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Lesen in allen Fächern

Texte, die im Unterricht der Sachfächer verwendet werden, haben verschiedene Funktionen und unterschiedliche Strukturen. Sie zeichnen sich durch eine hohe Informationsdichte und durch große Komplexität aus. Hinzu kommen viele Fachbegriffe. In einem naturwissenschaftlichen Text ist ca. jedes 6. Wort ein Fachbegriff, jedes 25. Wort ein neuer Fachbegriff. Für das Verstehen dieser Texte ist eine fachspezifische Lesekompetenz wichtig, die nur im Fachunterricht im Umgang mit diesen Texten erworben werden kann. In diesem Zusammenhang sind die Entwicklung von Lesestrategien sowie der Einsatz von Aufgaben zur Texterarbeitung von Bedeutung. 

Die Durchführung eines Leseszenariums empfiehlt sich bei Texten mit komplexen und/oder abstrakten Inhalten, die für das jeweilige Fach von zentraler Bedeutung sind. Für heterogene Lerngruppen ist diese Methode geeignet, weil sowohl nach Niveau als auch interessenbezogen differenziert werden kann.

Das Erschließen von komplexen und formalisierten Texten stellt im Fachunterricht hohe Anforderungen an die Schülerinnen und Schüler. Hier bietet sich der Einsatz der kooperativen Lesemethode „reziprokes Lesen“ an, da die Schülerinnen und Schüler im Austausch – wechselseitig aufeinander bezogen – die Inhalte besser verstehen und Verständnisprobleme schnell klären können.

Viele Teilkompetenzen müssen entwickelt sein, um Diagramme erfolgreich zu lesen und zu verstehen. Mit Hilfe von Lernlandkarten und Referenzaufgaben werden sie individuell eingeübt. 

Lesestrategien sind Handlungen mit denen Leser und Leserinnen einen Text inhaltlich erschließen. Kompetente Leser haben Lesestrategien habitualisiert, sie wenden sie an, ohne jeden Schritt über jeden Schritt nachzudenken. Dennoch sind Lesestrategien bewusstseinsfähig, man kann über ihre Effektivität reflektieren. Zu den wichtigsten Lesestrategien gehören zum Beispiel:

  • Vorwissen aktivieren 
  • "Verstehensinseln" und "Unverstandenes" wahrnehmen
  • unbekannte Wörter/Begriffe klären
  • Text gliedern, Überschriften zu Abschnitten formulieren
  • wichtige Wörter markieren
  • Inhalt zusammenfassen
  • Strategien auswerten (Metakognition)

Im Lesecurriculum werden Instrumente  präsentiert, mit denen Schülerinnen und Schüler Lesestrategien einüben können: LesepilotLeselotseLeseNavigator und Lesezeichen.

Leseaufgaben steuern und unterstützen das Textverstehen, indem sie das Leseziel bestimmen. Dabei werden drei verschiedene Kategorien unterschieden: 

  • Aufgaben, die Vorwissen aktivieren und bereitstellen (vor dem Lesen subjektives Hintergrundwissen aktivieren und für sprachliche/inhaltliche Hürden Wissen bereitstellen)
  • Aufgaben, die dazu beitragen Texte zu analysieren und zu erschließen (Inhalte in eine andere/eigene, mündliche/schriftliche Darstellungsform überführen) und 
  • Aufgaben, die Anschlusskommunikation initiieren (über Gelesenes/Präsentiertes sprechen - in wechselnden Sozialformen)

Im Lesecurriculum werden Beispielaufgaben präsentiert, die diese drei Kategorien an konkreten Texten veranschaulichen. Es gibt Aufgaben zu literarischen Texten sowie Aufgaben zu kontinierlichen Sachtexten und Aufgaben zu nicht-kontinuierlichen Sachtexten.