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Zwangsarbeit

Zwangsarbeit in der Zeit des Nationalsozialismus

Mehr als 20 Millionen Menschen aus fast ganz Europa mussten während des Zweiten Weltkrieges Zwangsarbeit im Deutschen Reich oder den besetzten Ländern leisten. Das nationalsozialistische Deutschland hatte den Krieg lange geplant und vorbereitet. Sein Ziel war die Unterwerfung und Ausbeutung Europas. Dafür wurden die besetzten Gebiete ausgeplündert und Millionen Männer, Frauen und Kinder in das Deutsche Reich verschleppt.

Im Spätsommer 1944 waren etwa ein Viertel der Arbeitskräfte in der gesamten deutschen Wirtschaft Zwangsarbeiter. Sie wurden in den meisten Industrie- und in vielen mittelständischen und Landwirtschaftsbetrieben eingesetzt und stammten aus allen von der Wehrmacht besetzten Ländern Europas, die meisten aus Polen und der damaligen Sowjetunion, letztere wurden auch als Ostarbeiter bezeichnet. Etwa die Hälfte von ihnen waren Mädchen und Frauen.
Im Jahr 2000 hat der Bundestag die Bundesstiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" eingerichtet, die Leistungen an ehemalige Zwangsarbeiter bereitgestellt hat. Auf diesem Webportal finden Sie umfangreiche Informationen zum Thema NS-Zwangsarbeit. 

Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg - Internationale Wanderausstellung

Überall wurden Zwangsarbeiter eingesetzt - in Rüstungsbetrieben ebenso wie auf Baustellen, in der Landwirtschaft, im Handwerk oder in Privathaushalten. Jeder Deutsche ist ihnen begegnet - ob als Besatzungssoldat in Polen oder als Bäuerin in Thüringen. Der nationalsozialistische Rassismus prägte das Verhältnis zu den Zwangsarbeitern. Gleichwohl gab es Handlungsspielräume. Ob Zwangsarbeiter erniedrigt und misshandelt wurden oder ob sie einem Rest von Menschlichkeit begegneten, hing auch vom Verhalten des Einzelnen ab.
Um das überaus komplexe Thema "Zwangsarbeit" für den Besucher greifbar und plastisch zu machen, bilden über sechzig repräsentative Fallgeschichten den sachlichen Kern der Ausstellung. Sie wurden akribisch in einer Vielzahl von Archiven in ganz Europa eigens für die Ausstellung recherchiert.
Weitere Informationen im Internet: www.ausstellung-zwangsarbeit.org
Pädagogisches Begleitmaterial zur Ausstellung: www.ausstellung-zwangsarbeit.org/index.php?id=264
Zeitzeugeninterviews für den Unterricht: www.zwangsarbeit-archiv.de

 

Begleitband zur Ausstellung: »Zwangsarbeit. Die Deutschen, die Zwangsarbeiter und der Krieg«, herausgegeben von Volkhard Knigge, Rikola-Gunnar Lüttgenau und Jens-Christian Wagner im Auftrag der Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora, Weimar 2010. Informationen zum Begleitband der Ausstellung, zum Plakatmotiv und zu den Arbeitsblättern können Sie hier herunterladen. Der Begleitband kann auch über die Spezialbuchhandlung der Gedenkstätte Buchenwald zur Geschichte des National-sozialismus, der Konzentrationslager und der Speziallager bezogen werden. Diese erreichen Sie unter +49 (0) 3643 430 151 oder per E-Mail.

Schülerprojekt und Ausstellung: Zwangsarbeit im Mehringhof, dem früheren Fabrikgebäude der Kreuzberger Schriftgießerei Berthold

Mehringhof Berlin, ehemals Fabrikgebäude der Berthold AG. Ausstellungsplakat zur Zwangsarbeit.
Mehringhof Berlin, ehemals Fabrikgebäude der Berthold AG. Ausstellungsplakat zur Zwangsarbeit.

Eine Gruppe von Schülerinnen und Schülern der Schule für Erwachsenenbildung e.V. in Berlin erforschte in einem Arbeitskreis über 20 Monate die Geschichte der Kreuzberger Schriftgießerei Berthold, in deren früherem Fabrikgebäude -
dem heutigen Mehringhof - sich diese Schule seit 1979 befindet.
Im Fokus der Untersuchung stand die Zeit des Faschismus und dabei insbesondere die bei dem Unternehmen verrichtete Zwangsarbeit.

Die Ergebnisse liegen als Buch, als Projektbericht und als Ausstellung, die die Schule gerne verleiht, vor.

Mehr Informationen zum Projekt

Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht

Online-Archiv "Zwangsarbeit 1939-1945. Erinnerungen und Geschichte"

 

"Zwangsarbeit 1939-1945" bewahrt die Erinnerung an die über zwanzig Millionen Menschen, die für das nationalsozialistische Deutschland Zwangsarbeit geleistet haben. Knapp 600 ehemalige Zwangsarbeiterinnen und Zwangsarbeiter aus 26 Ländern erzählen ihre Lebensgeschichte in ausführlichen Audio- und Video-Interviews. Bildungsmaterialien, Kurzfilme, Expertengespräche, umfangreiche Hintergrundinformationen und eine Literatur- und Mediendatenbank runden das Angebot ab. 

Mehr Informationen unter www.zwangsarbeit-archiv.de 

 

Bildungsmaterialien, Projektschultage, Online-Einstiege

 

Die Bildungsmaterialien "Zeitzeugen-Interviews für den Unterricht: Video-DVD - Lernsoftware - Lehrerheft" informieren anschaulich über die nationalsozialistische Zwangsarbeit. Die Video-DVD (zur Vorführung im Klassenraum) beinhaltet fünf geschnittene Interviews und zwei Hintergrundfilme. Die Lernsoftware (für die Projektarbeit im Computerraum oder die individuelle Prüfungsvorbereitung) bietet neben den sieben Filmen auch interaktive Aufgaben, animierte Karten und zahlreiche weitere Zusatzmaterialien. Ein Lehrerheft unterstützt die Vorbereitung mit Informationstexten, Aufgabenvorschlägen und Arbeitsblättern. Video-DVD, Lernsoftware und Lehrerheft sind über die Bundeszentrale für politische Bildung bestellbar.

 

In Kooperation mit der Stiftung "Topographie des Terrors" bietet die Freie Universität Berlin eine Reihe von Seminaren für Schulklassen an, in denen lebensgeschichtliche Video-Interviews als zentrale Quellen genutzt werden. Diese Projektschultage finden in den Räumen der Topographie des Terrors statt und beanspruchen ungefähr fünf Zeitstunden.

 

In Zusammenarbeit mit verschiedenen Erinnerungsorten wurden Online-Einstiege entwickelt, die zur Vorbereitung von Gedenkstättenbesuchen mit Schulklassen dienen.

Zwangsarbeit. Die Zeitzeugen-App der Berliner Geschichtswerkstatt

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Berlin war ein Zentrum der Zwangsarbeit: Zwischen 1938 und 1945 mussten eine halbe Million Zwangsarbeiter – Männer, Frauen und Kinder – in Berliner Fabriken, Dienststellen und Haushalten arbeiten. Aus der „Volksgemeinschaft“ ausgegrenzt, lebten sie in über 3.000 Lagern in unmittelbarer Nachbarschaft zur Berliner Bevölkerung. In Interviews und Briefen erzählen sie von Arbeit, Hunger, Gewalt und Bomben, aber auch von Liebe und Freundschaften. Nun werden die Erinnerungen jener unfreiwilligen Berlinerinnen und Berliner wieder lebendig – vor Ort, auf dem Smartphone. Mit den Zeitzeugen folgt der Nutzer den Alltagswegen der Zwangsarbeiter und entdeckt eine vergessene Geschichte Berlins.

Die App ist unter www.berliner-geschichtswerkstatt.de auf Deutsch und Englisch verfügbar.