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Polnisch-Unterricht

Im Mittelpunkt: Das sogenannte "Weimarer Dreieck" Paris - Berlin - Warschau mit einem Bevölkerungsanteil von nicht weniger als 180 Millionen Menschen. Erwartet wird, dass von diesem Dreieck, zu dem Polen als vollwertiges EU-Mitglied zählt, kräftige Impulse für die Entwicklung der gesamten Union ausgehen. Hoffnungen knüpfen sich auch an die dynamische Entwicklung des Wirtschaftsraumes zwischen Szczecin (Stettin) - Berlin - Dresden - Wroclaw (Breslau) - Poznan (Posen) - Gdansk (Danzig), der sich im Rahmen der Oderpartnerschaft zu einem informellen Bündnis zusammen gefunden hat.

Für Wirtschaftsexperten, Bank- und Versicherungskaufleute, für Fachkräfte aus Tourismus, Gastronomie und Transportwesen, für zahlreiche Branchen zeichnen sich hier erweiterte Perspektiven für die wirtschaftliche Entwicklung und berufliche Perspektiven ab.

 

Biotechnologisches Labor

Über 1.000 Schülerinnen und Schüler in Brandenburg haben die handfesten Karriereaussichten, die sich mit der Kenntnis der polnischen Sprache verbinden, schon erkannt: Sie lernen Polnisch im Pflicht- oder Wahlpflichtunterricht. Dazu kommen noch die Schülerinnen und Schüler, die sich in Arbeitsgemeinschaften, in der Begegnungssprache und anderen außerunterrichtlichen Bereichen mit der polnischen Sprache befassen - zusammen ein Kreis von gegenwärtig (Schuljahr 2008/2009) knapp 2.500 Schülerinnen und Schülern.
 

Wer sich in der globalisierten Welt kompetent und erfolgreich bewegen will, sollte über ein komplexes und möglichst "zeitnahes" Qualifikationsgefüge verfügen können. Umfassende Fremdsprachenkenntnisse gehören dazu. Sich in der englischen Sprache verständigen zu können, wird immer weniger ein besonderer Bonus sein, sondern eine Selbstverständlichkeit, nach der gar nicht erst gefragt wird.

 

Umso chancenreicher diejenigen, die über das selbstverständliche Repertoire hinaus weitere Fremdsprachen beherrschen. Der Prozess der europäischen Integration, der auch in den letzten Jahren in die Aufnahme von Staaten Mittel- und Osteuropas in die EU mündete, wird nicht ohne Einfluss bleiben auf die gängige Westorientierung. Das gilt gleichermaßen für Leben und Arbeiten wie auch für das Lernen.

Wer neben westlichen Fremdsprachen beispielsweise auch Polnisch beherrscht, hat künftig eindeutig bessere Chancen auf einem erweiterten Arbeitsmarkt. Gleich, ob es darum geht, sich nach der 10. Klasse, nach dem Abitur oder erst nach einem Studium auf dem Arbeitsmarkt behaupten zu müssen.

 

Es gilt, "Sprache als Chance" zu erkennen, insbesondere dann, wenn es sich um die Sprache des Nachbarn handelt; sie ist der Schlüssel für verbesserte Verständigungsfähigkeit, größere Offenheit der Menschen untereinander; vielfältige Sprachenkenntnisse sind ist nicht zuletzt Garant für berufliche Perspektive und beruflichen Erfolg. Schon heute sind schätzungsweise über 8.000 deutsche Firmen auf dem polnischen Markt tätig; viele Menschen haben bereits das Polnisch-Zertifikat für in Polen arbeitende Ausländer erworben, um den täglichen beruflichen Anforderungen besser gerecht zu werden. 

In der Sekundarstufe I (Klassen 7 - 10) können Schülerinnen und Schüler an einigen Schulen des Landes Brandenburg Polnisch als weitere, 2. oder 3. Fremdsprache lernen. So wird Polnisch im Rahmen des Unterrichts in der 2. Fremdsprache gegenwärtig an einigen weiterführenden Schulen angeboten, darunter auch denen mit Deutsch-polnischen Schulprojekten.

Gdansk, Altstadt

Darüber hinaus gibt es landesweit eine ansehnliche Zahl weiterführender Schulen, an denen Schülerinnen und Schüler im Rahmen außerunterrichtlicher Arbeitsgemeinschaften freiwillig Polnisch lernen. Hier wird angestrebt, Polnisch in das Fremdsprachenangebot der Schulen aufzunehmen und damit zum Bestandteil der Unterrichtsfächer werden zu lassen.

 

Um in den Regionen des Landes Brandenburg ein für Schülerinnen und Schüler sowie Eltern attraktives Unterrichtsangebot in Fremdsprachen unter Berücksichtigung der Sprachenvielfalt zu gewährleisten, ist es sehr wichtig, dass sich Schulleiterinnen und -leiter gemeinsam mit den zuständigen Staatlichen Schulämtern konzeptionell dazu abstimmen, an welchen Schulstandorten Polnisch in das Fremdsprachenangebot der jeweiligen Schule(n) aufgenommen wird.

 

Kraków, Wawel-Schloss

Schülerinnen und Schülern, denen der "Sprung" in die gymnasiale Oberstufe gelungen ist, müssen zwei Fremdsprachen bis zum Abitur  belegen, von denen eine Polnisch sein kann. Bereits in den Jahrgangsstufen 7 bis 10 erworbene Polnisch-Kenntnisse sind der übliche Fall. Aber auch Schülerinnen und Schüler ohne Polnisch-Unterricht bis zur gymnasialen Oberstufe haben an einigen Schulen mit gymnasialer Oberstufe die Möglichkeit, Polnisch als neu beginnende Fremdsprache mit erhöhter Wochenstundenzahl bis zum Abitur zu lernen.

Das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg misst dem Ausbau des Polnisch-Unterrichtes einen hohen Stellenwert zu. Als sehr hilfreich erwiesen hat sich in diesem Zusammenhang die Tätigkeit polnischer Fremdsprachenassistentinnen und -assistenten, die seit bald zehn Jahren systematisch für den Einsatz an Schulen des Landes angeworben werden. Sie haben sich als Sympathieträger um die Verbreitung des Polnischen an den Schulen des Landes verdient gemacht und bereichern den Polnisch-Unterricht um das nötige muttersprachliche Element.