprechen dem kindlichen Forschungsdrang, mit den Phänomenen, die sie umgeben handelnd umzugehen.  Am Beispiel von Kunstwerken im Museum erleben Kinder, wie sich andere mit ihren Fragen an die Welt auseinandergesetzt haben. Wir werden im Workshop an drei Originalen bekannter Künstlerinnen, die bereits ihren Platz im Museum gefunden haben,  praktische Zugänge  im  sprachlichen Umgang mit Kunst erleben.

Workshop: Es fährt ein Bus durchs ABC: Kita- und Schulkinder begegnen gemeinsam der Schriftsprache

Katja Eder (Literaturwissenschaftlerin), Susanne Scheib (LISUM)

 

Die Arbeitsstelle GOrBiKs-Tranfer (LISUM) hat für die aktive Kooperation von Kita und Schule verschiedene Literacy-Szenarien zur Auseinandersetzung mit Schriftsprache konzipiert. Kitakinder besuchen an einem Vormittag eine Lerngruppe in der Schule. Das wesentliche Ziel der gemeinsamen Begegnung ist ein positives Erlebnis rund um unsere Lese- und Schreibkultur – und das im Miteinander auf Augenhöhe: Kitakinder, Schülerinnen und Schüler, Pädagoginnen und Pädagogen können gespannt und neugierig partizipieren und dieses „Kulturereignis“ genießen. Wie solch ein Vormittag gestaltet werden kann, wurde im Workshop präsentiert und von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch aktiv erprobt. Ganz nebenbei erhielten sie ein Angebot an praxisorientierten Methoden zum spielerischen Umgang mit Literatur und Schrift.

Workshop: Mit Musik Sprache fördern

Elena Marx (Musikpädagogin)

 

Musikalische Bildung bedeutet immer zugleich Sprachbildung. Schließlich ist die Stimme das ureigene Instrument des Menschen. Lieder erweitern den Wortschatz von Kindern und schaffen phonologisches Bewusstsein, sie schulen die Differenzierungsfähigkeit für Rhythmen und Tonhöhen und unterstützen die Artikulationsfähigkeit. Spracherwerb bedeutet mehr als Wörter zu lernen und richtige Sätze zu bilden. Sprache und Musik haben eine kommunikative Funktion und eine starke emotionale Ebene. Durch musikalische Spiele lernen Kinder aufeinander zu hören, sich wahrzunehmen und miteinander in Kontakt zu treten. Im Workshop wurden Lieder, Spiele und Übungen erprobt und deren sprachfördernde Komponenten aufgezeigt.

Workshop: Ein Bild sagt mehr als 1000 Worte: Das Erzählen in Bildern erforschen

Jana Hornung (FILMERNST)

 

In diesem Workshop ging es um das filmische Erzählen in Bildern und die Sensibilisierung für die bewusste Gestaltung von Filmbildern. Ein Film besteht aus vielen einzelnen Bildern, wobei jedes Detail zur Gesamtwirkung eines Bildes beträgt. Jedes Bild erzählt dabei viel mehr, als wir bewusst wahrnehmen, und löst in uns Gefühle, Gedanken und Assoziationen aus. Gestaltung, Inhalte und Aussagen von Film-Bildern wurden im Workshop genauer beleuchtet, um zu verstehen, mit welchen Mitteln welche Botschaften und Wirkungen erzielt werden. Anhand des vielfach prämierten Animationsfilms „Die drei Räuber“ nach dem Buch von Tomi Ungerer wurde dies im Workshop sehr praxisorientiert erarbeitet.

Märchenvortrag

 

Nach der Mittagspause - zwischen den beiden Workshop-Phasen - präsentierte der mehrsprachige Erzähler Chris Rogers Märchen aus aller Welt in einem „5-Gänge-Menü“.

Bilanz

Die Tagung wurde von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern äußerst positiv bewertet, was sowohl den Vortrag, die acht Workshops als auch die Gesamtorganisation und die Tagungsatmosphäre betrifft.

 

Original-Töne aus dem Feedback:

  • Ich fand es schwer, mich zwischen den Workshops zu entscheiden, hätte gerne an mehreren teilgenommen.
  • Bitte die Veranstaltung noch einmal für Brandenburg anbieten. Danke!
  • Gerne noch einmal. Hätte viele andere Workshops gern auch besucht. Es waren so viele interessante Veranstaltungen dabei.
  • Schade, dass man nur 2 Workshops besuchen konnte. Würde mir wünschen, von den anderen auch die Mitschriften zu bekommen.
  • Ein wunderbarer Tag mit vielen tollen Anregungen!
  • Das war einfach super!
  • Prima!