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Unterrichtsstörungen

Unterrichtsstörungen

Wie können Sie als Lehrkraft mit einem ständig vorhandenen Konfliktpotenzial umgehen? Die Antwort liegt hier in der Wahl passgenauer, d. h. situations- und adressatengerechter Strategien, die sich den Bereichen Prävention und Intervention zuordnen lassen.

In diesem Kapitel werden präventive Maßnahmen vorgestellt, deren Einsatz zur Konfliktvermeidung nicht hoch genug einzuschätzen ist. Sie als Lehrkraft haben  einen großen Einfluss auf die Gestaltung der Lernatmosphäre in Ihrem Klassenzimmer.

Beziehungsebene pflegen

  • Haben und zeigen Sie Interesse an Ihren Schülerinnen und Schülern als Personen.
  • Gehen Sie wertschätzend mit den jungen Menschen um.
  • Erkennen Sie die Bedürfnislage Ihrer Schülerinnen und Schüler an.
  • Begründen Sie Ihre unterrichtlichen Maßnahmen und erzieherischen Entscheidungen.

sorgfältig vorbereiteter Unterricht

  • Stellen Sie klare  Aufgaben - Die Lerngruppe muss genau wissen, was, in welcher Zeit, mit welchem Ergebnis zu bearbeiten ist.
  • Entwickeln Sie differenzierte Aufgabenstellungen - Schülerinnen und Schüler, die Aufgaben als zu leicht oder zu schwer empfinden, tendieren dazu zu stören.
  • Bereiten Sie Hilfen für leistungsschwächere Schülerinnen und Schüler vor.
  • Halten Sie  Zusatzaufgaben bereit - entweder für schnell arbeitende oder leistungsstarke Schülerinnen und Schüler  oder für die gesamte Lerngruppe, falls Sie Ihre Planung schneller als gedacht umgesetzt haben.
  • Visualisieren Sie Ihre Aufgabenstellungen - Ein umfangreicher Arbeitsauftrag, der in mehreren Schritten zu erledigen ist, wird von einer Lerngruppe nicht in seinen Einzelheiten erinnert.

Lehrerverhalten im Unterricht

  • Bleiben Sie im Unterricht beim Thema - Seien Sie nicht selbst eine Störquelle, indem Sie von Aspekt zu Aspekt springen, in die Arbeitsruhe sprechen oder sich von den Schülerinnen und Schülern in ein Gespräch über Ihr Lieblingshobby verwickeln lassen.
  • Bereiten Sie Ihre Materialien sorgfältig vor und legen Sie sie bereit - Für 26 Schülerinnen und Schüler sind 24 Kopien nicht ausreichend.
  • Kehren Sie nach Unterbrechungen oder Störungen zügig zu den Lernaktivitäten zurück.

Regeln und Rituale

  • Informieren Sie sich und Ihre Lerngruppe über bereits (z. B. durch die Klassenleitung oder im Schulprogramm) aufgestellte Regeln.
  • Formulieren und konkretisieren Sie mit der Klasse gemeinsam Regeln für das Zusammenleben.
  • Formulieren Sie fachspezifische Regeln und machen Sie sie transparent.
  • Entwickeln Sie Signale für immer wiederkehrende Situationen (z. B. akustisches Signal für das Ende einer Arbeitsphase, Stundenbeginn usw.).
  • Setzen Sie positive Verstärker ein - In der Lernpsychologie ist klar nachgewiesen, dass diese stärker wirken als das Drohen mit schlechten Noten. Beispiele: Lobkarten, Urkunden, Elternbriefe, bevorzugte Aktivitäten; NICHT Bonbons)