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Die Bewegungsbildung

Bewegung als körperliche Aktivität unterstützt die ganzheitliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sie wird seit der Geburt eingeübt und altersgerecht vervollkommnet. Körperliche Aktivität fördert die Durchblutung des Gehirns und die Aktivierung der Nervenzellen, die sich dadurch rascher erneuern und vernetzen.

Hintergrund

Bewegung ist ein Grundbedürfnis, das der Organismus ausleben will und muss. In Bewegung erhöht sich die Durchblutung des Gehirns um 25% gegenüber dem Ruhezustand.  Daraus folgt, dass das Gehirn besser mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt werden kann. Das wirkt sich positiv auf die Gedächtnisleistung aus. Die ADH-Konzentration, Adrenalin und Noradrenalin im Blut werden erhöht, so dass die im Gedächtnis gespeicherten Informationen schneller abgerufen werden können. Die Leistung des Gedächtnisses und die emotional wahrgenommene Lernsituation verdichten sich; Schülerinnen und Schüler können sich auf den Unterricht besser konzentrieren. Die psychischen Effekte beziehen sich auf die Belastbarkeit, Motivation und Stimmung. Die Schülerinnen und Schüler werden belastbarer und motivierter und Dis-Stress-Situationen können besser ausgehalten und bearbeitet werden.

In der Schulpraxis ist mehr und mehr anzutreffen, das innerhalb der Schulstunde kleine Bewegungsübungen als Bewegungspausen integriert werden.  

Einflussfaktoren und Rahmenbedingungen

  • Die Sinne werden geschärft, die Koordination und Körperwahrnehmung geschult und gefördert →  Informationen können über das Gehirn besser verarbeitet werden
  • Die motorischen Fähigkeiten werden vervollkommnet   → die Feinmotorik wird verbessert
  • Die Bewegungsintensität wird über Wiederholungen ergänzt und verinnerlicht, → Risikosituationen können besser eingeschätzt werden und persönliche Ressourcen gefestigt werden
  • Die Integration in den Schulalltag erleichtert es den Beteiligten, im Klassenraum, auf dem Schulhof oder im Hort ihre Erfahrungen direkt vor Ort zu machen. Sie gliedern ihre Erfahrungen in den Schulalltag ein und assoziieren darüber ihre Erkenntnisse zu ihrem individuell persönlichen Bewegungsmuster

 

Bewegungsziele zum Verbessern der Bewegungskompetenz

Verhältnispräventive Ziele: Die Schule stellt den Schülerinnen und Schülern bedarfs- und bedürfnisgerechte Bewegungsräume und -zeiten zur Verfügung. Sie stellt ein altersgerechtes Angebot für Pausenspiele bereit.

Verhaltenspräventive Ziele: Die Schülerinnen und Schüler nutzen schulinterne Bewegungsangebote und vervollkommnen vorhandene Übungsmuster. Sie trainieren auch außerhalb vom Setting Schule ein kontinuierliches Bewegungsverhalten ein und orientieren sich z. B. an der AID-Bewegungspyramide, treten einem Sportverein bei oder verabreden sich mit Gleichaltrigen zu Bewegungsspielen im Freien.

Ziele zur Verbesserung der Bewegungskompetenz 

  • Spaß an Bewegung haben   Lebensqualität
  • Nutzung der vorhandenen zeitlichen und räumlichen Möglichkeiten → Kreativität und Gestaltungsspielraum, Wiederholbarkeit → Trainingseffekt
  • Motorische Fähigkeiten, Visuomotorik und Koordination werden langfristig über Übungsprogramme verbessert → Gewohnheitseffekt → Programme werden involviert 
  • Alle sozialen Schichten werden integriert → Partizipation und Integration
  • Bei der Auswahl einer AG wird Vorlieben Priorität gewährt → Eigeninitiative und Selbst- und Entscheidungskompetenz
  • Schülerinnen und Schüler wählen kontinuierlich und selbstbestimmt ihre Bewegungsschwerpunkte → Selbstmanagement, Selbstvertrauen und Verantwortungsbewusstsein sowie Ausprägung der Eigenverantwortung
  • Sie entscheiden partizipativ Planungs- und Durchführungsprozesse
  • Bewegungsfertigkeiten werden ausgeprägt → die Sicherheit in den Bewegungsabläufen erhöht

Maßnahmen

  • Aktive Pausen werden einlegt und mit Bewegungsspielen ausgefüllt und im Vorfeld oder Nachhinein eine gemeinsame Essenspause durchgeführt.
  • In den Pausen erfolgt eine Abgabe von Spielgeräten.
  • Auf dem Pausenhof sind altersgerechte Basketballkörbe existent.
  • Schülerinnen und Schüler wählen eigeninitiativ ihre Lieblingssport-AGs aus.
  • Der Sportunterricht (lt Prof. Dr. Klaus Döring, Humboldt-Universität, bewegen sich die Kinder im Sportunterricht von 45 Minuten maximal 20 Minuten) wird zeitlich und organisatorisch optimiert.
  •  Mit dem Landessportbund Berlin wird eine Kooperation initiiert → Schule und Verein
  • Die Schule begibt sich in den Wettbewerb mit anderen Schulen → Benchmarking der Schulentwicklung.
  • Sportfeste und Bewegungsveranstaltungen werden fest ins Schulprogramm aufgenommen → Organisations- und Schulentwicklung
  • Kinder und Jugendliche kommen zu Fuß oder mit dem Fahrrad zur Schule
  • Fortbildungen von Lehrkräften zu Sport- und Leistungsgerechter Ernährung → Erweiterung von Grundlagenkenntnissen
  • Kooperationspartner für motorische Leistungstest suchen und finden z. B.:

o       Klaus Bös; MoMo

o       Dr. Kerstin Ketelhut, Berlin:

o       Deutscher Motoriktest des Karlsruher Institut für Technologie    

  • Elternabende zur Bewegung und Bewegungsförderung → Informationsweitergabe und Aufklärung bzw. Hilfsangebote

 

 

 


[1] Hollmann, Wildor: Persönliche Mitteilungen,  Berlin, 1990

[2] Bös, Klaus: Vortrag zu MoMo, 2007, S. 22