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Die Schulische Prävention im Land Berlin

Die Schulische Prävention im Land Berlin

Die Schulische Prävention in Berlin bietet allen schulischen Beteiligten eine qualifizierte Unterstützung und Begleitung für alle gesundheitsförderlichen Aktivitäten. Im Land Berlin liegt die Zuständigkeit für die Schulische Prävention bei der Schulpsychologie  in  der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie.

Die Ziele der Schulischen Prävention

Die Schulische Prävention umfasst alle Angebote und Maßnahmen, die zur Gesunderhaltung aller an Schule Beteiligten umgesetzt werden. Ziel ist die Ausbildung von Gesundheitskompetenzen, die sich im persönlichen Bereich der Menschen und im organisatorischen Bereich der Schule ausbilden. Gesundheit wird hier als Grundvoraussetzung des schulischen Lernens und Lehrens verstanden. Messbar wird die Schulische Prävention in dem subjektiv wahrgenommenen Wohlbefinden und der ausgeformten Zufriedenheit jedes Einzelnen in der Schule. Sich Wohlfühlen in der Schule lässt die Identität mit der Schule als Gesundheits- und Lernraum steigen und führt dazu, dass selbstbestimmt Handlungswege geplant und beschritten werden.

Die Schulische Prävention orientiert sich an der Definition der Weltgesundheitsorganisation (WHO, 1986), die Gesundheit als physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden deklariert. 

Die Leitlinien der Schulischen Prävention

Die Schulische Prävention begrenzt sich nicht nur auf die Schule. Damit Gesundheit praktikabel wird und gelingt, sollte ein Gleichschritt des bespielhaften Handelns im schulischen und familiären Lebensraum angestrebt werden. Damit greift die Schulische Prävention über den Freizeitbereich auch in den familiären Bereich mit ein. Ferner werden die räumlichen und zeitlichen Bedingungsfelder und sozialen Verhältnisse (Verhältnisprävention) genauso berücksichtigt wie individuelle Bedürfnisse, Ressourcen, Handlungswege und Kompetenzen (Verhaltensprävention).
 

 

 

 

 

 

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Die Grundlagen der Schulischen Prävention

Die Schulische Prävention in Berlin basiert auf der Definition der Ottawa-Charta Weltgesundheitsorganisation (WHO,1986), die Gesundheit als physisches, psychisches und soziales Wohlbefinden deklariert. Auch die Jakarta-Deklaration der WHO aus 1997, die "Gesundheit als ein grundlegendes Menschenrecht" und "Gesundheitsförderung als eine Schlüsselinvestition" betrachtet:

"Gesundheitsförderung ist ein Prozess, der Menschen befähigen soll, mehr Kontrolle über ihre Gesundheit zu erlangen und sie zu verbessern." (zitiert von Seite 2)

  

Das von der WHO 1998 erarbeitete Konzept zu Gesundheit 21 fordert:

"Das konstante oberste Ziel lautet, für alle das volle gesundheitliche Potential zu erreichen."

Ein Hauptziel lautet: Die Gesundheit der Bevölkerung während der gesamten Lebensspanne zu fördern und zu schützen

 

Als ethische Grundlage von Gesundheit 21 heißt es:

  • Gesundheit als ein fundamentales Menschenrecht,
  • gesundheitliche Chancengleichheit und Solidarität
  • Partizipation und Rechenschaftspflicht des einzelnen wie auch von Gruppen,  
  • Institutionen und Gemeinschaften in Hinsicht auf eine kontinuierliche
  • gesundheitliche Entwicklung." (zitiert aus Gesundheit 21 der WHO 1998, S. 8, 9)

Die Kultusministerkonferenz  (KMK) hat am 15. November  2012 eine  Empfehlungen zur Gesundheitsförderung und Sucht- und Gewaltprävention  sowie zum  Sozialen Lernen in der Schule beschlossen, die sich in der Umsetzung der Schulischen Prävention in Berlin widerspiegeln 

Gesundheitsförderung wird in der KMK analog zum Begriff Prävention genutzt. Dem gegenüber steht die Intervention mit kurativen Maßnahmen als vermittelnder Eingriff auf das Gesundheits- und/oder Krankheitsverhalten. 

Nach dem Salutogenen Ansatz von ANTONOVSKY, dem Grundsatz des Vertrauens in die Sinnhaftigkeit, Verstehbarkeit und Machbarkeit, bietet die Schulische Prävention ausnahmslos allen an Schule Beteiligten die Partizipation und Mitbestimmung an.

Dieser Grundsatz des Vertrauens, als Sence of Coherence ähnelt im Prinzip Pestalozzis Dreiteilung zum Lernen mit Kopf (Verstehbarkeit), Herz (Sinnhaftigkeit) und Hand (Machbarkeit).

 

"Gesundheitsförderung und Prävention sind integrale Bestandteile von Schulentwicklung. Sie stellen keine Zusatzaufgaben der Schulen dar,  sondern gehören zum Kern eines jeden Schulentwicklungsprozesses. Die Qualität von Schule wird wesentlich von Schulklima und Lernkultur bestimmt. Respekt und Wertschätzung, Beteiligung und Verantwortung sind prägende Elemente einer gesundheitsförderlichen Schulkultur." (zitiert aus KMK-Empfehlungen  2012, S. 2)

 

 

In Berlin hat Prävention in den Schulen eine lange Tradition. Sie ist analog im Schulgesetz für das Land Berlin aus 2004 verankert und für alle Schulen bindend. Hinweise auf Präventionsmaßnahmen sind erläutert unter § 4 Grundsätze der Verwirklichung verdeutlicht. Im § 12 zu den Unterrichtsfächern und der Aufgabengebiete stehen sowohl die Gesundheitsförderung als auch die Erziehung zu Bewegung und Sport im Mittelpunkt. Im § 52 zur Schulgesundheitspflege und zu Untersuchungen wird durch Schulärztinnen und Schulärzte sowohl Maßnahmen zur Gesundheitsförderung als den Fragen zu gesunder Ernährung Beachtung geschenkt.

Die Schulische Prävention als Bestandteil der Schulentwicklung

Die Schulische Prävention versteht sich als ein integrativer und nachhaltiger Bestandteil der Schulentwicklung. Sie stellt keine Zusatzaufgabe dar, sondern gehört zum Kern eines jeden Schulentwicklungsprozesses. Die Qualität von Schule wird wesentlich von Schulklima und Lernkultur bestimmt. Respekt und Wertschätzung, Beteiligung und Verantwortung sind prägende Elemente einer gesundheitsförderlichen Schulkultur. Voraussetzung dafür ist ein entwickeltes schulinternes Qualitätsmanagement, welches sich auf Standards für die Leistungen der Schule bezieht. Damit ist Gesundheit auch ein Thema für schulische Führungskräfte, die diese Prozesse und Entwicklung leiten.