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Schulentwicklung - Sprachbildung

Schulentwicklung

Es ist die Aufgabe aller Schulstufen und Fächer, den Unterricht sprachförderlich zu gestalten sowie Schülerinnen und Schüler individuell zu fördern, Fachsprache zu vermitteln und Mehrsprachigkeit zu unterstützen. Damit das gelingt, sind schulinterne Absprachen nötig. In einem Schulentwicklungsprozess wird die Qualität des Unterrichts und der außerunterrichtlichen Sprachförderung in den Blick genommen.

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Eine flexible und sichere Sprachkompetenz ist von entscheidender Bedeutung für die individuelle Identitätsbildung sowie für die Teilhabe an Gesellschaft und Kultur. Sie ist eine Grundvoraussetzung für lebenslanges Lernen. Sprachbildung ist daher Teil von Bildung insgesamt und Aufgabe aller Beteiligten.

Der Teil B des Rahmenlehrplans beschreibt unter anderem Standards für die Sprachbildung auf zwei Stufen. Diese Standards dienen als Grundlage für die fachliche Arbeit, aber auch für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler über den Fachunterricht hinaus. Fachspezifische und fachübergreifende Maßnahmen zur Sprachbildung werden im schulinternen Curriculum festgehalten.

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Entwicklung eines Sprachbildungskonzepts

Für Berliner Schulen, die Sprachförderressourcen erhalten, ist die Erarbeitung eines schuleigenen Sprachbildungskonzeptes verbindlich. Damit ist die Überzeugung verbunden, dass ein strukturiert durchgeführter Planungsprozess zu einer Qualitätsverbesserung des Unterrichts führt: Ausgehend von einer Bestandsaufnahme der Rahmenbedingungen (Ressourcen und Anforderungen) einer Schule werden Fördermaßnahmen geplant (Inhalte und Organisationsformen), die am Ende des Schuljahres schulintern auf ihre Wirksamkeit hin betrachtet und ggf. neuen Umständen oder Einsichten angepasst werden. Im schulinternen Sprachbildungskonzept werden die Ergebnisse der Entwicklungsprozesse verschriftlicht und allen Beteiligten zur Kenntnis gegeben - dem pädagogischen Personal, den Schülerinnen und Schülern und den Eltern.  

Professionelle Lerngemeinschaften

Bei der Erarbeitung eines Sprachbildungskonzepts können professionelle Lerngemeinschaften hilfreich sein. Je mehr Fachbereiche und Klassenstufen vertreten sind, desto besser kann die Durchgängigkeit gewährleistet werden.

Gestaltung der Übergänge

Um Kindern eine erfolgreiche Bildungsbiografie zu ermöglichen, soll die Bildungs- und Erziehungsqualität in den Kindertagestätten und Grundschulen gestärkt sowie der Übergang der Kinder von der Kita in die Grundschule verbessert werden. In Kooperation von Kitas und Grundschulen wird die Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses angestrebt. In Berlin ist vor dem Schulanfang ist im Rahmen der Schuleingangsuntersuchung die Sprachstandsfeststellung "Deutsch Plus" vorgeschrieben, deren Ergebnis dazu führen kann, dass Eltern verpflichtet werden, ihre Kinder in einen Sprachförderkurs zu schicken. Es soll sichergestellt werden, dass die Kinder am künftigen Unterricht erfolgreich mitarbeiten können. In Brandenburg wird im Jahr vor der Einschulung der Sprachstand aller Kinder untersucht.

Individuelle Lernstandsanalysen (LauBe, ILeA) am Schulanfang oder im Laufe der Schuljahre (ILeA 3 und 5) dienen der einzelnen Lehrkraft dazu, die individuelle Lernausgangslage der Kinder ihrer Klasse zu erheben um diese mit den Anforderungen der Jahrgangsstufe und der Bildungsstandards abzustimmen und um so Kinder sicherer zum Erreichen der Bildungsstandards zu führen.

Um die Lehrkräfte dabei zu unterstützen, die individuellen Lernvoraussetzungen ihrer neuen Schülerinnen und Schüler zu Beginn der Jahrgangsstufe 7 (Lernausgangslage 7) besser zu erkennen und diese mit den neuen Anforderungen vertraut machen zu können, werden für Berliner und Brandenburger Schulen Schüler- und Lehrerhefte mit standardorientierten Aufgaben und Hinweisen zur Förderung der Schülerinnen und Schüler in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch bereit gestellt.

Elternbeteiligung

Eltern sind wichtige Partner in der Sprach- und Leseförderung. Untersuchungen zeigen, dass die Familie die früheste und wichtigste Instanz für die literale Entwicklung ist. Eltern sind (Lese-)Vorbilder und können frühe Sprach- und Schrifterfahrungen fördern.

„Family Literacy" ist ein generationsübergreifender Ansatz zur Förderung der Schriftsprachkompetenz von Familien durch niedrigschwellige, persönlichkeits- und handlungsorientierte Angebote. Diese richten sich an Eltern von Kindern im Vorschul- und im Schulalter. Die Eltern werden als Partner verstanden und aktiv in die Unterstützung der Kinder einbezogen. In der Projektarbeit haben sie die Möglichkeit, konkrete Strategien und Methoden kennen zu lernen, um die Kinder zuhause beim Lernen zu unterstützen. Family Literacy strebt die Öffnung der Schulen für die Eltern an, um so die Kooperation zwischen Schule und Familien bei der Sprachförderung zu verbessern.

Im Lesecurriculum auf dem bbb werden Projekte mit Family-Literacy-Ansatz vorgestellt.