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Mobbing entgegentreten

Mobbing entgegentreten

Mobbing ist eine Form der Gewalt, die nicht immer leicht zu erkennen ist. Mobbing hat aber schwere körperliche und psychische Folgen für die Betroffenen.

Woran erkennen Sie Mobbing?

  • Eine Person wird über einen längeren Zeitraum wiederkehrend angegriffen.
  • Es finden direkte oder indirekte verbale, physische und psychische Attacken statt.
  • Zwischen Täter(n) und Opfer besteht ein Machtgefälle.
  • Die angegriffene Person kann sich nicht selbst zur Wehr setzen.
  • Mobbing vollzieht sich in einer Gruppe und bezieht alle Gruppenmitglieder in unterschiedlichen Rollen mit ein.

Nicht jeder Streit ist Mobbing. Mobbing hat System und dauert an.

Der Blick durch die Mobbing-Brille kann helfen, Mobbing zu erkennen: https://biber-blog.com/gemeinsam-sind-wir-klasse/mobbing/mobbing-in-der-schule-was-tun/ 

Mögliche Signale des gemobbten Kindes:

sozialer Rückzug

Kind macht anderen Geschenke

impulsiv / aggressiv

alleine in den Pausen (nur ein*e Freund*in)

Traurigkeit, Weinen

Kopf- und Bauchschmerzen

sichere Räume(Bibliothek, Hausmeister, Sekretariat, Lehrerzimmer)werden gesucht

unsichtbar machen (physische Präsenz verlieren, Kapuze, Haare ins Gesicht)

fehlende Sachen (z. B. Federmappe, Turnbeutel)

Fehlzeiten bis Schulverweigerung

Schulangst

Leistungsabfall

Suizid Gedanken

Autoaggression

Nähe des Erwachsenen wird gesucht

Zuspätkommen

 

Mobbing ist für Täter*innen nützlich

  • als Entlastungsventil für Aggression
  • als Möglichkeit, sich zu den Starken zu gesellen
  • als Vehikel für ein vermeintliches Zugehörigkeitsgefühl
  • für die eigene Aufwertung

Diese Motive werden von Täter*innen zwar oft im Einzelnen unbewusst verfolgt, aber Mobbing ist trotzdem ein vorsätzlicher heimtückischer Angriff auf das soziale Ansehen und die seelische Gesundheit der Zielperson.

Mobbingforscher Heinz Leymann unterscheidet folgende Mobbinghandlungen (Leymann, 1993), die sich auch auf die Situation in Schulklassen übertragen lassen:
1.    Angriffe auf die Möglichkeit, sich mitzuteilen ( z. B. ausgrenzen, Kontaktverweigerung, sperren in Chatgruppen)
2.    Angriffe auf soziale Beziehungen ( z. B. ignorieren, Freundschaften sabotieren)
3.    Angriffe auf das soziale Ansehen (z. B. Gerüchte verbreiten, entwürdigende Spitznamen geben)
4.    Angriffe auf die Lern- und Lebensqualität (z. B. sinnfreie Arbeitsaufgaben erteilen, Sachbeschädigung)
5.    Angriffe auf die Gesundheit( z. B. körperliche Angriffe, sexuelle Übergriffe)
 

Mobbing ist ein Gesamtsystem und ein Prozess, in dem die Rollen schnell und immer mal wieder wechseln können.

  • Täter*in -  Führungsrolle, Anstifter*in, Initiator*in
  • Täter*innen-Assistenten- aktive Untertsützer des Mobbings
  • passive Unterstützer – Zuschauer*innen, die das Mobbing durch postive Reaktionen verstärken
  • Bystander - Zuschauer*innen, die nicht eingreifen
  • Unbeteiligte Außenseiter*innen – ziehen sich zurück
  • Verteidiger*innen  - unterstützen das Opfer aktiv
  • Opfer - kann jeder werden

Die Opferrolle basiert nicht auf spezifischen körperlichen Eigenschaften oder der Persönlichkeit des Opfers. Opfer sind an ihrer Situation nicht selbst schuld, können sich aber trotzdem nicht selbst wehren.

Auch Lehrkräfte können einen Anteil am Entstehen von Mobbing haben durch:

  • das Ignorieren der Vorgänge oder Wegsehen 
  • die Delegation der Macht an Mobbingstrukturen 
  • das Verweigern direkter Hilfe
  • Vorurteile gegenüber Opfern oder auch Tätern
  • ein schlechtes Lernklima in der Klasse 
  • ein schlechtes Lehrer-Schüler-Verhältnis
  • starken Leistungsdruck

Mobbing hat Auswirkungen auf die psychische und physische Gesundheit betroffener Schüler*innen und löst starken Stress aus.
Hilflosigkeit und Angst schränken die Lebensqualität von Opfern enorm ein und können zum Auslöser für Suizid werden.
Nach einer UNICEF-Studie in Deutschland von 2019 (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1244504/umfrage/mobbing-erfahrungen-von-kindern/#professional)  haben 30% aller befragten Kinder und Jugendlichen in der Schule oder auf dem Schulweg Mobbingerfahrungen gemacht.
Mobbing beschädigt
•    Selbstvertrauen,
•    Lernmotivation,
•    Gesundheit und 
•    Menschenwürde.
 

Kontakte

Ramona Krautz (MBJS)

Tel.: 0331 866-3962

Sabine Lenk (LISUM)

Tel.: 03378 209-456

Dr. Martin Brendebach (SenBJF Berlin)

Tel.: 030 90227-5866

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Redaktionell verantwortlich: Ralf Dietrich, LISUM