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best practice aus Schulbibliotheken

Gute Beispiele für Schulbibliotheken

In Berlin und Brandenburg gibt es bereits Beispiele für gute, funktionierende Schulbibliotheken. Sie zeichnen sich durch

  • einen ausgezeichneten Bestand an Büchern und anderen Medien,
  • durch moderne Verbuchungstechnik, durch einen OPAC,
  • ein schulisches Konzept der Leseförderung,
  • die Vermittlung von Lese-, Recherche- und Informationskompetenz oder
  • durch die gute Zusammenarbeit mit den Lehrkräften der Schule aus.

Bei anderen sind es die besonderen Ideen, das Engagement des Fördervereins oder die Nachmittagsangebote, die aus der Schulbibliothek ein wichtiges Zentrum der Schule machen.

 

Weitere Beispiele folgen in Kürze.


Broschüre mit Berliner und Brandenburger Schulbibliotheken

StartbildZum Wettbewerb “Schulbibliothek des Jahres 2013″ entstand aus den Einsendungen der TeilnehmerInnen eine umfangreiche Broschüre. Sie enthält Beiträge aus fast 50 Schulen in Berlin und Brandenburg, in denen die Arbeit ihrer Schulbibliotheken beschrieben wird: Welche Leseaktionen gibt es? Findet Unterricht in der Schulbibliothek statt? Ist die Schulbibliothek im Schulprogramm verankert? Wird Medienkompetenz vermittelt? Wer arbeitet dort? Wie wird sie unterstützt?

Ab sofort kann die Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. (AGSBB e.V.) in verschiedenen Varianten heruntergeladen werden. Weitere Erläuterungen finden Sie hier.


Lesekeller der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule

Die Adolf-Glaßbrenner-Grundschule in Kreuzberg arbeitet im Freizeitbereich mit dem Diakonischen Werk Mitte e.V. zusammen. Der Wohlfahrtsverband betreut die Kinder am Nachmittag sowie in den Ferien und ist Träger der Schulbibliothek in der unteren Etage des Kinderhauses.

 

Dieser Lesekeller wurde 2009 gegründet, verfügt über drei Räume, zwei PCs und einen sorgfältig ausgewählten Bestand an Kinder- und Jugendliteratur. Die Präsenzbibliothek steht den Grundschülern sowohl im Unterricht als auch im Freizeitbereich zur Verfügung.

 

Zahlreiche Veranstaltungen werden von der Leiterin des Lesekellers, Bettina Braun, organisiert und durchgeführt. So finden hier Autorenbegegnungen statt, die Mitarbeiterinnen lesen vor oder es wird zum Bilderbuchkino eingeladen. Dann werden die Illustrationen zu einer Geschichte (ohne Text) mit einem Beamer an die Wand projiziert und parallel dazu die Texte vorgetragen. An brisanter Stelle können die Vorlesenden einfach anhalten, mit den Schülern die Situation diskutieren, sie fragen, wie sie selbst gehandelt hätten oder sie von ihren eigenen Erfahrungen erzählen lassen.

 

Am 23.4.2010, am Welttag des Buches, startete im Lesekeller ein Familien-Leseprojekt. In fünf Koffern wurden jeweils 15–20 Bücher verpackt, die Schüler und Schülerinnen für sich und ihre Familie 14 Tage lang ausleihen können. Die Bücher sollen Spaß machen, zum Schmökern anregen und sind in deutscher, türkischer, arabischer, englischer oder französischer Sprache. Sie können selbst gelesen, gemeinsam mit Eltern oder Geschwistern angeschaut oder vorgelesen werden. Der Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V. hat für dieses Leseprojekt die Finanzierung übernommen.

 

Frau Braun sucht die Zusammenarbeit mit den Lehrern und Lehrerinnen ihrer Grundschule. Sie ist sich sicher, dass die Bücher ihres Lesekellers auch im Unterricht eine Rolle spielen können. Sie nimmt deshalb an Fachkonferenzen der Deutschlehrer teil, um mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen und zu erzählen, welche Möglichkeiten die Schulbibliothek bietet. So lädt sie Klassen am Vormittag während den Unterrichts in den Lesekeller ein, hat dann thematische Projekte vorbereitet und arbeitet pädagogisch mit den Schülern. Beim letzten Besuch erfuhren die Kinder etwas über den Wald und seine Bewohner, folgten den Spuren auf dem Boden und fanden so Bücher über die Tiere des Waldes. Sie erkannten im Laufe der Veranstaltung, dass im Wald alles miteinander zusammenhängt.

 

Im Lesekeller der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule fand bereits eine Veranstaltung der AGSBB statt, in der es um Kinder- und Jugendliteratur ging.

 

Kontakt zu Frau Braun: info(at)projekt-lesende<


Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Frankfurt (Oder)

Das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium ist eine Spezialschule in Frankfurt (Oder) mit mathematisch-physikalisch-technischem Profil, die über eine moderne Schulbibliothek verfügt.

 

6500 Medien, darunter Büchern, Zeitschriften, CD-ROMs, Gesellschaftsspiele und zahlreiche Lernhilfen, stehen für die Lehrenden und Lernenden bereit. In Freistunden und Pausen, für Projektarbeit oder zur Vertragsvorbereitung und für das Methodentraining werden die Lese- und die Computerarbeitsplätze der Bibliothek genutzt. Für die Recherche im Medienbestand ist ein OPAC vorhanden, der direkt in der Bibliothek aber auch über das Internet verfügbar ist. Auf der eigenen Bibliothekshomepage erfährt man alles über Neuzugänge, Service, Öffnungszeiten und Nutzungsbedingungen.

 

Geleitet wird die Schulbibliothek von Oliver Sand, einem Schüler der Schule (11. Klasse). Er kümmert sich um

  • die Medienerschließung und -katalogisierung,
  • die Dienstplanung, 
  • die Beratung der Fachlehrer bei Anfragen,
  • den Kontakt zu den Kooperationspartner (u.a. die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder), sowie die Universitätsbibliothek) und
  • außerdem um die Planung von Unterricht und Projekten in der Schulbibliothek.

Aufsicht, Beratung und Ausleihe werden durch zwei Mitarbeiter durchgeführt, die über MAE- oder Kombilohn-Maßnahmen zur Bibliothek gefunden haben.

 

Als Software verwendet die Bibliothek PS-Biblio 4, ein preisgünstiges, auf Schulbibliotheken zugeschnittenes Computerprogramm. Der OPAC wird über BVS eOPAC realisiert. Dabei handelt es sich um ein Zusatzprogramm, das Bibliotheksdaten kostengünstig im Internet bereitstellt.


Schulbibliotheken in Treptow-Köpenick

Die meisten der 35 im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick vorhandenen Schulbibliotheken (Stand 2010) sind erst in den letzten fünf Jahren entstanden. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch die Einrichtung einer Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (SBA). Sie hat die Aufgabe, die Entwicklung und Arbeit der Schulbibliotheken im Bezirk zu koordinieren und zu unterstützen. Insgesamt gehören zu den zurzeit 35 von der SBA betreuten Schulbibliotheksstandorten: 22 Grundschulen, 2 Förderschulstandorte, sieben weiterführende Schulen, 2 Schulbibliotheken in Nähe von Stadtteilbibliotheken und beratend zwei Privatschulen. Für weitere Schulen ist die Entstehung bzw. der Ausbau von Schulbibliotheken bereits geplant.

 

Die SBA entstand 2005, ist seit zwei Jahren dem Schulamt zugeordnet und arbeitet seitdem auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Amt für Bildung und dem Schulamt im Bezirksamt Treptow-Köpenick „Zur Vermittlung und Förderung von Lese-, Sprach-, Informations- und Medienkompetenz an Schülerinnen und Schülern und Kooperation mit den Lehrkräften in den Schulen im Bezirk Treptow-Köpenick“. Der Vertrag sorgt dafür, dass für die Entwicklung von Schulbibliotheken eine Personalstelle zur Verfügung steht, die durch eine ausgebildete Bibliothekarin besetzt ist. So ist es möglich, dass unter fachkundiger Anleitung Schulbibliotheken entstehen und eingerichtet werden, die sich gegenseitig unterstützen, gemeinsam geschult werden und mit übereinstimmenden Konzepten arbeiten.

 

Geleistet wird die schulbibliothekarische Arbeit in Treptow-Köpenick durch Frau Simone Frübing. Unter ihrer Leitung stieg der Anzahl der durch die SBA betreuten Bibliotheken von vier im Jahre 2005 auf 35 im Jahr 2010.

 

In den Schulbibliotheken selbst sind 45 Mitarbeiter tätig, darunter MAE-, ÖBS- und BEZ-Kräfte sowie einige Ehrenamtliche. Die Schaffung einer soliden und dauerhaften finanziellen Grundlage für diese Arbeit ist z.Z sehr schwierig. Hier ist weitere Unterstützung notwendig.


Schulbibliothek am Victor-Klemperer-Kolleg Berlin

Die Schulbibliothek des Victor-Klemperer-Kollegs verfügt über ca. 40.000 Medien, davon 31.400 Lehrmittel (Lehrbücher, Broschüren, Ganzschriften, Sternkarten und Atlanten), 5.300 Sachbücher (zu wichtigen, unterrichtsbezogenen Gebieten wie Wirtschaft, Politik, Psychologie, Englisch und Physik), 2.000 belletristische Werke (Romane und Erzählungen), 300 moderne Medien (CD, MC, DVD, Video) und 20 verschiedene Softwareprodukte für den PC.

 

Am VKK werden sämtliche Lehrbücher für die Schüler über die Schulbibliothek ausgeliehen. Dadurch hat die Schule stets einen genauen Überblick über den Buchbestand, konnte Buchverluste verringern und die Kosten für den Nachkauf von Lehrbüchern deutlich reduzieren. Die Ausleihe und Rücknahme der Medien erfolgt über eine professionelle Bibliothekssoftware. Die Daten werden mit Hilfe von Barcodes übermittelt. Ein WebOPAC ermöglicht die Recherche für Lehrer und Schüler an jedem Rechner der Schule.

 

Die Schulbibliothek versteht sich als Serviceeinrichtung der Schule und stellt weitere Dienste zur Verfügung:

  • Ein Lesebereich ist für die Schüler während der langen Öffnungszeiten nutzbar.
  • Eine Druckstation ermöglicht Computerausdrucke in Schwarzweiß und in Farbe.
  • Für Vorträge werden Presenter ausgeliehen.
  • Ein HotSpot stellt einen kostenlosen WLAN-Internetzugang zur Verfügung.

Das VKK nutzt die Schulbibliothek auch gezielt im Unterricht. So wird im Fach Deutsch in allen 11. Klassen ein Unterrichtsprojekt zur Vorbereitung der 5. Prüfungskomponente durchgeführt. Hier beschäftigen sich die Schüler mit dem Aufbau der Schulbibliothek, mit Methoden der Recherche in verschiedenen Medienarten und mit der Sicherung der gefundenen Informationen. Weitere Unterrichtsprojekte unter Nutzung der Schulbibliothek existieren für den Geschichtsunterricht (Gang nach Canossa), den Physikunterricht (Temperaturregelung), und den Englischunterricht (Travelling to Africa, PC and the Internet). Sie zeigen, wie die Schulbibliothek die Lehrer bei der Erfüllung der Rahmenpläne unterstützen kann.

 

Geleitet wird die Schulbibliothek von Victor Wolter.


Lesekultur an der Lenau-Grundschule in Kreuzberg

Für die Lenau-Grundschule ist die Lesekultur ein Teil der Schulkultur. Seit 2002 werden an der Kreuzberger Ganztagsschule immer wieder neue Ideen entwickelt, um die Beschäftigung mit Büchern zu einem wichtigen Bestandteil des Schulalltages werden zu lassen. Dabei gehen die Aktionen weit über den Unterricht hinaus. So finden viele Aktivitäten auch im Freizeitbereich statt: Vorlesen, Erzählen und Spielen mit Büchern, Märchenstunde und Lesepaten-Treffen. Viel wird auch für die Ferien organisiert.

 

In der Schulbibliothek können für jede Klassenstufe Ferienbuchkisten ausgeliehen werden. Die Ferienbuchkisten sind so konzipiert, dass sie von Lehrerinnen und SchülerInnen passend zum Leseniveau und Leseinteresse einer Klasse zusammengestellt werden.

 

Auch die Familien werden miteinbezogen. So gibt es 14 Familienkoffer, gefüllt mit Bilder- und Erstlesebüchern, CD's und Spielen, die besonders für die Schulanfangsphase geeignet sind. Die Eltern werden zu den Aufführungen eingeladen. Außerdem gibt es ein Müttercafe, zu dem die Kinder mit ihren Müttern kommen können. Hier lernt man einander kennen, spricht über die Idee der Lesekultur und liest den Kindern vor – nicht nur in deutscher Sprache. Die vielen Aktionen führen zu einem Netz von Angeboten im und außerhalb des Unterrichts, die zu Leseinteresse und Lesefreude bei den Schülern führen sollen. „Dies funktioniert nicht über Zwang, sondern nur über Verlockung“, steht auf der Homepage der Schule.

 

Die Schulbibliothek ist bei all diesen Aktivitäten das Zentrum der Lesekultur an der Lenauschule. Sie ist mit ihrem Bestand und mit ihren Leseräumen die Verbindung zwischen Unterricht, Freizeit und Elternhaus. Dank der großzügigen Spende der Bürgerstiftung Berlin konnte die Schulbibliothek 2004  mit verändertem Bestand ihr Lesefördernetzwerk, an dem auch 30 ehrenamtliche Lesepaten mitwirken, entwickeln. Neue Spendengelder ermöglichten 2006 die Einrichtung eines weiteren Raums für die Klassen 4-6 .

 

Ergebnisse der Leseförderung an der Lenau-Grundschule kann man in einem Film sehen. „Es war einmal ein Zebra“ ist ein Dokumentarfilm von Gerburg Rohde-Dahl (DVD 53 Min.) und trägt den Untertitel „Wege zu einer Lesekultur an der Lenauschule in Berlin-Kreuzberg“. Weitere Informationen finden sich ebenso wie der Trailer unter www. Lenau.net oder aber unter: http://www.eswareinmaleinzebra.de/.

 

Einen ausführlicheren Artikel finden Sie hier.