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Fachtagung Alphabetisierung und Zweitspracherwerb 2014

Fachtagung Alphabetisierung und Zweitspracherwerb

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am 2. Dezember 2014 

im Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg    

 

 

Die Einladung richtete sich an Berliner Lehrkräfte in Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse in der Primar- und Sekundarstufe. Ca. 80 Teilnehmerinnen und Teilnehmer  waren der Einladung mit Interesse gefolgt.   
Vor dem Hintergrund einer stetig zunehmenden Zahl zugewanderter Kinder und Jugendlicher ohne Deutschkenntnisse bzw. mit geringen Kenntnissen der deutschen Sprache standen die Alphabetisierung und der Schriftspracherwerb im Mittelpunkt der Tagung. Inhaltlich rankte sich der Tag um das Thema „Unterwegs sein“.
  

Marion Gutzmann (LISUM) eröffnete die Tagung und begrüßte die Gäste. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer fanden auf ihrem Platz einen Kofferanhänger vor, jeweils mit unterschiedlichen Bildern von Reisegruppen auf einem Flughafen. Anhand der Impulsfragen auf dem Kofferanhänger „Wer sind sie? Woher kommen sie? Wohin reisen sie?“ tauschten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in einer Murmelrunde über ihre Wahrnehmungen und Gedanken zum Rahmenthema „Unterwegs sein“ aus.
  

Dr. Ellen Schulte-Bunert (Universität Flensburg) hielt einen Vortrag zum Thema „Schriftspracherwerb in der Zweitsprache Deutsch in heterogenen Sprachlernklassen“ (pdf - 6 MB).     

   
Der Wissenserwerb erfolgt in unserem Schul- und Bildungssystem zu einem großen Teil auf der Grundlage von schriftlichen Texten. Lerner können diesen Texten aber nur dann Wissen entnehmen, wenn sie eine Lesekompetenz in der deutschen Sprache erworben haben. Dazu gehört in erster Linie die Lesetechnik, d.h. die Beherrschung der Laut-Zeichen-Beziehung (Phonem-Graphem-Korrespondenz) der deutschen Sprache. Je nachdem, welche Vorerfahrungen die Lerner mitbringen (noch in gar keiner Sprache und Schrift Alphabetisierte, in einer lateinischen Schrift Alphabetisierte, in einer anderen Buchstabenschrift Alphabetisierte etc.), haben unterschiedliche Gruppen spezielle Lernziele.   

  

Für alle Gruppen gilt dagegen gleichermaßen: Da sich die Schriftsprache nur auf der Basis mündlich verarbeiteter Sprache entwickeln kann, muss der Schriftspracherwerb in eine permanente und konsequente Erweiterung und Differenzierung der Deutschkenntnisse (Wortschatz und grammatische Strukturen) eingebettet sein. 
Nach welchen Methoden und mit welchen Medien und Materialien sollte man arbeiten, um Seiteneinsteiger möglichst rasch an die deutsche Schriftsprache heranzuführen? 

Der Vortrag von Dr. Schulte-Bunert wurde durch Großraumworkshop-Phasen unterbrochen, in denen die Teilnehmenden verschiedene Experimente mit Wörtern durchführten.
  

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Nach dem Mittagessen gaben drei Workshops zahlreiche Anregungen für die Praxis. 

Workshop 1: Basale Lesefähigkeiten erwerben – „Unterwegs sein“

Silke Donath, Marion Gutzmann, Maria Greckl   

  
Die Übungen des Workshops waren durch eine Präsentation in einen theoretischen Rahmen eingebettet.

  

Basale Lesefähigkeiten (ppt - 1,2 MB)

  

Workshop 2: Basale Lesefähigkeiten erwerben – „Unterwegs sein“

Kirsten Jungschlaeger, Ines List, Martina Reynders

  
Dieser Workshop hatte den gleichen Inhalt wie der Workshop 1.
  

Basale Lesefähigkeiten (ppt - 1,2 MB)

  

Workshop 3: Mit dem Lapbook unterwegs sein: Wo komme ich her?

Regina Pols
  
Im Workshop wurden zuerst verschiedene Lapbooks vorgestellt und anschließend diverse Präsentationsformen von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern selbst gefaltet, mit denen sie ein eigenes Lapbook für die Arbeit in ihren Lerngruppen gestalteten.
  

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Bilanz

Insgesamt wurde die Tagung von den Teilnehmenden als anregend für ihre Arbeit  in Lerngruppen für Neuzugänge ohne Deutschkenntnisse eingeschätzt.
Viele der Teilnehmenden unterstrichen damit den Wunsch nach weiteren Unterstützungsangeboten.