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Diversity Check

Eine Checkliste: Wie Sie die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt in Ihrer Schule unterstützen können

Die vorliegende Checkliste soll Sie bei der Analyse der aktuellen Situation an Ihrer Schule unterstützen. Sie kann als Grundlage für die Diskussion und Implementierung von weiteren Strategien hilfreich sein. Bevor Sie gleich beginnen, geben wir Ihnen kurze Informationen zum Themenfeld sexuelle und geschlechtliche Vielfalt.

Die gesellschaftliche Situation von lesbischen, schwulen, bisexuellen und transgeschlechtlichen Menschen hat sich in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland entscheidend verändert. 

  • 1990 strich die Weltgesundheitsorganisation (WHO) Homosexualität aus dem internationalen Diagnoseschlüssel für Krankheiten. Seitdem können Lesben, Schwule und Bisexuelle nicht mehr als krank diagnostiziert werden.
  • 1994 wurde der § 175 Strafgesetzbuch abgeschafft. Er stellte sexuelle Handlungen zwischen Personen männlichen Geschlechts unter Strafe.
  • 2001 trat das Gesetz zur Eingetragenen Lebenspartnerschaft in Kraft. Es ermöglicht zwei Personen des gleichen Geschlechts das Eingehen einer gesetzlich geregelten Lebenspartnerschaft.
  • Seit 2005 ist es möglich, in einer gleichgeschlechtlichen Eingetragenen Lebenspartnerschaft das Kind des Partners oder der Partnerin zu adoptieren (Stiefkindadoption).
  • Seit Januar 2011 müssen sich transgeschlechtliche Menschen für eine Personenstandsänderung keiner geschlechtsangleichenden Operation mehr unterziehen (siehe sog. Transsexuellengesetz).

Trotz dieser gesellschaftlichen Veränderungen können Lesben, Schwule und Bisexuelle auch heute oft nicht mit der gleichen Akzeptanz rechnen wie Menschen mit heterosexuellen Lebensweisen. So kämpfen transgeschlechtliche Menschen immer noch um die Anerkennung ihrer Identitäten und um Entpathologisierung in unserer Gesellschaft.

In Berliner Schulen gehören Schimpfwörter wie „Schwule Sau“, „Kampflesbe“ oder „Transe“ zur Alltagssprache der Schüler_innen*. Kinder und Jugendliche erfahren aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität Beschimpfungen und Mobbing. Alle jungen Menschen benötigen einen geschützten schulischen Raum, um ihre Persönlichkeiten frei entfalten zu können

Gesundheit, Lernbereitschaft, Sicherheit und Persönlichkeitsentwicklung von lesbischen, schwulen, bisexuellen, heterosexuellen und transgeschlechtlichen Kindern und Jugendlichen in Berliner Schulen brauchen Ihre Förderung.

Analog zu bisherigen Untersuchungen ist davon auszugehen, dass ca. 10 % aller Schüler_innen und Kolleg_innen sich als lesbisch, schwul, bisexuell oder transgeschlechtlich definieren. Auch an Ihrer Schule gibt es diese 10 %. Notieren Sie die Anzahl der lesbischen, schwulen, bisexuellen oder transgeschlechtlichen Schüler_innen und Lehrkräfte, die an Ihrer Schule sein könnten.

*Anmerkungen zur Schreibweise
Der Gender_Gap steht für alle Geschlechter und Geschlechtsidentitäten. Der Unterstrich stellt den Zwischenraum für alle Menschen da, die sich in der Zwei-Geschlechter-Ordnung nicht wiederfinden.


So, jetzt geht es los. 

Beantworten Sie die folgenden Fragen, indem Sie die Antworten ankreuzen, die für Sie am ehesten zutreffen. Am Ende werden die Punkte zusammen gezählt und Sie können die entsprechende Auswertung lesen.