Mit der Emanzipierung der Arbeiterbewegungen in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts verstärkten sich auch ihre Medienaktivitäten. Die Gründung von Parteizeitungen war die Folge. Sie spielten eine wichtige Rolle bei der Verbreitung von Ideen und Informationen in der Arbeiterschaft. Sprachrohr des 1863 von Ferdinand Lassalle gegründeten Allgemeinen Deutschen Arbeitervereins war seit dem 15. Dezember 1864 der in Berlin erscheinende Social-Demokrat, ab 1871 unter dem Titel Neuer Social-Demokrat. Daneben gab es das Volksblatt, das Organ der von August Bebel und Wilhelm Liebknecht 1869 in Eisenach gegründeten Sozialdemokratischen Arbeiterpartei. Als sich die beiden Parteien 1875 in Gotha zur Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands vereinigten, wurde entsprechend dem Parteistatut „eine Zeitung als Organ unter dem Namen Volksstaat“ gegründet. Erst ein Jahr später wurden beide Parteizeitungen verschmolzen. Der in Leipzig erscheinende Vorwärts wurde zum offiziellen Parteiorgan deklariert. Die Verfasser des Gothaer Programms Wilhelm Liebknecht und Wilhelm Hasenclever übernahmen die Redaktionsleitung.
Das Verbot der SPD durch das Bismarck´sche Sozialistengesetz von 1878 traf nicht nur den Vorwärts, sondern insgesamt 42 sozialdemokratische Zeitungen, deren Herausgabe bis 1890 verboten war. Am 1. Januar 1891 erschien der Vorwärts wieder als Zentralorgan, nunmehr aus Berlin. Man nutzte dabei die Erfahrungen der Berliner Parteiorganisation, die im genossenschaftlich organisierten Selbstverlag seit 1876 die Berliner Freie Presse – seit 1884 unter dem Titel Berliner Volksblatt – mit Erfolg herausgebracht hatte.
Zur Jahrhundertwende geriet die Vorwärts-Redaktion in zunehmenden Konflikt zum SPD-Parteivorstand. Der Beginn des Ersten Weltkrieges brachte den lange schwelenden Konflikt zum Ausbruch. Nach der Zustimmung der sozialdemokratischen Reichstagsfraktion für die Bewilligung der Kriegskredite richteten neun Redakteure öffentliche Kritik gegen die Haltung der Fraktion und die Politik des Parteivorstandes. Nach misslungenen Schlichtungsversuchen erklärte der Parteivorstand schließlich, dass er nicht mehr die Verantwortung für den Vorwärts übernehme. Hier zeichnete sich bereits die spätere Abspaltung der USPD ab.
In den 1920er-Jahren konnte der Vorwärts seine Leserschaft ausweiten. Die sozialdemokratische Presse insgesamt erzielte ihre größte Ausbreitung 1929 mit 203 SPD-Zeitungen. Anfang der 1930er-Jahre wurden jedoch die SPD-Blätter zunehmend politisch unter Druck gesetzt. Im August 1932 erhielt der Vorwärts vom Berliner Polizeipräsidenten eine Verwarnung, weil die Zeitung von einem „Missbrauch des Notverordnungsrechtes“ gesprochen hatte. Am 2. Februar 1933 wurde der Vorwärts wegen des Aufrufs zu einer Kundgebung gegen Hitler für vier Tage verboten. Der aufhebende Bescheid des Reichsgerichts half auch nichts mehr. Am Tag darauf endete die Pressefreiheit mit der Verordnung des Reichspräsidenten „zum Schutze des deutschen Volkes“.