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Tipps und Tricks für den Alltag

Tipps und Tricks für den Alltag in Schulbibliotheken

Auf dieser Seite sollen Tipps und Tricks für Schulbibliotheken / Mediotheken / Mediatheken / Selbstlernzentren veröffentlicht werden. In Ermangelung  professioneller Supportzentren für Schulbibliotheken in unserer Region wäre es hilfreich, wenn Schulbibliothekarinnen und Schulbibliothekare aus Berlin und Brandenburg zu dieser Seite selbst kräftig beitragen würden.


BIBLIOFiT – Methoden für die Schulbibliothek

cover-bibliofit200Im Nachbarland Österreich betreibt der Landesschulrat Tirol die Plattform Schule des Lesens. Vor kurzem erschien dort ein neuer Titel mit dem Namen “BIBLIOFiT – Methoden für die Schulbibliothek”. In der Beschreibung von TIBS heißt es:

Die beiden Autoren Reinhold Embacher und Raimund Senn verwirklichten mit BIBLIOFiT eine umfangreiche Aufgabensammlung von 25 unterschiedlichen Methoden für jede Bibliothek (aber auch für die Freiarbeit, für die Planarbeit, für das Offene Lernen, für den Einsatz in Stationsbetrieben u.Ä.), da die Aufgaben nicht an bestimmte Buchtitel gebunden sind.

 

BIBLIOFiT besteht aus zwei Teilen. Aus dem Lehrerhandbuch wurden im Internet einige Musterseiten veröffentlicht. Die Kopiervorlagen kann man kostenlos herunterladen. Weitere Informationen und eine Bestellmöglichkeit finden Sie hier.


Neue LISUM-Broschüre: In Lesewelten hineinwachsen

Die soeben erschienene LISUM-Broschüre “In Lesewelten hineinwachsen” beschäftigt sich mit einem Thema, das auch vielen Schulbibliotheken ein wichtiges Anliegen ist: die Herausbildung von Lesespaß und Lesekompetenz in der Schulanfangsphase. Das Heft stellt ein umfangreiche Sammlung von Vorschlägen zur systematischen Leseförderung dar. Sie beziehen sich einerseits auf Ideen, die bereits im Lesecurriculum des Bildungservers Berlin-Brandenburg veröffentlicht wurden. Andererseits werden zusätzliche Methoden vorgestellt, die an Berliner Grundschulen getestet und weiterentwickelt wurden.

Ein Abschnitt der Broschüre (S. 25) beschäftigt sich ausschließlich mit der Schulbibliothek und ihrer “hervorragenden Bedeutung für jede langfristige Strategie zur Förderung der Lese- und Rechtschreibfähigkeiten [...]“. Als besonderes Beispiel wird die Schulbibliothek der Lenau-Schule genannt und erwähnt, dass sie von der AGSBB mit dem Preis “Berliner Schulbibliothek des Jahres 2011″ ausgezeichnet wurde. Weiter heißt es: “Die Arbeitsgemeinschaft [...] fördert eine neue, moderne Sicht auf Schulbibliotheken und möchte deren Aufbau an den Schulen Berlins und Brandenburgs unterstützen.”

Autorin ist die erfahrene Grundschulpädagigin Irene Hoppe, die lange Jahre an der Gripsschule unterrichtet hat, Mitautorin der Schulbuchserie “Lesefreunde” ist und nun am LISUM als Referentin für die Schulanfangsphase und den Übergang KITA-Grundschule arbeitet.

Online finden Sie die Broschüre hier.


Neuerscheinung: Praxisbuch Schulbibliotheken

Bücher zum Thema Schulbibliotheken sind rar. Umso erfreulicher ist es, dass es nun ein neues "Praxisbuch für Schulbibliotheken" gibt. Es analysiert u.a. Berliner Beispiele für Schulbibliotheken, wie die Franz-Marc-Grundschule in Tegel und die Uhlenhorst-Grundschule in Köpenick.  

 

Der Verlag schreibt:

Dieses Praxisbuch richtet sich vor allem an Personen, die – egal ob mit pädagogischer, bibliothekarischer oder anderer Ausbildung – Schulbibliotheken aufbauen, umbauen oder betreiben wollen. Es versammelt Erfahrungen und Systematisierungen von Beobachtungen und soll dazu dienen, für Schulbibliotheken mittel- und langfristige Entwicklungspläne zu entwerfen, die Arbeit in ihnen zu strukturieren und von der Arbeit in anderen Einrichtungen zu lernen.

 

Die Autoren engagieren sich schon lange für Schulbibliotheken, auch in Berlin und Brandenburg.

 

Sabine Wolf ist Geschäftsführerin von Dantek-Bibliothekssysteme in Berlin und Unterstützerin der Berlin-Brandenburger Schulbibliothekstage. Sie hält dort selbst gut besuchte Workshops zu den „Basics für Schulbibliotheken“.

 

Dr. Karsten Schuldt, Bibliothekswissenschaftler an der Berliner Humboldt-Universität, forscht seit Jahren zum Thema Schulbibliotheken und ist Juror im Berliner Wettbewerb "Schulbibliothek des Jahres".

 

ISBN: 978-3-89974627-3


Kostenlose Tageszeitungen für die Schulbibliothek

Wie die Schulbibliothek des Marie-Curie-Gymnasiums in Hohen Neuendorf kostenlos Tageszeitungen bezieht, berichtete Sven Radant, Vater einer Schülerin der Schule, während eines Workshops auf dem 3. Schulbibliothekstag 2011.

 

Die Regionalzeitung „Oranienburger Generalanzeiger“ liefert zum Beispiel täglich ein frisches Exemplar, wenn sich ein Pate findet, der die 240 € Kosten für eines Jahresabo übernimmt. Im Gegenzug wird über den Zeitungspaten im Generalanzeiger ausführlich berichtet. Bei anderen Zeitungen hat sich die Schulbibliothek des Marie-Curie-Gymnasiums per E-Mail an die Redaktionen gewandt, das Anliegen, ihre Entwicklung und ihre (finanzielle) Situation dargestellt – und erhält jetzt ebenfalls kostenlose Exemplare. Es lohnt sich also, einfach mal die Initiative zu ergreifen und zu fragen. Probieren Sie es aus.

 

Monika Grosche (Schulbibliothek Archenhold-Gymnasium) schrieb ihre Erfahrungen mit Tageszeitungen in Berlin:

  • die “Berliner Zeitung” liefert im Rahmen einer Aktion täglich 5-15 Exemplare, wenn ein Lehrer mitzieht, sogar mehr (im Archenhold-Gymnasium sind die Tageszeitungen inzwischen so angenommen, dass nicht einmal ein Exemplar für das anfänglich angelegte Zeitungsarchiv übrigbleibt);
  • die “Berliner Morgenpost” liefert 5 Exemplare kostenlos;
  • der “Tagesspiegel” liefert ein Exemplar gegen eine Spendenquittung des Fördervereins.

All das hat sich ergeben, nachdem sie sich schriftlich an die Chefredaktionen gewendet hatte.


Gratisabonnement der Zeitschrift „Horch und Guck“ für Schulbibliotheken

Im Volksmund hieß die Stasi “Horch und Guck” – nach dem Zusammenbruch der DDR gründeten ehemalige Bürgerrechtler die gleichnamige Zeitschrift, die sich fortan mit der Aufarbeitung der DDR-Vergangenheit beschäftigte. Heute ist HORCH UND GUCK die einzige überregionale Geschichtszeitschrift, die sich auf das Thema “Aufarbeitung der SED-Diktatur” spezialisiert hat.

 


 

HORCH UND GUCK erscheint vierteljährlich mit wechselnden Themenschwerpunkten, u. a. waren dies Themen wie Medien, Recht und Gerechtigkeit, Mode, Schulkonflikte, Wirtschaft, Wehrdienst/NVA, Bausoldaten, Jugendopposition in der DDR. Die Themenschwerpunkte der nächsten Hefte sind:


  • Sperrgebiet – Grenzfälle nach dem Mauerbau (März 2011)
  • Sozialistisch Lernen – Die Erziehungs- und Fürsorgediktatur in der DDR (Juni 2011)
  • Abgeschrieben im sozialen Märchenland – Armut in der DDR (September 2011)

 

In jedem Heft gibt es außerdem Buchbesprechungen und die Diskussion aktueller Themen.

 

Die Redaktion bietet an, Schulbibliotheken, „Horch und Guck“ kostenlos zuzusenden.  Die Mailadresse: benn.roolf(at)horch-und-guckinfo


Lesetipp: Südtiroler Schulbibliotheken

Lernwelten.net

Markus Fritz / Elisabeth Mairhofer / Michael Patreider:
Lernwelten.net (= Projektberichte aus dem Pädagogischen Institut 12),
Bozen 2005 (€ 20,-)

Nach dem 2004 publizierten Buch "Lesen und Lernen in der Schulbibliothek" ist nun ein weiterer Band erschienen. Über den Titel geben die Autoren im Einleitungskapitel Auskunft: „Gerade die Schulbibliothek ... kann ein geeigneter Raum für die Entwicklung verschiedenster Kompetenzen sein: Fachkompetenz, Methodenkompetenz (Lese-, Informations-, Recherche-, Medienkompetenz), Sozialkompetenz (Team- und Kommunikationskompetenz) sowie persönliche Kompetenz.“


Mit einem Bausteinkonzept sollen diese nun trainiert werden:

  • Baustein 1: Einführung in die multimediale Schulbibliothek (Buch, Aufbau der Bibliothek, Bestand, Recherche, OPAC, Ausleihe, Einführung ins Internet ...
  • Baustein 2: Sensibilisierung für das Thema „Lernen“ (Lerntyp, Lernstrategien, Lernberatung ...)
  • Baustein 3: Recherchieren in den Medien der multimedialen Schulbibliothek (Lexika, OPAC, Internet, Suchmaschinen ...)
  • Baustein 4: Arbeitstechniken (Lesetechniken, Markieren, Exzerpieren, Strukturieren ...)
  • Baustein 5: Gestalten und Visualisieren (Symbole, Tabellen, Diagramme, Heftseiten, Folien, Lernplakate ...)
  • Baustein 6: Vortragen und Präsentieren (freies Vortragen, themenzentrierter Vortrag, Rhetorik ...)

Für jeden Bereich stehen Arbeits- und Informationsblätter zur Verfügung.

 

Der Titel kann beim Pädagogischen Institut des Landes Südtirol, veronika.fink(at)schule.suedtirolit , bestellt werden.


Ein Tipp für den Bestandsaufbau

Die Regel besagt 10 - 15 Medien (Bücher und andere Medien) pro Schülerin, Schüler, Lehrerin, Lehrer. Da kann es lange dauern, bis die Bibliothek einer Schule mit 600 Schülerinnen und Schülern die empfohlene Bestandsgröße ereicht.

 

Damit man auch schon mit einem kleineren Bestand arbeiten kann, sollten Themenschwerpunkte gebildet werden. Die Schulbibliothek ist keine Stadtbibliothek, die für jedes erdenkliche Thema eins, zwei Bücher vorhalten muss. Die Schulbibliothek muss es der Lehrerin oder dem Lehrer ermöglichen, mit 30 Schülerinnen und Schülern ein Thema ein Thema erarbeiten zu können. Also: Besser 30 Medien zu wenigen Themen wie z. B. Vulkanen, Klimawandel oder Globalisierung statt je 3 Bücher zu 24 Themen. 

 

Wegen belletristischer Kinder- und Jugendbücher sollte man mit der Stadtbibliothek zusammenarbeiten. Die meisten öffentlichen Bibliotheken machen "Blockausleihe", d. h. sie leihen einen Bestand über mehrere Wochen an die Schule aus.

 

Bei Sachbüchern wird es schon schwieriger. Man kann Bastelbücher zu Ostern oder Backbücher zu Weihnachten evtl. noch in Blockausleihe erhalten, aber bei 30 Büchern über Schmetterlinge oder übers Fliegen kommen öffentliche Bibliotheken an ihre Grenzen. Deshalb den Bestand um Themen des Lehrplans herum aufbauen, wenn man eine Schulbibliothek als Lernort schaffen möchte.

 

Wenn es öffentliche Bibliotheken gibt, die diesen Service bieten, umso besser. Man muss dann nur darauf achten, dass alle Bücher der Themenkiste für das 4. oder 8. Schuljahr geeignet sind und nicht etwa vom Bilderbuch bis zur Prosemininarlektüre alles zum Thema auf dem Buchmarkt Erschienene in der Kiste liegt.

 

Zur Nachahmung geeignet erscheinen die Themenpakete des Projekts "Die Bibliothek in der Kiste". Mit diesen Bücherkisten, die in hübschen Holzschränkchen in Hessen auch ausgeliehen werden können, haben bisher einige zehntausend Schülerinnen und Schüler gearbeitet.

 

Der Link zum Projekt "Die Bibliothek in der Kiste"

 


Software für die Schulbibliothek

Ein elektronischer Katalog ist heutzutage ein Muss. Die digitale Erfassung der Bücher und Medien sollte von Anfang an eingeplant werden, auch wenn der Bestand erst einige hundert Medien umfasst. Sehr hilfreich ist auch die Verwendung von Strichcodes (wie im Supermarkt) oder RFIDs (wie in großen Kaufhäusern). Sie sorgen für eine schnelle und effiziente Verbuchung. Während die zweite Variante noch recht teuer ist, kann die erste ohne große Kosten eingeführt werden.

 

Keinesfalls sollte eine "handgestrickte" Software verwendet werden, etwa die eines Informatikkurses. Es muss schon ein Programm sein, für das es Updates und einen Support gibt - und das auch mit der nächsten Windows-Version funktioniert.

 

Die Kosten sind abhängig von vielen Faktoren:

  • Zahl der Arbeitsplätze
  • Zahl der erfassten Medien
  • Anzahl der Funktionen
  • Support und Updates inklusive
  • Online-Version des Kataloges (OPAC), auf die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrerinnen und Lehrer von jedem Internet-Rechner der Welt zugreifen können
  • Verbundlösung, um mehrere Bibliotheken über das Internet zu verbinden

Wählen Sie eine Lösung, die auch eine Entwicklung Ihrer Schulbibliothek in der Zukunft zulässt. Funktionen, die Sie heute für unnötig erachten (z.B. WebOPAC), können morgen wesentlicher Bestandteil Ihrer Dienstleistung sein.

 

Neuere Entwicklungen gehen dahin, aus den früher oft unhandlichen Bibliothekskatalogen ansehnliche Suchmaschinen zu machen. Mit moderner Software kann man farbige Buchcover aufnehmen, Leserkommentare, ähnliche Titel im Bestand suchen, persönliche Literaturlisten abspeichern, selbstverständlich unterschiedliche Medien, nicht nur Bücher aufnehmen, auch Internetadressen. Schnittstellen zu Katalogen der Medienzentren und Stadtbibliotheken sind möglich. Über einen WebOPAC ist es heutzutage über das Internet möglich, Vorbestellungen abzugeben, Medien zu verlängern und sein Bücherkonto einzusehen.

 

All das geht über die Möglichkeiten einer engagierten ehrenamtlichen Schülermutter oder einer Bibliothekslehrerin mit einer halben Anrechnungsstunde hinaus. Es wäre daher eine lohnende Aufgabe der Schulgemeinde, der Schulleitung, des Schulelternbeirat, des Schulfördervereins, sich des Themas anzunehmen.

 

Es ist auch empfehlenswert, den Schulträger, die Stadt, den Stadtbezirk, den Landkreis aufzufordern, die Lizenzkosten für Schulbibliothekssoftware zu tragen. Einige wenige Bundesländer haben eine Landeslizenz erworben, so dass alle Schulen kostengünstig einen elektronischen Katalog anlegen können.

 

Ohne dass damit Werbung für ein bestimmtes Produkt gemacht werden soll, zeigt der Link, wie hilfreich es für die einzelne Schule/Schulbibliothek ist, wenn sich Land oder Schulträger engagieren: Hier die "Servicestelle für EDV in Schulbibliotheken" des Hessischen Kultusministeriums.

 

In Brandenburg gibt es einen Vertrag des Landes mit dem Verband der öffentlichen Bibliotheken, dbv. Schulen werden darin aufgefordert mit öffentlichen Bibliotheken zu kooperieren. Man könnte also auch die Stadtbibliothek fragen, ob sie im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung die die Medien der Schule erfasst und vielleicht sogar in ihren Katalog aufnimmt.

 

Als Orientierungshilfe sind hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit Programme genannt, die öfter in Schulbibliotheken anzutreffen sind. Eine vergleichende Gegenüberstellung ist wegen der unterschiedlichen Struktur der Programme nicht möglich. Ein guter Weg besteht deshalb darin, sich an einer Schulbibliothek die Software persönlich anzuschauen. So kann man am besten feststellen, ob sie zu den eigenen Wünschen passt. Von einigen Programmen gibt es auch kostenlose Versionen, die zwar einen eingeschränkten Funktionsumfang haben, aber einen guten Einblick in die Handhabung des Programms verschaffen.