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30.11.2016

Von: Birgit Hensel


Bundesministerin Wanka startet nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung

Mit einer Auftaktveranstaltung haben am 28. November Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka und die Präsidentin der Kultusministerkonferenz Dr. Claudia Bogedan die "Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 bis 2026" eröffnet. Bund, Länder und Dekadepartner setzen damit ein bildungspolitisches Zeichen, um in den kommenden zehn Jahren die Lese- und Schreibkompetenzen von Erwachsenen nachhaltig zu verbessern. Dadurch sollen bei einer großen Bevölkerungsgruppe Teilhabe und Mitwirkung in Familie, Freizeit und Betrieb erhöht werden.

Antworten auf zentrale Fragen stehen im Blickpunkt der Dekade: Wieso können 7,5 Millionen Erwachsene  in Deutschland, die zu einem großen Teil einer Erwerbsbeschäftigung nachgehen, nur eingeschränkt lesen und schreiben? Wie können Lernangebote für diese Zielgruppe besser erreichbar gemacht werden? Und was muss getan werden, um die Unterstützungsangebote so weiterzuentwickeln, dass Betroffene ihre Schreib- und Lesekompetenzen rasch und beständig verbessern können?

"Lesen und Schreiben sind Kulturtechniken. Sie helfen uns, am gesellschaftlichen Leben ohne Einschränkungen teilzuhaben und unseren Lebensunterhalt zu verdienen. Die individuelle Selbstverwirklichung ist maßgeblich davon abhängig, dass die Kulturtechniken Lesen und Schreiben beherrscht werden. Wer sie nicht beherrscht, der hat nicht nur selbst Nachteile. In der Regel haben es auch die Kinder schwerer. Das Bundesbildungsministerium wird deshalb während der Dekade seine Förderung von Maßnahmen der Alphabetisierung auf 180 Millionen Euro in zehn Jahren ausbauen", sagte Bundesbildungsministerin Prof. Dr. Johanna Wanka.

Sprachliche und schriftliche Grundfähigkeiten sind von elementarer Bedeutung für gesellschaftliche und berufliche Teilhabe. "Die Bedeutung schriftsprachlicher Kompetenzen wird in allen Lebensbereichen noch zunehmen, gerade auch mit Blick auf die Auswirkungen der weiter voranschreitenden Digitalisierung. Wir benötigen mehr wissenschaftliche fundierte Erkenntnisse, um mit passgenauen adressatengerechten Lernangeboten wirkungsvoller gegen Analphabetismus vorgehen zu können", stellte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und Bremer Senatorin für Kinder und Bildung, Dr. Claudia Bogedan, fest.

Zwischen allen beteiligten Akteuren wurde ein Grundsatzpapier mit Handlungsempfehlungen abgestimmt, dem die Kultusministerkonferenz durch einstimmigen Beschluss zugestimmt hat. Die "Nationale Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 bis 2026" knüpft an die Erkenntnisse und Resultate der 2012 ins Leben gerufenen "Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener 2012 - 2016" an. "Jetzt gilt es, Erreichtes zu transferieren, zu verstetigen und auszubauen, Netzwerke und Kooperationen zu verdichten und neue Initiativen zu entwickeln", heißt es dazu in den Grundsätzen zur Dekade. Vertreterinnen und Vertreter von Bund, Ländern sowie weiteren Partnern und Wissenschaft diskutierten im Rahmen der zweitätigen Auftaktveranstaltung Maßnahmen zur Umsetzung der Ziele der Dekade. Denn gerade als Ergebnis der Nationalen Strategie ist klar geworden: Positive Entwicklungen lassen sich in diesem schwierigen Umfeld nur dann erreichen, wenn ein breites Bündnis vieler Akteure eng und beharrlich zusammenarbeitet.

Die "Nationalen Dekade für Alphabetisierung und Grundbildung 2016 bis 2026" wird von folgenden Partnern unterstützt:

   - Bundesverband Alphabetisierung und Grundbildung
   - Der Bevollmächtigte des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland
   - Deutsches Institut für Erwachsenenbildung
   - Deutscher Landkreistag
   - Deutscher Volkshochschul-Verband
   - Kommissariat der deutschen Bischöfe
   - Stiftung Lesen
   - Bundesagentur für Arbeit
   - Deutscher Gewerkschaftsbund
   - Deutscher Städtetag
   - Deutscher Städte- und Gemeindebund

Weitere Informationen zur Nationalen Dekade

Informationen zur Informationskampagne des Bundes