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Schulmediation

Schulmediation

Mediation ist ein Vermittlungsverfahren für Konfliktsituationen, kurz Vermittlung im Konflikt genannt. Der Begriff stammt aus dem Englischen, wo "mediate" so viel heißt wie "in der Mitte liegend", "vermittelnd". Die/Der Mediator/in ist also eine vermittelnde Person. Die an einem Konflikt Beteiligten kommen an einem neutralen Ort zusammen, wo die/der Mediator/in als unbeteiligte dritte Person ein Gespräch mit ihnen führt.

Der Mediationsprozess wird in vier Gesprächsphasen durchgeführt:

  • Definition des Konflikts aus Sicht von A und B
  • Erhellung des Konflikts
    Ziel / Interesse
    Gefühl/ innerer Dialog
    Subjektives Rechtsempfinden
    Wunsch
  • Sammlung möglicher Wiedergutmachungen und Lösungen
  • Operationalisierte Vereinbarung Erfolgskontrolle

Das Gespräch verläuft in bestimmten Stufen/Phasen. Die/Der Mediator/in unterstützt die Konfliktparteien darin, den zwischen ihnen stehenden Konflikt durch Verhandlung einvernehmlich zu lösen. Da die betroffenen Parteien selbst eine Lösung entwickeln müssen, stärkt die Mediation die Selbstständigkeit der Beteiligten einerseits, andererseits führt die einvernehmliche, eigenverantwortliche Lösungsfindung zur Zufriedenheit über eine getroffene Vereinbarung und steigert die Bereitschaft, sich daran zu halten.

 


Was hat das alles aber mit Schule zu tun?
Wir haben es im Schulalltag nicht wenig mit mehr oder weniger schweren Konflikten zu tun, die den Unterricht beeinträchtigen, weil emotional aufgeladene Schüler häufig als Störfaktor den reibungslosen Stundenverlauf unmöglich machen.

Konfliktinhalte können variieren, ähnlich wie die in der Erwachsenenwelt. Sie reichen von

  • Körperverletzung (Gewalt, Schmerz zufügen, unabsichtlicher Verletzung ...)
  • Ehrverletzung (Beleidigung, runtermachen, gekränktem Stolz ...)
  • Vertragsbruch (Verletzung der Schul- oder Klassenregeln, gebrochene Vereinbarungen u. Versprechungen ...)
  • Ressentiments (böse Annahmen, Verdächtigungen, Feindschaft wittern ...)
  • Trennung (Freundschaft kündigen, Enttäuschung ...)
    bis hin zu
  • Affekthandlungen (schlechte Laune, Reizbarkeit, alter Ärger im Hintergrund ...)


Was Mediation in Schule leisten kann:

  • Mediation erlaubt es, Einsicht zu gewinnen, dass jeder Mensch nicht nur Opfer des Geschehens ist, sondern auch, wenn auch teilweise unbewusst, Urheber.
  • Die Einsicht in die eigenen Anteile bei einem Konflikt erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass eine soziale Entwicklung eingeleitet wurde, die in den nächsten Konflikt hineinwirkt.
  • Das Einverständnis, zu einer einvernehmlichen Lösung zu gelangen, fördert die Kooperationsbereitschaft und stärkt das Selbstwertgefühl.
  • Eigenständig gefundene Lösungswege sind von längerer Dauer, weil sie Bedingung sind für deren Einhaltung.


Ein Zusammenleben mit anderen kann nie konfliktfrei verlaufen, aber die Schule sollte den Rahmen bieten, in dem ein konstruktives Umgehen mit Konflikten erlernt werden soll, um eine KONSTRUKTIVE STREITKULTUR zu entwickeln.