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Guter Unterricht

Guter Unterricht

Schülerinnen sind Individuen, die alle unterschiedliche Voraussetzungen mitbringen und die ihren Voraussetzungen entsprechend gefordert und gefördert werden müssen. Sie bringen unterschiedliche fachliche, soziale, kommunikative und methodische Kompetenzen mit, auf denen aufgebaut werden muss. Guter Unterricht zeichnet sich durch die Schaffung von Lernsituationen aus, in denen leistungsdifferenziert die individuellen Kompetenzen weiterentwickelt werden können.

Planung:

  • Lerngruppenanalyse vornehmen
  • kompetenzorientierten Schwerpunkt festlegen
  • Leitfrage für die Stunde formulieren
  • Lernarrangement unter Berücksichtigung der Heterogenität der Lerngruppe entwickeln
  • differenzierte Sicherung der Ergebnisse planen
  • Klassenmanagement vorbereiten
  • Schülerfeedback überlegen

Durchführung:

  • Unterricht zügig beginnen
  • Thema/Problem der Stunde entwickeln
  • Lerngruppe selbstständig arbeiten lassen
  • mit offenen Impulsen steuern
  • zwischen schüler- und lehrerzentrierten Phasen wechseln
  • Reibungslosigkeit des Unterrichts sichern
  • Ergebnisse sammeln, sichern, vertiefen
  • Schülerfeedback einholen

Zur Vorbereitung guten Unterrichts gehört eine längerfristige Planung von Unterrichtseinheiten, die einen kumulativen Lernprozessauf der Basis der in den Rahmenlehrplänen festgelegten Kompetenzen zulassen. Kompetenzen sind individuelle Fähigkeiten, diees erlauben, variable Anforderungen und Probleme in situationsspezifischen Handlungsfeldern erfolgreich zu bewältigen. Den Stand der Kompetenzentwicklung beschreiben Bildungsstandards.

Praktische Hinweise

Planen Sie Ihren Unterricht auf der Grundlage der Rahmenlehrpläne und der schulinternen Curricula lang-, mittel- und kurzfristig (Halbjahresplan, Unterrichtseinheit, Einzelstunde). Achten Sie auf die Stimmigkeit des Aufbaus.
Führen Sie am Beginn eines Schuljahres in Ihren Lerngruppen eine Lernstandsdiagnose durch. Testen Sie die Voraussetzungen orientiert an den verschiedenen Kompetenzbereichen Ihres Faches. Verwenden Sie Aufgaben, die Ihnen Aufschluss über den Umfang und die Tiefe der möglichen Schwächen geben, um dann dort ansetzen zu können. Unterricht ist nur dann gut, wenn die Lernenden wissen, warum und wozu sie was machen sollen. Versuchen Sie immer, das Interesse für das Thema zu wecken.
Setzen Sie vielfältige Methoden und Arbeitsformen ein, um Ihren Unterricht abwechslungsreich zu gestalten. Denken Sie daran, dass auch die Lernenden in die Lage versetzt werden sollen, Methoden anwenden zu können.
Wählen Sie anschauliches und ansprechendes Material aus, bereiten Sie es zielgerichtet auf und geben Sie den Lernenden die Chance, damit etwas zu erarbeiten und nicht nur zu reproduzieren.
Versuchen Sie so weit als möglich im Unterricht zu differenzieren, z. B. durch die Zahl der Aufgaben, den Schwierigkeitsgrad, die Zeitvorgaben, die Hilfsmittel usw.
Sichern Sie die Ergebnisse Ihres Unterrichts. Schülerinnen müssen etwas „mitnehmen“ können.

(Andreas Stephan in: Gute Schule)

Literaturhinweise/Internetadressen

  • Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Hg.): Handlungsrahmen Schulqualität in Berlin, 2007.
  • Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung (Hg.): Handbuch Vorbereitungsdienst, Berlin 2008.
  • Wellenreuther, Martin: Lehren und lernen - aber wie? Hohengehren/Baltmannsweiler: Schneider Verlag 2004.

Kompetenzorientierung

Keine Lernende, kein Lernender kann nichts. Keine Lernende, kein Lernender kann alles. (Gerhard Ziener)

Das Konzept der Kompetenzorientierung steht für eine Neuausrichtung des Unterrichtens, genauer: des Lernens im Unterricht.
Gründe für die Notwendigkeit dieser Neuausrichtung liegen vor allem in den beschleunigten Veränderungsprozessen der Gesellschaft, der exponentiellen Zunahme von Wissen und seiner Verfügbarkeit. Die Vorstellung, man könne erfolgreich von einem in der Jugend erworbenen Wissensvorrat ein (Berufs-) Leben lang zehren, ist durch ein dynamisches Modell der Kompetenzentwicklung abgelöst worden.
Kompetenzorientierung ist die zentrale Kategorie der Unterrichtsentwicklung. Ein Fach allein kann diese Aufgabe nicht erfüllen. Erst im Zusammenspiel aller Fächer entwickeln Lernende das vernetzte Denken und Handeln, das sie zur kompetenten Bewältigung zukünftiger Anforderungen brauchen. Der den Rahmenlehrplänen zugrunde gelegte Lernbegriff berücksichtigt neuere Erkenntnisse der Lernforschung, die Lernen als einen individuellen, aktiven und konstruktiven Prozess begreift.

Kompetenzorientierung

Bedeutung des kompetenzorientierten Lernens

Für das Unterrichten bedeutet der Ansatz der Kompetenzorientierung, dass der Bildungsprozess von den angestrebten Kompetenzen der Lernenden her gedacht wird. Berliner Rahmenlehrpläne weisen Kerninhalte aus, an denen fachliche und überfachliche Kompetenzen in einem Unterrichtsfach erworben werden. Sie sind bezogen auf die Bildungsstandards, die bislang für Kernfächer von der KMK erlassen wurden.

Ziele des kompetenzorientierten Unterrichts

  • Erwerb von Wissen, Fähigkeiten, Fertigkeiten, Einstellungen und Haltungen
  • Verbesserung der Lernergebnisse
  • Optimierung der Lernprozesse
  • Bewältigung der zukünftigen Herausforderungen in Beruf und Alltag

Praktische Hinweise


Kompetenzentwicklung gelingt, wenn…

das Lernen individualisiert wird; z. B. erhalten Schülerinnen Wahlmöglichkeiten zwischen Inhalten, bei der Reihenfolge derBearbeitung von Aufgaben, durch Aufgaben mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, ...

kooperative Lernformen genutzt werden; Schülerinnen arbeiten in Gruppen, die sich selbst organisieren durch Bestimmeneines Moderators, eines Zeitwächters, des Präsentierenden; Schüler arbeiten in Expertengruppen, im Gruppenpuzzle, als Lernpartner,mit Partnerinterview, mit Partnerkontrolle, ...

eine neue Aufgabenkultur ermöglicht, dass Schülerinnen mit den Aufgaben eigene Erfahrungen und Interessen verbinden,bei der Lösung auf früher erworbenes Wissen zurückgreifen, sich auf ihre Erfahrungen mit ähnlichen Aufgaben stützen, Strategien einsetzen, ...

Rückmelde- und Selbsteinschätzungsinstrumente angewandt werden, z. B. Schüler- und Lehrerbefragung durchführen,Lernberatungsgespräche führen, einen kritischen Freund suchen, Zielscheibe, Ampelkarten, Stimmungsthermometer einsetzen, ...

Lerndokumentationen geführt werden; z. B. führen Schüler ein Lernbegleitheft, ein Portfolio, protokollieren Lese- und/oderHöreindrücke, benutzen einen Lernplaner, führen ein Lern-Logbuch, legen Sammelmappen an, ...

neue Formen der Leistungsfeststellung und -bewertung entwickelt werden: kontinuierliche Lernberatungsgespräche,produkt- und prozessbezogene Leistungsbewertung, Bewertung von Gruppen- und Einzelpräsentation, Selbsteinschätzung durch die Schüler, Transparenz durch Veröffentlichung von Beurteilungskriterien, Beteiligung der Schüler bei der Erstellung vonBewertungskriterien ...

(Mascha Kleinschmidt-Bräutigam in: Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie des Landes Berlin: Gute Schule, veröffentlicht unter www.berlin.de/sen/bildung/schulqualitaet/gute-schule)