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Körperliche Vielfalt

Die diskriminierungsfreie Teilhabe an Bildung betrifft die unterschiedlichsten Bereiche der Persönlichkeit eines Menschen. Inklusion zielt dabei nicht nur auf Menschen mit Behinderung. Diskriminierung oder Ungleichbehandlung findet in vielen Bereichen statt. Dies erfordert einen achtsamen Umgang.

Eine Aufgabe von Schule ist es, Respekt für Verschiedenheit zu verbinden mit dem Nicht-Akzeptieren von Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Unterschiede von Menschen werden wertfrei anerkannt und es entsteht ein Bewusstsein dafür, dass Vielfältigkeit grundlegend bereichert. Die Besonderheit und Einzigartigkeit eines Menschen ist dabei die Grundlage um Vielfalt wertzuschätzen. Dieses Herangehen ist die Formulierung eines Zieles beziehungsweise die Entscheidung für einen Wert wie Menschen miteinander umgehen und bildet somit die Grundlage für eine veränderte Norm, denn ‚es ist normal verschieden zu sein‘. Schule hat den Auftrag die Fähigkeit andere anzuerkennen und die Wertschätzung von Differenzen zu fördern.

Die unterschiedlichsten Faktoren machen einen Menschen zu dem, was er ist. Im Rahmenlehrplan werden einige der Dimensionen der Vielfalt benannt. Diese Dimensionen können als Themen oder Einheiten im Unterricht umgesetzt werden. Darüber hinaus bietet es sich an, diese selbstverständlich in den Schulalltag zu integrieren durch zum Beispiel eine gendergerechte Sprache; das Bereitstellen von Essen ohne Fleisch oder Vegan bei Schulveranstaltungen; Thematisierung von diskriminierendem Verhalten wenn es auftritt; Schulbücher im Hinblick auf Rollenklischees kritisch betrachten; gleichgeschlechtliche Lebensweise als eine von vielen erwähnen usw.

 

 

 

 

Körperliche Vielfalt findet ihren Ausdruck in den unterschiedlichsten körperlichen Voraussetzungen: dick, dünn, klein, groß, behindert, nicht behindert, chronische krank usw. Aus diesen individuellen Voraussetzungen ergeben sich individuelle körperliche Fähigkeiten und Fertigkeiten. Körperliche Schwächen werden oft ignoriert oder bagatellisiert, so dass Barrierefreiheit nicht nur für Menschen im Rollstuhl zum Thema wird. Auch eine älter werdende Gesellschaft, Kinder und Jugendliche mit motorischen Problemen oder wachsende psychischen Belastungen in Schule und Beruf führen dazu, dass immer mehr Menschen vor Barrieren stehen.

Der heutige gesellschaftliche Leistungsgedanke und -anspruch führt dazu, dass Menschen (nicht sichtbare) Behinderungen, chronische Krankheiten o.ä. verschweigen. Der Körperkult um schlanke, durchtrainierte Körper lässt Körper nicht selten als mangelhaft erscheinen. Jeder Mensch und jeder Körper ist jedoch unvergleichbar. Jeder Körper ist wie er ist, weder gut noch schlecht, weder besser noch schlechter als ein anderer. Ein Körper spezifiziert den Menschen und ermöglicht einzigartige Erfahrungen.