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Tagung Repression

Repression und Eigensinn - Fachtagung und Dokumentation

Historisch-politische Bildung zur DDR im Spannungsfeld zwischen Biografien und Herrschaftssystem

Die Veranstaltung der Friedrich-Ebert Stiftung in Kooperation mit dem Landesinstitut für Schule und Medien Berlin-Brandenburg fand am 3. März 2009 statt.

Etwas Unglaubliches ist geschehen im Jahr 1989. Was auf Dauer unveränderlich erschien, war binnen kurzem ein Zustand von gestern, weil - so Peter Bender - „die unten nicht mehr wollten und die oben nicht mehr konnten". Der Eigensinn von Millionen von DDR-Bürgerinnen und -Bürgern war die Voraussetzung dafür, dass zum ersten Mal in der deutschen Geschichte eine Revolution nicht nur friedlich, sondern auch auf Dauer erfolgreich war.Die Demokratie wurde aus eigener Kraft errungen, und dies war die Voraussetzung für die deutsche Einheit. Im Rückblick jedoch verblasst die Erinnerung an die Ursachen für den eigenen Protest, die in einem repressiven System gründeten. Sie wird überlagert von erinnerter sozialer Sicherheit, der eine gefühlte Kälte der neuen Ordnung gegenüber gestellt wird. Freiheit wird weniger als Gewinn, denn als Verlust an vermeintlicher Sicherheit wahrgenommen.

Und sie wird überlagert von der gesellschaftlichen und politischen Diskussion über die DDR als Unrechtsstaat. Viele der in der DDR Aufgewachsenen finden ihr gelebtes Leben in diesem öffentlichen Diskurs nicht zur Gänze wieder und verweisen auf biografische Erinnerungen.

Die Spaltung der Erinnerungskultur in eine offizielle Kultur mit der Akzentuierung auf der DDR als Diktatur einerseits und einer nostalgischen Kultur des Erinnerns im Privaten andererseits ist eine Gefahr und gerade bildungspolitisch kontraproduktiv. Eine Annäherung an die Vergangenheit braucht Differenzierung, ohne das Grundsätzliche aus dem Blick zu verlieren. Wie können wir geschichtliche und individuelle Erfahrungen zur Deckung bringen, ohne die Identität und Integrität von DDR-Biografien aufzugeben?

 

Die Tagung widmete sich folgenden Fragen:

  • Wie können wir geschichtliche und individuelle Erfahrungen zur Deckung bringen, ohne die Identität und Integrität von DDR-Biografien aufzugeben?
  • Welche Denkansätze stehen zur Verfügung, welche müssen noch entwickelt werden?
  • Welche historisch-politische Bildung zur DDR brauchen wir?

Tagungsdokumentation

Redebeiträge:

  • Prof. Sabrow, Zentrum für Zeithistorische Forschung (pdf - 170 KB),
  • Dr. Hofmann, Direktor des LISUM (pdf - 42 KB)
  • Dr. Hamann, Referent für Gesellschaftwissenschaften am LISUM (pdf - 143 KB)

Tagungsimpressionen: