Mit der internationalen Bildungsplattform Shoah Stories steht Lehrkräften seit Kurzem ein neues digitales Angebot zur Verfügung, um die Geschichte des Holocaust zeitgemäß, fundiert und jugendgerecht zu vermitteln. Die Plattform ist für die pädagogische Arbeit mit Jugendlichen ab 14 Jahren konzipiert und kombiniert kurze Videos aus sozialen Medien mit didaktisch aufbereiteten Unterrichtsmaterialien – kostenlos und ohne Login.
Shoah Stories wurde vom Anne Frank Zentrum mit Förderung der Alfred Landecker Foundation veröffentlicht. An der Plattform beteiligen sich mehr als 20 internationale Gedenkstätten, Museen und Bildungsstätten – darunter die Gedenkstätte Buchenwald, das Warschauer Ghetto Museum und das Holocaust Museum Los Angeles –, die eigene Kurzvideos beisteuern. Begleitend wurde das Projekt von der Hebräischen Universität Jerusalem wissenschaftlich evaluiert.
Die beteiligten Partner:innen setzten sich im Vorfeld intensiv mit der Frage auseinander, ob sie Inhalte gezielt in digitalen Räumen sichtbar machen sollten, in denen auch Desinformation und geschichtsverfälschende Narrative kursieren. Die bewusste Entscheidung dafür ist Teil des Konzepts: Shoah Stories will historisches Lernen im digitalen Raum stärken und zugleich Antisemitismus, Desinformation und Geschichtsverfälschung aktiv entgegentreten.
Kurzvideos als Brücke zum historischen Lernen
Kern des Angebots sind Kurzvideos, wie sie Jugendliche aus ihrem Alltag auf TikTok oder Instagram kennen. Mehr als 20 internationale Gedenkstätten, Museen, Bildungseinrichtungen und Zeitzeuginnen stellen Beiträge zur Verfügung – darunter das Anne Frank Haus, die Gedenkstätte Buchenwald, das Warschauer Ghetto Museum oder das Holocaust Museum Los Angeles. Auch Zeitzeuginnen wie Tova Friedman, die anlässlich des Internationalen Tages des Gedenkens an die Opfer des Holocaust 2026 im Deutschen Bundestag sprach. Ihr Enkel Aron produziert seit einigen Jahren mit ihr Kurzvideos, die mittlerweile auf TikTok eine halbe Million Follower erreichen.
Thematisch reichen die Videos auf Shoa Stories von der Verfolgung und Ermordung der europäischen Jüdinnen und Juden über jüdische Geschichte bis hin zu Antisemitismus heute. Historische Orte, Objekte, Quellen und persönliche Erinnerungen eröffnen unterschiedliche Perspektiven auf die Shoah und ermöglichen einen anschaulichen Zugang zu komplexen Inhalten.
Konkreter Mehrwert für den Unterricht
Für Lehrkräfte besonders relevant: Die Videos sind pädagogisch eingebettet. Zu den Inhalten stellt Shoah Stories begleitende Lernmaterialien bereit, die eine direkte Nutzung im Unterricht ermöglichen – etwa für Einstiegssituationen, Vertiefungsphasen oder Diskussionen über Erinnerungskultur und demokratische Werte.
Die Plattform reagiert damit gezielt auf die Mediennutzung junger Menschen. Laut der JIM-Studie 2025 nutzen über die Hälfte der 12- bis 19-Jährigen TikTok oder Instagram regelmäßig. Shoah Stories greift dieses Format bewusst auf, ohne Lehrkräfte oder Schüler*innen zur Nutzung sozialer Netzwerke zu verpflichten. Alle Inhalte sind über die Website frei zugänglich.
Lehrkräfte erhalten so:
- einen niedrigschwelligen Einstieg in das Thema Holocaust,
- verlässliche, geprüfte Inhalte aus internationalen Quellen,
- Materialien zur Förderung von Medienkritik, etwa im Umgang mit Holocaust-Leugnung oder Verzerrungen im Netz,
- Impulse, um an die Lebenswelt der Schüler*innen anzuknüpfen, ohne historische Tiefe zu verlieren.
Shoah Stories ist zum Start auf Deutsch und Englisch verfügbar, weitere Sprachen wie Polnisch und Französisch sind geplant. Die Videos sind ohne einen Account bei TikTok sichtbar, der Zugriff sollte aus Datenschutzgründen nur über schuleigene Geräte erfolgen.
Weitere Informationen und Materialien: www.shoahstories.video



