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Neuentwicklung: Lernprozessbegleitende Diagnostik und Förderung (BB)

Im Rahmen des Projekts „Lernprozessbegleitende Diagnostik und Förderung“ soll durch Neu- und Weiterentwicklung von Materialien und deren Implementierung die diagnostische Kompetenz der Lehrkräfte für Mathematik und Deutsch in den Jahrgangsstufen 1-6 im Land Brandenburg gestärkt werden. Um Lehrkräfte darin zu unterstützen, lernprozessbegleitende Diagnostik und Förderung umzusetzen, benötigen sie Materialien, die in handhabbarer Form aufzeigen,

  • welche Kompetenzen eine Schülerin bzw. ein Schüler innerhalb seiner Lernentwicklung bereits erworben hat,
  • inwieweit diese Kompetenzen den Anforderungen des Rahmenlehrplans entsprechen und
  • welche passfähigen Lernangebote sich daraus ergeben sollten.

Die Dokumentation der lernprozessbegleitenden Diagnostik und Förderung bietet zugleich eine fundierte Grundlage für Lernberatung bzw. Elterngespräche. Das überwiegend digitalisierte Material wird mit der Schulverwaltungssoftware weBBschule verknüpft und ist somit für Lehrkräfte im Land Brandenburg leicht verfügbar.


Auf Grundlage eines mehrstufigen Modells wird lernprozessbegleitende Diagnostik und Förderung für alle Schülerinnen und Schüler umgesetzt. Auf jeder Stufe schließen sich geeignete Fördervorschläge an.

Stufe 1

Erfassung des Lernstands aller Schülerinnen und Schüler – ILeA plus

Die Lehrkräfte erfassen den Lernstand aller Schülerinnen und Schüler mit Hilfe unterschiedlicher Methoden und Verfahren. Durch die Verwendung eines standardisierten Diagnoseinstruments wird der diagnostische Blickwinkel erweitert und es erfolgt eine Orientierung an der curricularen Bezugsnorm (Rahmenlehrplan) sowie an einer Normstichprobe. Alle Schülerinnen und Schüler durchlaufen dieses Verfahren verbindlich. Die Lehrkräfte erhalten neben Informationen zum Lernstand auch Hinweise zur differenzierten Arbeit im Unterricht.


Um dies zu erreichen, wird ein handhabbares, in großen Teilen digitalisiertes Screeningverfahren mit Referenzwerten und Förderempfehlungen für die Fächer Mathematik und Deutsch für die Jahrgangsstufen 1-6 entwickelt.


Auf Grundlage des „Rahmenlehrplans für die Jahrgangstufen 1-10“ und anknüpfend an ILeA (einschließlich ILeA-I, ILeA-T) soll das Screeningverfahren für ausgewählte Kompetenzbereiche zuverlässige Daten und Interpretationsansätze bieten.

 

Stufe 2

Differenzierte Lernprozessdiagnostik – Handreichung

Etwa 20 Prozent aller Schülerinnen und Schüler erzielen nach auffälligem Befund auf der Stufe 1 und anschließender individueller Förderung in der Klasse anhaltend keine Lernerfolge in den entsprechenden Bereichen bzw. stark abweichende Lernerfolge. Für diese Schülerinnen und Schüler findet eine differenzierte Lernprozessdiagnostik und Förderung statt. Dies schließt Schülerinnen und Schüler mit besonderen Begabungen ein.

 

Stufe 3

Sonderpädagogische Diagnostik – Anknüpfung an den Leitfaden

Es ist davon auszugehen, dass ca. 5 bis 7 Prozent aller Schülerinnen und Schüler trotz Interventionen und Förderung eine noch intensivere Unterstützung benötigen. Um Lernerfolge zu ermöglichen, muss hier eine umfassende sonderpädagogische Diagnostik durch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Diagnostik-Teams der sonderpädagogischen Förder- und Beratungsstelle erfolgen.

Die Materialien für die lernprozessbegleitende Diagnostik und Förderung in der Primarstufe befinden sich

  • seit dem Schuljahr 2016/2017 in der Entwicklung,
  • im Schuljahr 2017/2018 in der Erprobung und
  • Normierung (2018/2019).

Im Schuljahr 2019/2020 sollen sie fertiggestellt sein und im Unterricht im Land Brandenburg eingesetzt werden. Es ist geplant, dass andere Bundesländer die Materialien kostenpflichtig nutzen können.