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Demokratiepädagogik - Was ist das?

Versuch einer operativen Bestimmung

Demokratiepädagogik umfasst pädagogische, insbesondere schulische und

unterrichtliche Aktivitäten zur Förderung von Kompetenzen, die Menschen

benötigen,

  • um an Demokratie als Lebensform teilzuhaben und diese aktiv in Gemeinschaft mit anderen Menschen zu gestalten;
  • um sich für Demokratie als Gesellschaftsform zu engagieren und sie durch partizipatives Engagement in lokalen und globalen Kontexten mitzugestalten;
  • um Demokratie als Regierungsform durch aufgeklärte Urteilsbildung und Entscheidungsfindung zu erhalten und weiter zu entwickeln.

Um ihre Aufgaben zu erfüllen, erfordert Demokratiepädagogik

  • schulische und außerschulische Erfahrungs- und Handlungsfelder. Diese demokratieförderlich zu gestalten und zu nutzen ist Aufgabe aller an Unterricht und Schulleben beteiligten Personen und Gruppen.
  • Kenntnisse und Wissensbestände als Grundlage für Urteils- und Entscheidungsfähigkeit. Dies ist vor allem die Aufgabe des politischen Unterrichts in fachlichen, fächerübergreifenden und projektdidaktischen Kontexten.
  • Kompetenzen für demokratisches und politisches Handeln. Dies ist vor allem die Aufgabe einer schulischen Lernkultur, die durch die Gestaltung des Schullebens und durch Kooperation mit außerschulischen Partnern Lerngelegenheiten zur Partizipation, zur Übernahme von Verantwortung und zur Mitarbeit im Gemeinwesen bietet.
  • Demokratische Werte, Orientierungen und Einstellungen. Durch Unterricht und Schulleben sollen Kinder und Jugendliche soziale Kompetenzen, Orientierungen und persönliche Einstellungen entwickeln können, die dazu beitragen, die Bedeutung der für ein demokratisches Gemeinwesen konstitutiven Werte zu verstehen, diese in Entscheidungssituationen kritisch zu reflektieren und sie gegen demokratiekritische Einwände mit Argumenten zu verteidigen.

    Wolfgang Edelstein, www.degede.de

Verständnis von Demokratie erfolgt in drei Dimensionen

  1. Demokratie als Staatsform
    – Gewaltenteilung
    – Rechtsstaatlichkeit
    – Parlamentarismus

  2. Politisches Prinzip
    – Legitimation von Macht
    – Mehrheitsprinzip
    – Freiheit

  3. Lebensform
    – Teilhabe an Entscheidungen
    – Demokratie in allen Lebensbereichen
    – Demokratisches Bewusstein