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EU und Internationales

"Spotkanie heißt Begegnung"
Das Programm "Spotkanie heißt Begegnung" wurde 1994 von den Regionalen Arbeitsstellen für Ausländerfragen, Jugendarbeit und Schule, Brandenburg e.V. (RAA Brandenburg) ins Leben gerufen. Seit Anbeginn wurde das Programm konsequent weiter entwickelt. In den Anfangsjahren war es in den Klassenstufen 3 und 4 angesiedelt, ehe es im Jahre 2003 auf die Jahrgangsstufen 5 und 6 ausgeweitet wurde. Mit Beginn des Schuljahres 2005/06 gelang es, Spotkanie auf alle Jahrgangsstufen brandenburgischer und polnischer Grundschulen auszudehnen.
Beginnend mit der ersten Klasse erwerben Kinder in den Spotkanie-Arbeitsgemeinschaften freiwillig, spielerisch und lebensnah Grundkenntnisse in der Sprache des Nachbarn. Jede Arbeitsgemeinschaft hat eine Partnergruppe im Nachbarland, mit der sie sich regelmäßig trifft. Das begegnungssprachliche Element, das einmal wöchentlich in zwei zusätzlichen Schulstunden von muttersprachlichen Lehrkräften eingebracht wird, dient der Vorbereitung dieser Begegnungen.
Tuchmacherhallen in Kraków
Der partnerschaftlichen Spracharbeit (der sog. Tandemmethode) kommt im Rahmen des Programms eine zentrale Funktion zu. Hier wird für die Kinder eine Situation geschaffen, die den Bedingungen des spontanen Spracherwerbs in einer alltäglichen fremdsprachlichen Umgebung sehr ähnlich ist und somit den spezifischen Fähigkeiten zum Spracherwerb bei Kindern dieses Alters entgegen kommt. Partnerschaftliches Lernen ist eine im Programm Spotkanie erprobte und bewährte Methode, den persönlichen Kontakt zwischen den deutschen und polnischen Kindern zu intensivieren.
Spotkanie verfolgt im Wesentlichen drei Ziele:
  • Aufbau nachhaltiger Kontakte zwischen deutschen und polnischen Kindern,
  • Abbau von Vorurteilen und gegenseitiger Gleichgültigkeit,
  • Vermittlung von grundlegenden Sprachkenntnissen und Erweiterung des Wissens über das Nachbarland
Die regelmäßig stattfindenden Begegnungen zwischen den Partnergruppen befördern maßgeblich die Entwicklung von langfristigen Kontakten zwischen den deutschen und polnischen Kindern. Hier wird gemeinsam gespielt, gesungen, gebastelt, gegessen und gelernt. Es entstehen Verbindungen mit kameradschaftlichem Charakter, Freundschaften, die zur Folge haben, dass gegenseitige Toleranz und Akzeptanz gegenüber den Nachbarn im schulischen und außerschulischen Umfeld befördert werden.
Je häufiger sich die Kinder begegnen, umso mehr gewinnen sie Sicherheit im Umgang miteinander. Auch fördern die Begegnungen deutlich die Sprachlernmotivation. In der Regel finden drei bis vier eintägige und bis zu zwei mehrtägige Begegnungen (drei bis fünf Tage) in einem Schuljahr statt.
Skateboardfahrer
Ein prioritäres Ziel von Spotkanie ist es, das Interesse am Nachbarn und seinen Menschen zu wecken und gängige Stereotypen, mit denen Kinder im Alltag konfrontiert werden, zu differenzieren. Vor der ersten Begegnung haben die an Spotkanie teilnehmenden Kinder meist keine konkreten Kenntnisse über das Nachbarland. Insbesondere auf deutscher Seite halten sich beständig negative Einstellungen gegenüber den Nachbarn. Durch die Erfahrungen im Programm Spotkanie lernen Kinder Vorurteile als solche zu erkennen, sich mit diesen auseinander zu setzen und die Fähigkeit zu entwickeln, Gegenpositionen zu vertreten. Dabei ist das Gefühl der Gruppenzugehörigkeit mit den anderen Kindern der Arbeitsgemeinschaft von besonderer Bedeutung.
 
Heute erreicht das Programm insgesamt ca. 1.700 Schülerinnen und Schüler aus den benachbarten Wojewodschaften Lubuskie und Zachodniopomorskie sowie aus dem Land Brandenburg. Aktuell sind es jeweils 48 Schulen, die in das Programm eingebunden sind (Stand: Schuljahr 2008/2009).
Redaktionell verantwortlich: Thomas Hirschle, LISUM
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