Themen und Inhalte

Die Themenfelder, Themen und Inhalte gelten für die Doppeljahrgangsstufe 5/6 und können auf verschiedenen Niveaustufen bearbeitet werden. Sie werden abhängig von der Entwicklung und den Kompetenzen der Lernenden im Unterricht erarbeitet und vertieft. 

Die ausgewiesenen Themenfelder werden für Schülerinnen und Schüler, die wegen einer erheblichen und langandauernden Beeinträchtigung ihres Lern- und Leistungsverhaltens sonderpädagogische Förderung erhalten oder für die sonderpädagogischer Förderbedarf im Förderschwerpunkt "Lernen"1 festgestellt wurde, schülerbezogen berücksichtigt. Sie werden entsprechend der Lebensbedeutsamkeit für die Schülerinnen und Schüler ausgewählt.

Die Auswahl und der Aufbau der Themenfelder und Themen setzen die Ziele des integrativen Faches um. In Verknüpfungen zum vorausgegangenen Sachunterricht werden thematische Schwerpunkte aufgegriffen, die hier erweitert sowie durch neue Themen ergänzt werden. Zugleich werden mit Blick auf die sich anschließenden Fächer (Geografie, Geschichte und Politische Bildung) wichtige inhaltliche Grundlagen gelegt. Insgesamt bieten sich dadurch über die Jahrgangsstufen 1 bis 10 Chancen zu spiralcurricularem Arbeiten. 

Leitend für die Konzeption der Themenfelder und Themen ist vor allem die Frage nach einer Bedeutsamkeit für die Gegenwart und Zukunft der Lernenden.

Themenfelder, Themen und Inhalte bieten zudem Möglichkeiten, Bezüge zu anderen Fächern und zu übergreifenden Themen herzustellen.

Verbindlichkeit: Die sechs obligatorischen Themenfelder und die darin aufgeführten Themen sind verbindlich zu bearbeiten. Die Reihenfolge, in der sie im Unterricht Berücksichtigung finden, ist wählbar.

Aus dem Bereich der sechs wahlobligatorischen Themenfelder ist pro Schuljahr mindestens eines zu wählen.

Den Themen sind Inhalte zugeordnet, aus denen Schwerpunkte, wenn möglich gemeinsam mit den Lernenden, auszuwählen sind. Weitere bedeutsame Inhalte können ergänzt werden. 

In der Spalte Unterrichtsanregungen finden sich Vorschläge zur Umsetzung der Themen und Inhalte im Unterricht und für Projekte sowie für Möglichkeiten der Differenzierung; sie haben anregenden, jedoch keinen obligatorischen Charakter.

Kompetenzorientierung: Themen und Inhalte bilden die Grundlage für differenzierte Aufgabenstellungen und eine Materialauswahl, die eine Herausforderung für das gesamte Leistungsspektrum einer Lerngruppe darstellt. Die Lernenden erhalten Gelegenheit, ihre Fähigkeiten und Fertigkeiten im Umgang mit den Unterrichtsgegenständen allein und in der Zusammenarbeit mit anderen unter Beweis zu stellen. Sie erfahren dabei, in welchem Maße sie die gesetzten Standards erreichen bzw. was sie tun können, um ihre Kompetenzen zu vertiefen und zu erweitern.

Schulinterne Planung: Es besteht die Möglichkeit, zusätzliche Themenfelder aus dem Wahlpflichtbereich auszuwählen oder auch eigene zu entwickeln. Hier sollen die Fähigkeiten und Interessen der Schülerinnen und Schüler sowie die im Folgenden benannten Kriterien einbezogen werden. Auch das Schulprogramm, besondere Gegebenheiten im schulischen Umfeld sowie aktuelle Anlässe und auch Wettbewerbe können in diesem Zusammenhang bedeutsam sein. Die Auswahl der wahlobligatorischen Themenfelder sollte im kommunikativen Austausch der Lehrkräfte in den schulischen Gremien erfolgen.

Kriterien für die Umsetzung bzw. die Generierung von Themenfeldern:

  • Die Teildisziplinen (Geografie, Geschichte, Politische Bildung) sind integriert.
  • In jedem Themenfeld können alle Kompetenzen zur Erreichung der Standards eingeübt und weiterentwickelt werden.
  • Jedes Themenfeld kann mit einer oder mehreren Leitfragen verknüpft werden (vgl. Tabelle S.6).
  • Fachmethoden und Arbeitsweisen werden in die Bearbeitung der Themenfelder einbezogen und im Laufe der Doppeljahrgangsstufe wiederholt und vertieft (vgl. Tabelle S.7).
  • Für alle Themenfelder werden, jeweils schwerpunktmäßig, die unterrichtsleitenden Prinzipien beachtet (vgl. S. 24 - 25).

Fachliche Arbeitsweisen: Das Verständnis für die gesellschaftswissenschaftlichen Inhalte und Zusammenhänge sollte durch viele Visualisierungen und wenn möglich durch Modelle unterstützt werden.

Für die geografische Orientierung ist beständige Kartenarbeit, für die historische Einordnung der Themen und Inhalte ist eine fortgesetzte und intensive Arbeit mit einem Zeitfries (beschriftet und bebildert) zwingend.

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1In Brandenburg sind diese Schülerinnen und Schüler dem Bildungsgang Förderschule Lernen gemäß § 30 BbgSchulG zugeordnet.

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Die Schülerinnen und Schüler üben sich im selbstständigen Denken und Urteilen und setzen sich mit Urteilen und unterschiedlichen Perspektiven anderer auseinander. Dabei übt die Lehrkraft keine Dominanz im Sinne erwünschter Meinungen aus (Pluralität und Überwältigungsverbot). 

Gesellschaftliche Probleme der Gegenwart, aktuelle Konflikte und Kontroversen werden im Unterricht, der Entwicklung und dem Verständnis der Lernenden angemessen, thematisiert und reflektiert, sodass auch widersprüchliche Sichtweisen und Interessen deutlich werden (Kontroversität). Auch die unterschiedlichen Beweggründe, Ziele und Perspektiven Beteiligter in der Vergangenheit, wie sie in historischen Quellen zum Ausdruck kommen, werden im Unterricht wahrgenommen und untersucht (Multiperspektivität). 

Die Auswahl der Lerngegenstände im Fach Gesellschaftswissenschaften berücksichtigt gegenwärtige gesellschaftliche Probleme und ist an der Lebens- und Erfahrungswelt der Schülerinnen und Schüler orientiert (Gegenwarts- und Lebensweltbezug). 

Für die Auswahl und Profilierung der Lerngegenstände ist leitend, dass sie an authentischen und situativen Problemsituationen anknüpfen (z. B. Widersprüche und Diskrepanzen). Im Unterricht werden Leitfragen aufgegriffen bzw. entwickelt, die ein Strukturierungsmerkmal für den Unterricht bilden (Problem- und Leitfragenorientierung).

Die Auseinandersetzung mit den Lerninhalten erfolgt exemplarisch. So können Lernende grundlegende und verallgemeinerbare Einsichten und Erkenntnisse gewinnen, die sie auf andere Probleme, Fragen und Themen übertragen können (Exemplarität).

Im Lernprozess sammeln die Schülerinnen und Schüler Erfahrungen mit verschiedenen Methoden, die meist auch handlungsorientiert sind (z. B. simulatives Handeln, Befragungen) und erarbeiten vielfältige Produkte (z. B. Spielszenen, Leserbriefe, Kartenzeichnungen, einfache historische Darstellungen/Narrationen). Auf diese Weise entstehen vielgestaltige Ergebnisse und Formate für Entscheidungs-, Gestaltungs- und Präsentationsprozesse (Handlungs- und Produktorientierung). 

Die individuelle Vielfalt der Lernenden im Hinblick auf persönliche, soziokulturelle und ethnische Hintergründe sowie unterschiedliche Lebensweisen sind ein wichtiger Ausgangspunkt für die Planung des Unterrichts, die an das Leben der Schülerinnen und Schüler anknüpft. Die gleichberechtigte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, unabhängig von ethnischer und kultureller Herkunft, sozialem und wirtschaftlichem Status, Geschlecht und sexueller Orientierung, Alter und Behinderung sowie Religion und Weltanschauung bildet sowohl die Basis für die Unterrichtspraxis als auch einen zentralen Inhalt im Sinne des inklusiven Lernens. 

Inklusives Lernen respektiert Vielfalt, untersucht aber auch Mechanismen und Ausdrucksformen der Konstruktion von Ungleichheit. In einem inklusiven Fachunterricht können sich alle Lernenden einer Gruppe gemeinsam mit denselben Themenfeldern und Themen beschäftigen. Zugleich können sie auch binnendifferenziert arbeiten, z. B. durch aufgegliederte und ausgewählte Inhalte für Teilgruppen, durch unterschiedliche Komplexität und den Grad des Abstraktionsniveaus in den Inhalten, den Materialien und Aufgabenstellungen (Berücksichtigung von Vielfalt und inklusives Lernen).

Der Fachunterricht öffnet den Blick der Lernenden auf für sie bisher unbekannte Probleme und andersartige Erfahrungen sowie Perspektiven in Zeit und Raum, die wiederum den Blick auf das Eigene und Vertraute erweitern. Im Unterrichtszusammenhang reflektieren die Lernenden ihre Erfahrungen als Angehörige unterschiedlicher Gruppen (z. B. private oder regionale) und gewinnen darüber hinaus ein Selbstverständnis als Weltbürgerin bzw. Weltbüger (Identitätsbildung und Berücksichtigung von Inter- bzw. Transkulturalität).

In ihrem Alltag begegnen Schülerinnen und Schüler vielfältigen Deutungen der Vergangenheit in der sie umgebenden Geschichtskultur, z. B. in Form von Filmen, Comics, Kinder- und Jugendliteratur, Spielen und Werbung mit historischem Bezug, Feiertagen, aber auch in Ausstellungen oder Museen (Berücksichtigung von Geschichtskultur). Ebenso sind sie mit aktuellen gesellschaftspolitischen Fragestellungen und Problemen über die Medien (z. B. in Filmberichten, Nachrichten oder Internetbeiträgen) sowie über Diskussionen in sozialen Netzwerken oder auch in ihrem direkten Lebensumfeld konfrontiert (Berücksichtigung von Gesellschaftspolitik). Im Unterricht werden solche Deutungen und Diskussionen mit dem Ziel thematisiert, sie kritisch reflektieren und einordnen zu können. Zugleich werden die Schülerinnen und Schüler an Möglichkeiten der Teilhabe und Übernahme von Verantwortung (vor allem im schulischen Raum) herangeführt und lernen, diese wahrzunehmen (Partizipation).

Um sich im gesellschaftlichen und kulturellen Leben orientieren zu können, gehören auch die Berücksichtigung relevanter historischer wie gegenwärtiger Persönlichkeiten, Ereignisse und Strukturen oder Phänomene der Lokal- und Regionalgeschichte, insbesondere aus aktuellem Anlass, in den gesellschaftswissenschaftlichen Unterricht (kulturelle Orientierung und Nahraumbezug).

Außerschulische Lernorte wie Ausstellungen und Museen sowie geografisch, historisch oder politisch bedeutsame Orte erweitern den schulischen Lernraum und geben wertvolle, den Unterricht ergänzende Impulse. Gleiches gilt für Gespräche mit Sachkundigen sowie Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Besuche, Gespräche oder Befragungen werden von den Lernenden mit eigenen Aktivitäten unterstützt und in Verknüpfung mit den Unterrichtsthemen intensiv vor- sowie nachbereitet (Berücksichtigung von außerschulischen Lernorten). 

Projektorientiertes Arbeiten unterstützt die Wirksamkeit individuellen Lernens. Auch die Teilnahme an Wettbewerben unterstützt die Kompetenzen und Ziele des gesellschaftswissenschaftlichen Unterrichts. Dieser setzt hierfür Impulse und nutzt deren Möglichkeiten (Projektorientierung und Wettbewerbe).

Anhand konkreter Beispiele und Zusammenhänge lernen die Schülerinnen und Schüler Fachbegriffe kennen und üben sich in ihrer Anwendung. Die Fachsprache als Teil der Bildungssprache ermöglicht ihnen die aktive Teilhabe am politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Leben (Berücksichtigung der Fachsprache).

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Obligatorische Themenfelder

3.1Ernährung – wie werden Menschen satt?

3.2Wasser – nur Natur oder in Menschenhand?

3.3Stadt und städtische Vielfalt – Gewinn oder ein Problem?

3.4Europa– grenzenlos?

3.5Tourismus und Mobilität – schneller, weiter, klüger?

3.6Demokratie und Mitbestimmung – Gleichberechtigung für alle?

Wahlobligatorische Themenfelder (Mindestens eines ist pro Schuljahr auszuwählen)

3.7Kinderwelten – heile Welten?

3.8Mode und Konsum – mitmachen um jeden Preis? 

3.9Medien – immer ein Gewinn?

3.10Vielfalt in der Gesellschaft – Herausforderung und/oder Chance?

3.11Arbeiten, um zu leben – leben, um zu arbeiten?

3.12Religion in der Gesellschaft – Miteinander oder Gegeneinander?

3.13Eigenes Thema (z. B. aus aktuellem Anlass, nach Schülerinteressen …)

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Dieses Themenfeld eignet sich als Einstieg in das neue Fach. Es bietet mit dem ersten Thema die Möglichkeit zu klären, was Geschichte ist und woher wir unser Wissen über die Vergangenheit gewinnen. Mit dem zweiten Thema kann geklärt werden, womit sich Geografie beschäftigt. Das dritte und vierte Thema kann mit den grundlegenden Fragen und Anliegen der Politischen Bildung bekannt machen. Der Blick auf das gesamte Themenfeld und seine Fragestellung verdeutlicht schließlich den gesellschaftswissenschaftlichen Ansatz, der sowohl die zeitliche als auch die räumliche sowie die gesellschaftliche Perspektive berücksichtigt und zueinander in Beziehung setzt.

Die Lernenden erarbeiten in diesem Themenfeld den Zusammenhang von einer gesicherten Ernährung und der Entstehung von Kultur. Sie erkennen, welche Faktoren für die Sicherung von Nahrung bedeutend sind. Nahrungsproduktion, -verteilung und -mangel werden historisch und gegenwärtig in Deutschland sowie aus globaler Perspektive kritisch betrachtet. Dabei kann das Thema Leben und Überleben in Alt- und Jungsteinzeit (auch erweiternd) als Querschnitt unterrichtet werden.

Das Themenfeld bietet Anknüpfungspunkte zu den übergreifenden Themen Verbraucherbildung und Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Leben und Überleben in Alt- und Jungsteinzeit
  • Jagen und Sammeln
  • Beginn des Ackerbaus und der Viehzucht (physisch-geo-graphische Voraussetzungen, z. B. Klimaabhängigkeit, Spezialisierung, Arbeitsgeräte)
  • Sesshaftigkeit und Siedlungs-beginn

 

  • Modellbau (z. B. Dorf, Geräte)
  • ein Museum erkunden und Sachquellen untersuchen
  • thematische Karten und Schaubilder auswerten
  • archäologische Grabung besuchen und experimentelle Archäologie kennenlernen
Landwirtschaft in Deutschland und ihre natürlichen Voraussetzungen
  • natürliche Voraussetzungen für landwirtschaftliche Nutzung (Klima, Boden, Relief)
  • landwirtschaftliche Nutzung in verschiedenen Landschaften von der Küste bis zu den Alpen
  • Nutzungen haben Auswirkungen (intensiver und ökologischer Anbau)

 

  • Modell der Glazialen Serie beschreiben
  • Fotos, Filme und topografische Karten auswerten
  • Kartenskizze erstellen
  • einen landwirtschaftlichen Betrieb besuchen und erkunden
Überfluss und Mangel in der "Einen Welt"
  • Globalisierung im Supermarkt (z. B. Herkunft, Wege, Nachhaltigkeit)
  • saisonale und regionale Produkte
  • Ursachen und Auswirkungen von Überfluss und Mangel auf die Lebensbedingungen in der "Einen Welt", Fairer Handel

 

  • Recherchen im Supermarkt durchführen
  • Tagebuch führen und auswerten (z.B. Umgang mit Lebensmitteln)
  • thematische Weltkarte auswerten
Verbraucherschutz
  • Lebensmittelstandards und Lebensmittelskandale
  • Verbraucherzentralen und -schutzorganisationen, Siegel
  • Internetrecherche (z. B. zu Zusatzstoffen, aktuellen Problemfällen) durchführen
  • Informationsbroschüre (z. B. zu Siegeln) erstellen

 

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Wasser und Eis gestalten die natürlichen Voraussetzungen und Lebensbedingungen von Menschen; gleichzeitig greift der Mensch zu seinem Schutz, aber auch mit dem Ziel der Umgestaltung in diese ein, wie an Küsten und Flüssen nachvollzogen werden kann.

Das Vorhandensein von Trinkwasser ist historisch wie gegenwärtig eine Voraussetzung für die Entstehung menschlicher Siedlungen und Kultur. Je nach Zeit und Ort kann Wasser auch zur Herausforderung oder zum Streitpunkt werden.

Am historischen Fallbeispiel der Hochkultur Ägyptens (die auch als Querschnitt unterrichtet werden kann), wird offensichtlich, welche Auswirkungen Wasser, seine formenden Kräfte und seine Nutzung im Zusammenhang mit anderen (Natur-)Faktoren und geografischen Gegebenheiten haben können. Sie zeigen sich nicht nur im Siedlungsverhalten, sondern auch in der Entstehung und Ausprägung von Gesellschaft und Staat. Diese Zusammenhänge, wie auch Aspekte menschlicher Verantwortung, werden auch für Gegenwart und Zukunft ersichtlich.

Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen und Interkulturelle Bildung und Erziehung finden hier Berücksichtigung.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Wasser und Eis gestalten
  • Küstenformen z. B. geprägt von Eis, Gezeiten, Meeren und Ozeanen
  • Küstenschutz und Naturschutzgebiete (Maßnahmen und Verhalten)
  • Flüsse von der Quelle bis zur Mündung (am Beispiel eines deutschen Flusses und des Nils): Erosion, Transport, Ablagerung, Überschwemmung (natürliche und durch menschliches Handeln beeinflusste Prozesse)
  • Experiment (z. B. zu Küstenformungsprozessen) durchführen
  • Verhaltenskodex (zum Küstenschutz) entwickeln
  • Zeitraffer und Satellitenaufnahmen auswerten
  • thematische (Atlas-) Karten auswerten
  • Nachschlagewerke nutzen
  • Mindmap zum Thema anfertigen
Bedeutung von Wasser für Menschen und Staaten früher: Beispiel Ägypten
  • Menschen siedeln am Nil (Klimaveränderungen als Ursache)
  • Bewässerungssysteme und Ackerbaukultur
  • Ein Staat entsteht: Gesellschaft und Hierarchie
  • Kennzeichen von Hochkulturen
  • Modellbau (z. B. Niltal, Oase)
  • Museum erkunden
  • Stationenlernen durchführen
  • Informationsplakate (zu den Kennzeichen von Hochkulturen) erarbeiten
Bedeutung von Wasser für Menschen und Staaten heute
  • Wasser als Überlebens- und Konfliktfaktor (z. B. natürliche Voraussetzungen, Zugang zu Trinkwasser, Brunnenbau, Staudämme, Kampf um Wasser zwischen Staaten und Firmen, Abwässer)
  • Wasser als Wirtschaftsfaktor, (z. B. Fischfang, Transportwege, Häfen, Energiegewinnung)
  • Wasser als Freizeitfaktor (z. B. natürliche und künstliche Seengebiete, Sport und Erholung)
  • Zeitraffer, Satellitenaufnahmen und Klimadiagramme auswerten
  • (Internet-)Recherchen (z. B. zur Wassernutzung) durchführen
  • Vergleiche (z. B. Wasserzugang und Umgang mit Abwässer hier und anderswo) anstellen
  • ehemaliges Tagebaugebiet erkunden
  • Informations- oder Werbeflyer für die nähere Umgebung (zu Sport und Erholung am Wasser) erarbeiten

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Städte als Lebensraum zählen zu den typischen Siedlungsformen der Menschheit und sind Spiegel des jeweiligen Kulturraums. Über Zeit und Raum weisen sie viele übereinstimmende, ähnliche, aber auch unterschiedliche Merkmale und Probleme auf, die exemplarisch betrachtet werden. Durch ihre im Vergleich zu anderen Siedlungsformen besonders dichte Besiedelung und vielfältige Bevölkerungsstruktur sind (Groß-) Städte in Vergangenheit und Gegenwart häufig gekennzeichnet von Verkehrs- und Umweltbelastungen, hoher Kriminalität oder Zersiedelung des Umlandes. Zugleich zeichnen sie sich jedoch in der Regel durch u.a. Vielfalt, Dynamik und Innovation aus.

Die beiden Themen sollten zunächst in ihrer Spezifik und im Anschluss vergleichend bearbeitet werden.

Die übergreifenden Themen Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen und Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung werden einbezogen.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Frühe Städte und Großstädte früher
  • frühe Städte, z. B. Çatalhöyük und Tell Brak: Lage und Merkmale
  • Antike Großstadt Rom: Struktur, Aufbau und Funktion (Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Verwaltung, Kultur und Erholung)
  • Probleme (z. B. Verdichtung und Umweltbelastung) und Chancen (z. B. Vielfalt und Innovation)
  • Fotos und Berichte von Ausgrabungen auswerten
  • Modellbau (z. B. römische Häuser/Möbel/Mosaik; Straßenbauquerschnitt)
  • Bildquellen auswerten
  • Geschichte einer frühen/antiken Stadt erzählen
Städtische Siedlungen heute
  • Städtische Siedlungen bzw. (Groß-) Stadt im Großraum Berlin-Brandenburg am ausgewählten Beispiel (Wohnen, Arbeiten, Bildung, Versorgung, Verwaltung, Kultur und Erholung)
  • Probleme (z. B. Verdichtung und Umweltbelastung) und Chancen (z. B. Vielfalt und Innovation)
  • Mental Map erstellen
  • Interviews führen
  • Flyer zu einer nahegelegenen Stadt erstellen (z. B. für Kinder)
  • Stadterkundung in der Umgebung durchführen
  • Wegekarte/Fahrplan des ÖNPV zur/innerhalb der (Groß-)Stadt recherchieren
  • tabellarischen Vergleich anlegen (Rom in der Antike und eine Stadt im Raum Berlin-Brandenburg heute)
  • ein Werturteil zur Fragestellung des Themas bilden

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Am Leitbild der Grenzen und der Vielfalt wird Europa als geografischer, wirtschaftlicher, politischer, kultureller und historischer Raum in den Blick genommen. Dabei werden Gemeinsamkeiten und Unterschiede europäischer Staaten herausgestellt.

So entspricht Europa als Kontinent nicht der Europäischen Union; Klima- und Vegetationszonen innerhalb Europas verlaufen anders als Staatsgrenzen; Sprachen, Brauchtum und Religionen sind divers und kaum einzugrenzen; neben dem Euro gibt es weitere Währungen; europäische Handelswege über Grenzen hinweg brachten schon in der Antike Austausch und nicht nur von Waren; Migrationsbewegungen gehörten immer schon zu Europa dazu; Mauern, Gesetze und Einstellungen schufen und schaffen Grenzen in Europa.

Das Themenfeld eröffnet die Möglichkeit, Europa und die EU als Lebensraum mit vielen Herausforderungen in Geschichte und Gegenwart wahrzunehmen sowie sich Chancen und Auswirkungen auf das Zusammenleben der Menschen in Zeit und Raum bewusstzumachen.

Das Thema Europa in der Antike: Beispiel Römisches Reich eröffnet die Möglichkeit, das Römische Reich auch als historischen Querschnitt zu bearbeiten. Europabildung in der Schule und Demokratiebildung werden als übergreifende Themen in diesem Themenfeld einbezogen.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Europa als Kontinent
  • Lage und Größe (im Vergleich zu den anderen Kontinenten)
  • Naturraum Europa: Leben in verschiedenen Klima- und Vegetationszonen
  • politische Gliederung
  • Kartenskizzen erstellen
  • Klimadiagramme auswerten
  • Puzzle/Lernspiel erstellen
Europa in der Antike:
Beispiel Römisches Reich
  • Entwicklung und Ausdehnung des Römischen Reichs (Herrschaft, Militär, Kultur, Handelswege und -güter, Handel mit den Germanen)
  • thematische Karten ergänzen
  • Quellen, Geschichtskarten und geschichtskulturelle Darstellungen auswerten
Europa heute:
Europäische
Union
  • Mitgliedsstaaten und Grenzen
  • Gemeinsamkeiten und Unterschiede (Währung, Kultur, Alltag, Tradition, Wirtschaft, Sprache)
  • aktuelle Herausforderungen
  • (z. B. friedliches Zusammenleben)
  • Stationenlernen durchführen
  • Ausstellung zu den Staaten in Gruppenarbeit erstellen
  • Mystery-Methode erproben
Große
Veränderungen und ihre Ursachen
  • Migration früher und heute in Europa (z. B. Griechische Kolonisation, Völkerwanderung, gegenwärtige Flüchtlingsbewegungen)
  • Deutschland zweigeteilt (z. B. Alltag und Kindheit in zwei Staaten, eine Mauer durch Berlin) und wieder vereint
  • Expertenrunde durchführen
  • aktuelle Zeitungsartikel und Berichte mit Texten von antiken Autoren vergleichen
  • Zeitzeugengespräch führen
  • eine Gedenkstätte besuchen
  • Berliner Mauerweg erkunden

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Menschen sind nicht erst mobil und reisen nicht erst, seit es das Auto oder das Flugzeug gibt. Straßennetze und Wasserwege wurden vor allem für Handelsbeziehungen, aber auch aus militärischen Gründen angelegt. In diesem Themenfeld werden Fragen nach Veränderungen rund um das Reisen erarbeitet z. B. im Blick auf Ziele und Motivationen. Die Vor- und Nachteile von Mobilität und Reisen sind zu hinterfragen. Dabei wird deutlich, dass Reisen verändert und Einfluss nimmt, sowohl auf den reisenden Menschen als auch auf die Reisewege und -ziele (Mensch, Natur, Kultur, Wirtschaft). Auch die Art sich fortzubewegen (z. B. Auto, Flugzeug) und das Ausmaß gegenwärtiger Mobilität zeigen vielfältige Auswirkungen. Schließlich bietet das Themenfeld einen Ein- und Überblick in die Besonderheiten Deutschlands.

Die übergreifenden Themen Europabildung in der Schule, Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen sowie Mobilitätsbildung und Verkehrserziehung sind berücksichtigt.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Von der Geschichte des Reisens
  • Transportwege und -mittel an ausgewählten Beispielen
  • Motive zu Reisen (z. B. Handels-, Forschungs-, Entdeckungs- und Pilgerreisen) an Beispielen
  • Wegevergleich (mit historischem und aktuellem Kartenmaterial) vornehmen
  • Quellen zu Reiseberichten untersuchen
  • Fallbeispiele zu unterschiedlichen Reisemotiven vorstellen (Auf den Spuren von …)
Reisen heute: Perspektiven im Widerstreit
  • Reiseziele, -arten (z. B. Wandern, Fahrrad, Zug, Flugzeug) und Organisationsformen (z. B. Individual- und Gruppenreisen)
  • Vor- und Nachteile für Menschen, Flora, Fauna und das Klima: Interessenkonflikte am aktuellen Beispiel
  • Merkmale von sanftem bzw. nachhaltigem Tourismus (ökologische, ökonomische und soziokulturelle Ziele) und von Pauschaltourismus
  • Planspiel zu Reiseplanungen durchführen
  • Fahrpläne und Reisekataloge auswerten
  • Collage (Bild und Text) erstellen
  • Pro- und Kontradebatte durchführen
  • Mystery-Methode erproben
  • Klimadiagramme auswerten
  • ein Portfolio zum Thema anlegen
Eine Reise durch Deutschland
  • Bundesländer und ihre Besonderheiten
  • Besonderheiten der Großlandschaften Deutschlands (Oberflächenformen, Entstehung, touristisches Potenzial)
  • Reportagen erstellen
  • Lernplakate entwickeln
  • Expertenrunde durchführen
  • Reiseführer über Deutschland auswerten
  • Webquest erstellen

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Eine wichtige Voraussetzung für ein friedliches Zusammenleben der Menschen ist die Aushandlung und Etablierung gemeinsamer Regeln. Auftretende Konflikte und deren Bewältigung können zunächst am Beispiel der Familie als vertrauter Gruppe analysiert werden. Im Vergleich verschiedener Generationen, Familienformen und Kulturen lassen sich Gemeinsamkeiten und Unterschiede, bedingt durch zeitliche Veränderung, Entwicklung und kulturelle Hintergründe aufzeigen. Ergänzend werden schulische Instrumente der Mitbestimmung, demokratische Entscheidungsfindungen und kompromissorientierte Aushandlungsprozesse kennengelernt, aber auch eingeübt. Demokratie und Mitbestimmung auf gesellschaftlicher Ebene werden zunächst in ihrer historischen Entstehung im antiken Athen und anschließend für einen aktuellen bundesdeutschen Zusammenhang betrachtet. Im Vergleich lassen sich Ähnlichkeiten, aber auch Unterschiede erkennen.

Insgesamt ist für die Betrachtung und Beurteilung bedeutsam, dass es je nach Zeit und Kulturraum große Unterschiede in den Voraussetzungen gab und gibt und dass auch die Handlungs- und Entscheidungsmöglichkeiten der Menschen sehr verschieden waren und sind. Demokratiebildung und Gewaltprävention sind die übergreifenden Themen, die im Fokus des Themenfeldes stehen.

Themen Inhalte Unterrichtsanregungen
Zusammenleben und Mitbestimmung in Familie und Schule
  • Familie: Regeln und Entscheidungen; soziale Rollen und Rollenkonflikte
  • schulische Gremien
  • im Klassenrat Probleme lösen und Entscheidungen treffen
  • Rollenspiel durchführen
  • Themen und Probleme für den Klassenrat zusammentragen
  • Mitwirkungsmöglichkeiten (z. B. im Mittagessensausschuss) erkunden
Demokratie und Mitbestimmung früher und heute
  • Entstehung der Demokratie (Ursachen der Entstehung, Merkmale der athenischen Demokratie und ihre Einrichtungen)
  • Merkmale unserer Demokratie (Wahlen, Parteien, Regierung, Parlament) am aktuellen Beispiel
  • Rollenspiel zur Verdeutlichung des antiken demokratischen Wahlrechts durchführen
  • Meinungen zur Beurteilung der athenischen Demokratie vergleichen
  • Beteiligungsmöglichkeiten von Kindern und Jugendlichen im lokalen Umfeld (z. B. in einem Kinderparlament) recherchieren
Flächennutzung:
Interessen und Konflikte
  • Flächennutzung: Interessen und Konflikte im lokalen Umfeld am konkreten Beispiel
  • Stadtteil erkunden
  • Sachkundige/Interessens­vertreterinnen und -vertreter einladen
  • im Nahraum für Kinder und Jugendliche ausgewiesene Orte recherchieren (z. B. eine Karte erstellen/eine Zählung durchführen)
  • eine Umfrage durchführen
  • eine Anfrage, einen Brief formulieren und versenden

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Kinderwelten in Vergangenheit und Gegenwart, in unterschiedlichen Kulturen und Gesellschaften weisen eine große Vielfalt hinsichtlich der Lebensbedingungen von Kindern auf. Auch auf die Frage danach, was für den jeweiligen Alltag von Kindern typisch oder normal ist, wird man verschiedene Antworten finden.

Für die Erarbeitung bieten sich längsschnittartige Betrachtungen an, die jeweils an historischen und gegenwärtigen Schwerpunkten die Besonderheiten und Veränderungen verdeutlichen und die Zusammenhänge von Zeit, Kultur, Gesellschaft, Politik und geografischen Bedingungen hinterfragen.

Die Unterschiede, die für Kinderarbeit, -armut und -rechte festzustellen sind, verdeutlichen ebenso, wie vielfältig Maßstäbe gestaltet sind und wie sie sich in konkreten Konstellationen verändern können.

Die übergreifenden Themen Demokratiebildung, Interkulturelle Bildung und Nachhaltige Entwicklung/Lernen in globalen Zusammenhängen münden in das Themenfeld ein.

Themen Inhalte Unterrichtsanregungen
Zusammenleben in der Familie und Erziehung früher und heute Kindheit – Familie – Erziehung
früher:
  • in der Antike (Athen und Sparta),
  • in der Aufklärung (Bauern- und Prinzenkinder in der Mark Brandenburg),
  • im Nachkriegsdeutschland (in der Region Berlin-Brandenburg, Ost und West)
Kindheit – Familie – Erziehung heute:
  • Biographien aus aller Welt und ihre Einflussfaktoren (z. B. Familie, kulturelle Prägung, Lebensbedingungen)
  • mit dem Zeitfries arbeiten
  • historische Biographien in unterschiedlichen Zeiten/zur gleichen Zeit vergleichen
  • Biographien an der Weltkarte verorten
  • Zeitzeugengespräch führen
  • eine Geschichte der Kindheit (für eine oder mehrere Epochen) erzählen
  • ein Portfolio zum Thema anlegen
  • ein Werturteil zur Fragestellung des Themas bilden
Kinderarbeit, Kinderarmut, Kinderrechte
  • Kinderarbeit in der Geschichte (z. B. in der Antike, im Mittelalter, in der Industrialisierung) anhand von Beispielen
  • Lebensbedingungen von Kindern in der Einen Welt (jeweils in Beispielen):
  • Kinderarbeit und -armut rund um den Globus
  • Kinderrechte und Kinderrechtskonvention (Umsetzung und Missachtung)
  • Kindersoldaten
  • Kinderschutzorganisationen
  • Text- und Bildquellen auswerten
  • Filmmaterial auswerten und in verschiedenen Medien recherchieren
  • Artikel für die Schülerzeitung schreiben
  • Ausstellung für die Schule erarbeiten
  • Informationsbroschüre für Mitschülerinnen und Mitschüler entwerfen
  • Aktionsgruppen (z. B. NGOs) und Aktivistinnen und Aktivistenrecherchieren

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Im Übergang von der Kindheit zur Pubertät setzten sich Schülerinnen und Schüler in der Regel intensiv und mit wachsendem Interesse mit ihrem Äußeren und auch mit Fragen der Mode auseinander. Sie agieren jetzt zunehmend als eigenständige Konsumentinnen und Konsumenten und sind Zielgruppe der Werbung. Das Themenfeld knüpft an diese Erfahrungen an und thematisiert, ausgehend vom eigenen Modebewusstsein, die Frage nach Nutzen, Sinn und Wirkung von Kleidung in verschiedenen Zeiten und Räumen. Das Thema Werbung und Kaufverhalten lenkt den Blick auf die ökonomischen Aspekte des Werbens, Handelns und Wirtschaftens mit dem Ziel, Verkaufsstrategien und eigenes Kaufverhalten zu reflektieren. Mit der Thematisierung des Produktionsweges werden Fragen der Nachhaltigkeit und sozialen Gerechtigkeit aufgegriffen. Hier bietet sich die Erarbeitung anhand eines Produkt-Fallbeispiels (z. B. Jeans) an, um komplexe Zusammenhänge aufzuzeigen und die Schülerinnen und Schüler für die globalen Auswirkungen auch ihres Kaufverhaltens zu sensibilisieren. 

Als übergreifende Themen spielen Verbraucherbildung, Nachhaltige Entwicklung/Leben in globalen Zusammenhängen, Kulturelle Bildung, Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender Mainstreaming) und Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity) eine Rolle.

Themen Inhalte Unterrichtsanregungen
Kleider
machen Leute
  • Anpassung und eigener Stil (Gruppe und Identität)
  • Mode in verschiedenen Zeiten: was Männer und Frauen, Arme und Reiche tragen (z. B. Kleiderordnungen und Konventionen im Mittelalter, in der preußisch-höfischen Gesellschaft)
  • Nutzen von Kleidung in verschiedenen Naturräumen (früher und heute)
  • experimentelles Rollenspiel erproben
  • Interviews mit Gleichaltrigen führen
  • Bildquellen auswerten
  • szenisches Spiel (Benimmkurse für verschiedene Epochen) entwickeln
  • Wirkung von Kleidung für verschiedene Zeiten durch eine Modenschau nachempfinden
Werbung und Kaufverhalten
  • von der Tausch- zur Geldwirtschaft
  • Werbeversprechen und Verkaufsstrategien
  • Umgang mit Taschengeld (Rechtliches und Privates)
  • mit dem Zeitfries arbeiten
  • Werbefilme und -plakate analysieren
  • Produktplatzierung im Supermarkt/in Modeabteilungen erkunden
Vom Rohstoff in die Einkaufstüte
  • Produktionskette am Beispiel eines Kleidungsstückes
  • Arbeitsbedingungen (z. B. in asiatischen Ländern) und Kostenkalkulation
  • Nachhaltigkeit
  • Fallbeispiel (z. B. Jeans) untersuchen und vorstellen
  • Filme und Texte auswerten
  • Plakate erstellen
  • Artikel für die Schülerzeitschrift verfassen

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Jede Erfindung und Nutzung neuer Medien hat, von der Erfindung der Schrift angefangen, in der Menschheitsgeschichte deutliche Veränderungen auf vielen Ebenen bewirkt (z. B. in Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft). Den Entwicklungsschritten und ihren Wirkungen wie auch den Veränderungen, die im Leben der Menschen jeweils zu beobachten waren und sind, wird mit diesem Themenfeld nachgegangen. Deutlich wird dabei in Vergangenheit und Gegenwart, dass Vorteile und Chancen wie auch Nachteile und Gefahren dazugehören, die kritisch einzuschätzen und abzuwägen sind. Der Umgang mit den modernen und sich ständig weiter verändernden Medien wird hier auch aus der Perspektive der Lernenden betrachtet, erprobt und ausgewertet.

Von den übergreifenden Themen finden Verbraucherbildung, Gewaltprävention, Kulturelle Bildung, Demokratiebildung sowie Gesundheitsförderung Beachtung.

Themen Inhalte Unterrichtsanregungen
Medienvielfalt heute
  • Medien- und Kommunikations­vielfalt (Printmedien, elektronische Medien)
  • Aufgaben und Verantwortung von Massenmedien
  • Ausstellung zum Thema erarbeiten
  • Massenmedien untersuchen
Entwicklung der Medien
  • von der Erfindung der Schrift und des Papyrus über den Buchdruck bis zu den modernen Medien (Erfindungen, Techniken, gesellschaftliche Auswirkungen)
  • ein Museum erkunden
  • Präsentation in Gruppen erarbeiten
  • mit dem Zeitfries arbeiten
Nutzung des Internets
  • Chancen und Gefahren (Recherchieren, Kommunizieren, Spielen, Manipulieren)
  • Kommunikation rund um den Globus
  • Soziale Netzwerke und aktuelle Probleme (z. B. Cybermobbing)
  • Formen kreativer Mediennutzung erkunden
  • Tagebuch zur Mediennutzung führen
  • Fallbeispiele bearbeiten und vorstellen
Entwicklung von Karten
  • Vielfalt der Karten
  • digitale Karten: Chancen und Gefahren der mobilen Karten- und Ortungstechnologie
  • eine Werkstatt (Kartenerstellung) einrichten
  • Orte mithilfe digitaler Kartentechnologien finden

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Ausgehend von der Heterogenität der Lerngruppe ermöglicht das Themenfeld die Auseinandersetzung mit der Heterogenität von Gesellschaft bzw. Gesellschaften in Vergangenheit und Gegenwart. Von der Identifikation mit unterschiedlichen Gruppen über den Umgang mit Verschiedenheit und Vielfalt bieten die Themen Möglichkeiten, um mit sozialer Ungleichheit, Vorurteilen, Diskriminierung und Toleranz zu befassen. Dabei können für die jeweiligen Beispiele die Mechanismen untersucht und infrage gestellt werden, die zu Definitionen von Anderssein bzw. Zugehörigkeit führen.

Geeignet sind Lerngegenstände und Methoden, die Schülerinnen und Schüler mit ihren eigenen Einstellungen und Erfahrungen konfrontieren und zum Reflektieren anregen, ohne sie zu überwältigen.

Die übergreifenden Themen Demokratiebildung, Gewaltprävention, Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender Mainstreaming), Interkulturelle Bildung und Erziehung und Umgang mit Vielfalt (Diversity) sowie Sexualerziehung/Bildung für sexuelle Selbstbestimmung werden in diesem Themenfeld besonders berücksichtigt.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Soziale Gruppen
  • was Gruppen ausmacht (z. B. Familie, Clique, Ethnie, Lebensstil)
  • Gruppenkonflikte und Möglichkeiten, damit konstruktiv umzugehen
  • Rollenspiele durchführen
  • Netzwerke sozialer Gruppen visualisieren
  • Spiele zur Konfliktbewältigung erproben
Menschen sind verschieden
  • was Verschiedenheit ausmacht (z. B. Geschlecht und sexuelle Orientierung, Religion, Weltanschauung, Begabung, Behinderung, Sprache, Kultur, Geschichte, Alter und Interessen)
  • Steckbriefen/Lebensläufen Fotos zuordnen und sich mit Vorurteilen auseinander setzen
  • Steckbriefe auf einer Weltkarte verorten
Ausgrenzung und Teilhabe
  • Umgang mit Ausgegrenzten früher (z. B. in der Antike: Fremdarbeiter im Alten Ägypten, Gladiatoren in Rom; im Mittelalter: Juden, Gaukler, Henker; im Nationalsozialismus: Juden, Sinti und Roma, Menschen mit Behinderungen) anhand konkreter Schicksale
  • Umgang mit Ausgegrenzten heute (z. B. in unserer Gesellschaft, in anderen Gesellschaften)
  • wie aus dem Nebeneinander ein Miteinander werden kann (früher und heute, hier und anderswo) in exemplarischen Beispielen
  • ein Museum, eine Gedenkstätte besuchen
  • Statistiken und Schaubilder (z. B. zum Bildungsniveau) auswerten
  • lokale Initiativen und Projekte erkunden und vorstellen
  • geschichtskulturelle Darstellungen auswerten

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In der Geschichte der Menschheit spielt Arbeit eine nicht nur grundlegende, sondern auch alltägliche Rolle, um für das Überleben zu sorgen.

In der Gegenwart sind unsere gesellschaftlichen Gewohnheiten, die von einer deutlichen Trennung von Arbeit und Freizeit ausgehen, nicht die Regel, vergleicht man sie mit Erfahrungen anderer Gesellschaften.

Mit dem Themenfeld kann für diese Zusammenhänge sensibilisiert und eine Betrachtung, die die eigenen Erfahrungen für das Normale halten, in Frage gestellt und erweitert werden. 

Als übergreifende Themen finden Gleichstellung und Gleichberechtigung der Geschlechter (Gender Mainstreaming), Demokratiebildung, Bildung zur Akzeptanz von Vielfalt (Diversity), Verbraucherbildung sowie Berufs- und Studienorientierung Berücksichtigung.

ThemenInhalteUnterrichtsanregungen
Arbeit: Pflicht oder Recht des Menschen?
  • von der Arbeitsteilung (Metallzeiten) zu Berufen (im Mittelalter)
  • Frauenarbeit früher und heute sowie regional und global: Notwendigkeit, Selbstverständlichkeit, Luxus
  • "Männerberufe" und "Frauenberufe"; Ansprüche auf Gleichberechtigung in der Arbeitswelt
  • mit Bildquellen Collagen erstellen
  • Interviews führen
  • unterschiedliche Tages- und Wochenabläufe zusammenstellen und vergleichen
  • gesetzliche Vorgaben untersuchen
Wenn das
Leben mehr als Arbeit ist
  • freie Zeit in der Antike (z. B. Brot und Spiele im Römischen Reich)
  • Die Erfindung der Freizeit (im 19. Jahrhundert)
  • Freizeit heute: Ansprüche, Gestaltungsmöglichkeiten, Alternativen (z. B. Verknüpfung mit ehrenamtlichem Engagement)
  • Bedeutung von Freizeit im globalen Vergleich anhand ausgewählter Raumbeispiele
  • Plakat zu Freizeitbeschäftigungen über Zeit und Raum erstellen
  • Orts- oder Stadtteilerkundung (z. B. als Zählung oder Messung) durchführen
  • Orts- oder Stadtteilplan zum Thema Freizeit erstellen
  • Interviews führen
  • Steckbriefe zu Angeboten verschiedener Träger zusammentragen
Leben und
Arbeiten hier und anderswo
  • Leben und Arbeiten im weltweiten Vergleich (z. B. unter Berücksichtigung verschiedener natürlicher und kultureller Hintergründe)
  • Sachtexte auswerten und eigene Sachtexte verfassen
  • Grafiken und Schaubilder auswerten
  • ein Werturteil zur Fragestellung des Themas bilden

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Religionen gehören zur Menschheitsgeschichte, sie sind in großer Vielfalt in allen Zeiten und Kulturen nachweisbar. Als bedeutsam haben sich insbesondere die großen Weltreligionen erwiesen, die sowohl Gemeinsamkeiten als auch deutliche Unterschiede in ihrer Entstehung und Verbreitung aufweisen.

Religionen werden nicht nur durch ihre Überzeugungen, Dogmen und Schriften repräsentiert, sondern erlangen z. B. durch ihre Protagonistinnen und Protagonisten, Einrichtungen und Organisationen Wirksamkeit und Gestaltungskraft. Somit stehen sie in Geschichte und Gegenwart in vielfältigen Verflechtungen, z. B. auch mit Bereichen der Politik und der Wirtschaft.

Ihr Aufeinandertreffen führte und führt, insbesondere im modernen Medienzeitalter, sowohl zum Mit- und Neben-, aber auch zum Gegeneinander.

Von den übergreifenden Themen wird hier vor allem die Kulturelle Bildung bedeutsam.

Themen Inhalte Unterrichtsanregungen
Ursprünge von Religiosität und Götter
vielfalt
  • Funde und ihre Deutungen: Alt- und Jungsteinzeit und Metallzeiten
  • Religion in der Antike (z. B. Götterwelt und Glaubensüberzeugungen der Ägypter oder Griechen oder Römer)
  • zur Bedeutsamkeit von Religion und Glaube für den Menschen
  • Gruppenpuzzle durchführen
  • Rollenspiel (z. B. zum ägyptischen Totengericht) erarbeiten
  • über Religion und Glauben philosophieren
Die großen monotheistischen Weltreligionen und ihr Entstehungskontext
  • Judentum
  • Christentum
  • Islam
  • Stationenlernen durchführen
  • eine Synagoge, eine Kirche und eine Moschee besuchen
  • Gespräche/Interviews mit Vertreterinnen und Vertretern der Religionen führen
  • Karte mit Orten religiöser Stätten im Nahraum anlegen
Andere Weltreligionen
  • Hinduismus
  • Buddhismus
  • eine Weltkarte zur Verbreitung der Religionen entwickeln
Zum Wechselverhältnis der Religionen untereinander
  • Neben-, Mit- und Gegeneinander von Religionen am historischen Beispiel (z. B. Alexandria in der Antike, Geschichte der iberischen Halbinsel, Kreuzzüge)
  • Konflikte, Dialog und friedlicher Austausch am aktuellen Beispiel
  • aus Quellen und Darstellungen einen zusammenfassenden Sachtext schreiben
  • in Medien recherchieren

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Redaktionell verantwortlich: Thomas Hirschle, LISUM