„Jeder ungebildete Mensch ist die Karikatur von sich selbst.“
Friedrich Schlegel, deutscher Philosoph und Dichter
Bis zum Sommer 2007 arbeitete ich als Lehrer und zuletzt als Abteilungsleiter am Eduard-Maurer-Oberstufenzentrum in Hennigsdorf im Landkreis Oberhavel. Zu meinen Aufgaben gehörte auch das Erstellen des Vertretungsplanes. Mir war die reine Mitteilung, was, wann und warum ausfällt, zu langweilig. Ich habe jeden Vertretungsplan mit einem Tageszitat versehen. Nach kurzer Zeit gab es auch Reaktionen darauf. Noch heute, knapp drei Jahre nach meinem Wechsel in die Schulaufsicht, finde ich bei Besuchen in meiner „alten“ Schule ein Tageszitat am Vertretungsplan. Schön, dass diese „Weisheits- und Wissensvermittlung“ fortgesetzt wurde.
Prüfungssituationen erinnern mich immer an dieses Zitat. Als Schüler, Student, und Lehrer habe ich erlebt, wie Menschen zu einem Spottbild werden, wenn sie nur reden ohne zu wissen. Aber auch die „gebildeten“ Menschen, die andere prüfen, können zu Spottbildern werden, wenn sie sich in ihrer angeblichen Weisheit verkriechen und den Prüfenden nicht teilhaben lassen wollen.
Das Zitat bedeutet für mich, dass ich mich erst selbst mit Themen, Problemen und Inhalten beschäftigen muss, bevor ich diese anderen vermitteln kann oder von ihnen abfordern darf. Ein Stück weitergedacht führt das zur Selbstreflexion über die eigene Tätigkeit, über Ansprüche an andere und an mich. Dies ist schwierig im vollgestopften Alltag, gelingt nicht immer, bleibt aber für mich Maxime.
Und außerdem: Das Zitat ist Anregung, wieder einmal „bei Schlegel nachzuschlagen“ und das fast verschüttete Studienwissen aufzufrischen. Wer weiß, vielleicht hat mir Schlegel mehr zu bieten als dieses Zitat?
Uwe Falk