Axel Springer sah eine seiner Lebensaufgaben in der Aussöhnung zwischen Juden und Deutschen. Seine Bemühungen wurzelten in seinem christlichen Glauben, dem Freiheitsgedanken und seiner tiefen Ablehnung totalitärer Systeme. Es war ihm eine Herzensangelegenheit, auch wenn er mit seinen Positionen gegen den Kommunismus, für Israel und für die Wiedervereinigung vielerlei Anfeindungen ausgesetzt war. Springer kritisierte nicht nur die Ostpolitik der Bundesregierung offen, sondern auch die Zurückhaltung von Regierungs- und Oppositionskreisen in der Unterstützung Israels. In einem Artikel, der am 27. März 1971 in der Welt erschien, fragte er: „Woran liegt es, daß die Bundesregierung, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, in vornehmer Zurückhaltung verharrt, wenn es um das Schicksal der Juden und um den Bestand Israels geht? Wie ist es zu erklären, daß es auch die Opposition versäumt, die Regierungsparteien in dieser Frage kritisch zu ermahnen?“ In diesem Artikel kritisierte er gleichfalls die Politik vieler Unternehmen: „Und die Industrie ist nicht viel besser. Wenn man versucht, dort etwa für wissenschaftlich-technische Kooperation mit israelischen Instituten zu werben, kommt prompt mit dem Hinweis auf die traditionellen Interessen der deutschen Wirtschaft in den arabischen Ländern eine mehr oder weniger höfliche Ablehnung.“
Bis heute sind die gesellschaftspolitischen Positionen Axel Springers Eckpfeiler der Unternehmenspolitik des Springer-Verlages geblieben und werden durch zahlreiche Projekte mit Leben erfüllt, z. B. durch den Beitritt zur Stiftungsinitiative „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“, die zur Aufgabe hat, ehemalige NS-Zwangsarbeiter zu entschädigen, sowie mit der Initiative „Partners in Tolerance“. Mit letzterer unterstützt der Verlag seit 1998 die Arbeit der „Shoah Foundation“ von US-Regisseur Steven Spielberg, die u. a. für Schulen in Deutschland eine CD-ROM über den Holocaust entwickelt hat.
Mit „Achtung und Bewunderung“ verfolgte Springer lange die Entwicklung Israels. Doch erst im Jahr 1966 überwand er seine „Scheu und Beklommenheit“ als Deutscher und reiste zum ersten Mal nach Israel, „zur Heimstätte für so viele meiner ehemaligen Landsleute […], die ohne diese Zuflucht wie Millionen anderer ein furchtbares Schicksal hätten erleiden müssen“, so Axel Springer zur Einweihung des Bibliotheksgebäudes im Israel-Museum in Jerusalem am 24. März 1969.
Während dieser ersten Reise spazierte er mit Teddy Kollek, dem angesehenen Bürgermeister Jerusalems, vorbei an der Klagemauer durch den Ostteil der Stadt. Fortan beteiligte er sich aktiv am Aufbau Jerusalems. Kurz nach seiner Rückkehr formulierte er die erwähnten gesellschaftspolitischen Grundsätze. 1966 spendete die Axel Springer Stiftung 3,6 Millionen Mark für die Kunstbibliothek und die Archäologische Bibliothek des israelischen Nationalmuseums in Jerusalem. Zur Eröffnung der Bibliothek am 24. März 1969 überreichte Teddy Kollek Axel Springer eine Schriftrolle. Darin hieß es: „Als wir allein standen in dunklen Tagen, kam Axel Springer zu uns. Er ist ein wahrer Freund Israels. Beweise dafür sind sein nimmermüdes Auftreten in der Öffentlichkeit und seine großzügigen Schenkungen.“
Springer sei ein Visionär gewesen, so würdigte ihn 2005 der Gemeindevorsitzende der Jüdischen Gemeinde in Berlin, Albert Meyer, anlässlich einer Ausstellungseröffnung zum 20. Todesjahr des Verlegers. Wenn man durch Israel fahre, könne man die „Spuren lesen“, die Axel Springer dort hinterlassen habe, resümierte der israelische Botschafter Shimon Stein bei dieser Gelegenheit. Die Israelis dankten Springer für seine Loyalität. 1974 bekam er für seine Bemühungen um die Annäherung der Bundesrepublik Deutschland mit Israel die Ehrendoktorwürde der israelischen Bar-Ilan-Universität in Ramat-Gan verliehen. 1983 erhielt er als erster Deutscher den Ehrentitel der Stadt Jerusalem „Bewahrer Jerusalems”.