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Safer Internet Day 2013: Projekttag zum Thema "Rechtsextremismus im Netz"

Dokumentation: Brandenburger Projekttag "Rechtsextremismus im Netz"

Dokumentation der Veranstaltung im Land Brandenburg zum Safer Internet Day 2013 am 5. Februar 2013: „Rechtsextremismus im Netz - Seiten, Kampagnen, Verschwörungstheorien“

Unter der Schirmherrschaft des Brandenburger Landtagspräsidenten Gunter Fritsch fand als Kooperation der Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) und der Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg e. V. (AKJS) am 5. Februar 2013 im Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ) die zentrale Brandenburger Veranstaltung zum internationalen Safer Internet Day mit dem Thema „Rechtsextremismus im Netz - Seiten, Kampagnen, Verschwörungstheorien“ statt.

Die teilnehmenden jungen Erwachsenen, die ein Freiwilliges Soziales bzw. Ökologisches Jahr oder einen Bundesfreiwilligendienst in Brandenburg ableisten, beschäftigten sich u.a. damit, wie Nutzer die Profile von Rechtsextremisten in sozialen Netzwerken erkennen können, welche Themen rechtsextreme Gruppen in sozialen Netzwerken bevorzugt aufgreifen und wie die Nutzer darauf reagieren können.

Marion Vogdt, Mitglied des Präsidiums des Brandenburger Landtags
, rief in Ihrer Begrüßung dazu auf, sich gegen Intoleranz im Netz zu verbünden: „Nur mit gelebter Zivilcourage auch und gerade im weltweiten Netz kann es gelingen, ein tolerantes und weltoffenes Meinungsklima aufrechtzuerhalten.“

Dr. Kai Brinckmeier wies in seinem Eröffnungsvortrag darauf hin, eine zentrale Strategie von Rechtsextremisten habe immer darin bestanden, jugendkulturelle Entwicklungen, Trends und Szenen aufzugreifen und zu infiltrieren, um jugendlichen Nachwuchs zu ködern: „Das eigentlich Neue am aktuellen Rechtsextremismus ist seine Internetnutzung weil sie die Rekrutierung - vor allem von Jugendlichen - erleichtert, den internen Zusammenhalt der rechten Szene durch Vernetzung stärkt und neue Lebenswelten schafft.“

Wie Rechtsextremisten versuchen, Nutzer in sozialen Netzwerken über speziell aufgebaute Angebote und Auftrittsarten zu erreichen, konnten die Teilnehmer in verschiedenen Arbeitsgruppen unter Leitung derAmadeu Antonio Stiftung diskutieren und erhielten einen Überblick zu Auftrittsformen, Zielen und Strategien. Diskutiert wurde auch, was die Betreiber der Plattformen gegen rechtsextreme Aktivitäten tun, welche Gegenaktivitäten es schon von zivilgesellschaftlicher Seite gibt und welche Optionen die Teilnehmer der Workshops selbst haben.

Dr. Silke Wolf vom Verfassungsschutz Brandenburg gab einen Überblick zur aktuellen Lage und gegenwärtigen Trends in Brandenburg. Sie erläuterte, was es mit dem Begriff der „Volksgemeinschaft“ auf sich hat und welche neue Dimensionen der Ge-waltbereitschaft die rechte Szene im Zusammenhang mit den Vorgängen um die Lau-sitzer Rundschau zeige.

In einer Abschlussrunde hatten die Teilnehmer die Gelegenheit, ihre Ergebnisse aus den Arbeitsgruppen mit den bildungs‐ und jugendpolitischen Sprechern der Brandenburger Landtagsfraktionen und mit Sabine Frank, Leiterin Jugendschutz und Medienkompetenz der Google Germany GmbH, zu diskutieren. Sie betonte, dass etwa die You-Tube-Nutzungsbedingungen und die Community-Richtlinien unmissverständlich das Einstellen von bestimmten Inhalten wie zum Beispiel Videos, die Hassbotschaften gegen bestimmte Gruppen oder Volksverhetzung aufweisen, untersagen. Dies gelte ebenso für verbotene rechtsextreme Musikstücke.


Zum Safer Internet Day
In mehr als 90 Ländern weltweit machen am Safer Internet Day Aktionen und Veranstaltungen auf das Thema Internetsicherheit aufmerksam. Ziel des Aktionstags ist es, den verantwortungsvollen Umgang mit dem Internet und den neuen Medien zu fördern. Er steht in diesem Jahr unter dem Leitmotiv „Connect with respect“.

Zu den Veranstaltern
Die Medienanstalt Berlin-Brandenburg (mabb) ist die gemeinsame Medienanstalt der Länder Berlin und Brandenburg. Ihre Regulierungsaufgaben (Lizenzierung und Aufsicht über private Rundfunkprogramme, Nutzung von Rundfunkfrequenzen, Zugang zu digitalen Plattformen) nimmt sie bei bundesweiten Veranstaltern und Plattformen zusammen mit den gemeinsamen Organen der Medienanstalten der Länder wahr. Entsprechend ihrem gesetzlichen Auftrag fördert die mabb in Berlin und Brandenburg Medienkompetenz und -ausbildung sowie Projekte mit neuen Übertragungstechniken. Der Erfüllung dieser Aufgaben dienen als Einrichtungen in Trägerschaft der mabb ALEX Offener Kanal Berlin und das Medieninnovationszentrum Babelsberg (MIZ).

Die Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg ist anerkannter freier Träger der Kinder- und Jugendhilfe im Land Brandenburg. Sie bietet Beratung sowie Fortbildungen für Fachkräfte an und hat bereits eine Vielzahl von Projekten durchgeführt. Schwerpunkte der Tätigkeit im Rahmen des Kinder- und Jugendschutzes bilden die Arbeitsfelder Suchtprävention, Gewaltprävention und Jugendmedienschutz. Die AKJS koordiniert landesweit medienpädagogische Elternabende in Bildungseinrichtungen. Zu ihren Aufgaben gehören außerdem die Arbeit als Jugendschutzsachverständiger und die Vertretung der Obersten Landesjugendbehörde Brandenburg bei den Einrichtungen der Freiwilligen Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK) und der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK).

Rechtsextremismus im Netz – Neue Materialien für Schulen und Eltern bei klicksafe.de

Wie agieren Rechtsextreme im Internet? Wie sieht ein typisches Profil aus? Welche Themen bevorzugen Neonazis eigentlich? Im Netz entstehen nicht nur ständig neue Kampagnen, WebTV-Sender und Gruppierungen, die Auftritte werden auch immer professioneller und ansprechender aufbereitet.

Das Internet ist heute das wichtigste Propagandamittel der Rechtsextremen. Die rechtsextremen Mechanismen sind dabei so raffiniert, dass selbst Erwachsene sie auf den ersten Blick nicht durchschauen. Jugendliche, die noch auf der Suche nach der eigenen Identität und einem (politischen) Weltbild sind, fängt man besonders leicht. Im Netz sind außerdem nicht nur praktisch alle Jugendlichen erreichbar, sondern es ist auch geradezu ideal, um rechtsextreme Inhalte subtil und jugendaffin zu vermitteln. Die Internetpräsenzen von Rechtsextremen sehen mitunter harmlos aus, modern und jugendlich – und doch ist die Ideologie dahinter immer die gleiche: antidemokratisch, fremdenfeindlich, rassistisch.

Die nationale Plattform für Internetsicherheit klicksafe.de hat das Thema Rechtsextremismus im Netz in den Mittelpunkt der Aktionen zum „Safer Internet Day 2013“ gestellt. In Potsdam fand ein Projekttag „Rechtsextremismus im Netz - Seiten, Kampagnen; Verschwörungstheorien“ statt.
Sowohl für Eltern als auch für Schulen hat klicksafe umfangreiche Informationen und neue Materialien zur Bestellung und zum Download bereitgestellt. (Quelle: klicksafe.de/Aktion Kinder- und Jugendschutz Brandenburg)

Übersichtsseite zum Thema: www.klicksafe.de/rechtsextremismus

Materialien

-    Safer Internet Day in Brandenburg „Rechtsextremismus im Netz“
bildungsserver.berlin-brandenburg.de/10482.html

Weitere interessante Webseiten


www.amadeu-antonio-stiftung.de
http://no-nazi.net
www.netz-gegen-nazis.de
www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus
www.dasversteckspiel.de
www.soziale-netzwerke-gegen-nazis.de