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Best Practice

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Schulbibliothek gewinnt Innovationspreis

Die Berliner Sternberg-Grundschule hat 2019 den Innovationspreis der Bibliotheken in Berlin und Brandenburg gewonnen. Mit einem Projekt, das Lese- und Medienkompetenz der Kinder auf aktive und spannende Weise fördert, hatte sich die Schulbibliothek auf den von der Berlin-Brandenburgischen Gesellschaft für Bibliotheksforschung e.V. ausgeschriebenen Preis beworben. Die Schulbibliothek kann nun im Jahr 2020 mit dem Preisgeld von 10.000 € das eingereichte Projekt umsetzen.


Schulbibliotheken des Jahres

Die Ernst-Adolf-Eschke-Schule war die „Berliner Schulbibliothek des Jahres 2017“.

„Brandenburger Schulbibliothek des Jahres 2017“ war die Stadt- und Schulbibliothek Schlieben.

In der Ernst-Adolf-Eschke-Schule arbeitet die Medienpädagogin Anne Rinn. Unter ihrer Leitung konnte in kurzer Zeit ein Raum eingerichtet und mit beliebten Büchern ausgestattet werden. Dabei hat der Berliner Büchertisch e.V. geholfen. Hier halten sich die Kinder gern auf, lesen Comics, unterhalten sich. Sie stellen aber auch eigene Medien her. So arbeiten sie an einer Datenbank für Gebärdensprache, produzieren bilinguale digitale Bilderbücher in Gebärdensprache und deutscher Schriftsprache als App für iPads. Für diese innovative und vielfältige Arbeit mit allen Medien hat die Bibliothek den Preis der AGSBB e.V. 2017 erhalten.

Die Stadt- und Schulbibliothek Schlieben ist ein besonderes Brandenburgisches Bibliotheksmodell. Auch sie wurde 2017 Schulbibliothek des Jahres für das innovative Engegement. Die Bibliothek ist für die Schüler und Schülerinnen der Grundschule und der Oberschule, aber auch für die Menschen der Stadt Schlieben da. Neben Lesegruppen gibt es viele Aktivitäten, die Schule und Ort verbinden. Beliebt sind die Lesetipps der Bibliothek auf Instagram.


Broschüre mit Berliner und Brandenburger Schulbibliotheken

Zum Wettbewerb “Schulbibliothek des Jahres 2013″ entstand aus den Einsendungen der TeilnehmerInnen eine umfangreiche Broschüre. Sie enthält Beiträge aus fast 50 Schulen in Berlin und Brandenburg, in denen die Arbeit ihrer Schulbibliotheken beschrieben wird: Welche Leseaktionen gibt es? Findet Unterricht in der Schulbibliothek statt? Ist die Schulbibliothek im Schulprogramm verankert? Wird Medienkompetenz vermittelt? Wer arbeitet dort? Wie wird sie unterstützt? Die Broschüre der Arbeitsgemeinschaft Schulbibliotheken Berlin-Brandenburg e.V. (AGSBB e.V.) ist unter Publikationen auf der Homepage der AGSBB e.V. zu finden.


Lesekeller der Adolf-Glaßbrenner-Grundschule

Die Adolf-Glaßbrenner-Grundschule in Kreuzberg arbeitet im Freizeitbereich mit dem Diakonischen Werk Mitte e.V. zusammen. Der Wohlfahrtsverband betreut die Kinder am Nachmittag sowie in den Ferien und ist Träger der Schulbibliothek in der unteren Etage des Kinderhauses.

Dieser Lesekeller wurde 2009 gegründet, verfügt über drei Räume, zwei PCs und einen sorgfältig ausgewählten Bestand an Kinder- und Jugendliteratur. Die Präsenzbibliothek steht den Grundschülern sowohl im Unterricht als auch im Freizeitbereich zur Verfügung.

Zahlreiche Veranstaltungen werden von der Leiterin des Lesekellers, Bettina Braun, organisiert und durchgeführt. So finden hier Autorenbegegnungen statt, die Mitarbeiterinnen lesen vor oder es wird zum Bilderbuchkino eingeladen. Dann werden die Illustrationen zu einer Geschichte (ohne Text) mit einem Beamer an die Wand projiziert und parallel dazu die Texte vorgetragen. An brisanter Stelle können die Vorlesenden einfach anhalten, mit den Schülern die Situation diskutieren, sie fragen, wie sie selbst gehandelt hätten oder sie von ihren eigenen Erfahrungen erzählen lassen.

Am 23.4.2010, am Welttag des Buches, startete im Lesekeller ein Familien-Leseprojekt. In fünf Koffern wurden jeweils 15–20 Bücher verpackt, die Schüler und Schülerinnen für sich und ihre Familie 14 Tage lang ausleihen können. Die Bücher sollen Spaß machen, zum Schmökern anregen und sind in deutscher, türkischer, arabischer, englischer oder französischer Sprache. Sie können selbst gelesen, gemeinsam mit Eltern oder Geschwistern angeschaut oder vorgelesen werden. Der Kiwanis-Club Berlin-Frohnau e.V. hat für dieses Leseprojekt die Finanzierung übernommen.

Frau Braun sucht die Zusammenarbeit mit den Lehrern und Lehrerinnen ihrer Grundschule. Sie ist sich sicher, dass die Bücher ihres Lesekellers auch im Unterricht eine Rolle spielen können. Sie nimmt deshalb an Fachkonferenzen der Deutschlehrer teil, um mit den Kollegen ins Gespräch zu kommen und zu erzählen, welche Möglichkeiten die Schulbibliothek bietet. So lädt sie Klassen am Vormittag während den Unterrichts in den Lesekeller ein, hat dann thematische Projekte vorbereitet und arbeitet pädagogisch mit den Schülern. Beim letzten Besuch erfuhren die Kinder etwas über den Wald und seine Bewohner, folgten den Spuren auf dem Boden und fanden so Bücher über die Tiere des Waldes. Sie erkannten im Laufe der Veranstaltung, dass im Wald alles miteinander zusammenhängt.

Kontakt zu Frau Braun


Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium Frankfurt (Oder)

Das Carl-Friedrich-Gauß-Gymnasium ist eine Spezialschule in Frankfurt (Oder) mit mathematisch-physikalisch-technischem Profil, die über eine moderne Schulbibliothek verfügt.

6500 Medien, darunter Büchern, Zeitschriften, CD-ROMs, Gesellschaftsspiele und zahlreiche Lernhilfen, stehen für die Lehrenden und Lernenden bereit. In Freistunden und Pausen, für Projektarbeit oder zur Vertragsvorbereitung und für das Methodentraining werden die Lese- und die Computerarbeitsplätze der Bibliothek genutzt. Für die Recherche im Medienbestand ist ein OPAC vorhanden, der direkt in der Bibliothek aber auch über das Internet verfügbar ist. Auf der eigenen Bibliothekshomepage erfährt man alles über Neuzugänge, Service, Öffnungszeiten und Nutzungsbedingungen.

Geleitet wird die Bibliothek von SchülerInnen der gymnasialen Oberstufe. Sie kümmern sich um

  • die Medienerschließung und -katalogisierung,
  • die Dienstplanung, 
  • die Beratung der Fachlehrer bei Anfragen,
  • den Kontakt zu den Kooperationspartner (u.a. die Stadt- und Regionalbibliothek Frankfurt (Oder), sowie die Universitätsbibliothek) und
  • außerdem um die Planung von Unterricht und Projekten in der Schulbibliothek.

Aufsicht, Beratung und Ausleihe werden durch Bundesfreiwilligendienstleistende und ehrenamtlich tätige Bürgerinnen und Bürger durchgeführt.

Als Software verwendet die Bibliothek PS-Biblio 4, ein preisgünstiges, auf Schulbibliotheken zugeschnittenes Computerprogramm. Der OPAC wird über BVS eOPAC realisiert. Dabei handelt es sich um ein Zusatzprogramm, das Bibliotheksdaten kostengünstig im Internet bereitstellt.


Schulbibliotheken in Treptow-Köpenick

Die meisten der 50 im Berliner Bezirk Treptow-Köpenick vorhandenen Schulbibliotheken sind seit 2010 entstanden. Ausgelöst wurde diese Entwicklung durch die Einrichtung einer Schulbibliothekarischen Arbeitsstelle (SBA). Sie hat die Aufgabe, die Entwicklung und Arbeit der Schulbibliotheken im Bezirk zu koordinieren und zu unterstützen. Die SBA betreut alle Schulbibliotheksstandorte im Bezirk: Grundschulen, Förderschulstandorte, weiterführende Schulen, Schulbibliotheken in Nähe von Stadtteilbibliotheken und beratend zwei Privatschulen.

Die SBA entstand 2005, ist dem Schulamt zugeordnet und arbeitet seitdem auf der Grundlage einer Vereinbarung zwischen dem Amt für Bildung und dem Schulamt im Bezirksamt Treptow-Köpenick „Zur Vermittlung und Förderung von Lese-, Sprach-, Informations- und Medienkompetenz an Schülerinnen und Schülern und Kooperation mit den Lehrkräften in den Schulen im Bezirk Treptow-Köpenick“. Der Vertrag sorgt dafür, dass für die Entwicklung von Schulbibliotheken eine Personalstelle zur Verfügung steht, die durch eine ausgebildete Bibliothekarin besetzt ist. So ist es möglich, dass unter fachkundiger Anleitung Schulbibliotheken entstehen und eingerichtet werden, die sich gegenseitig unterstützen, gemeinsam geschult werden und mit übereinstimmenden Konzepten arbeiten.

Geleistet wird die schulbibliothekarische Arbeit in Treptow-Köpenick durch Frau Simone Frübing. Unter ihrer Leitung stieg der Anzahl der durch die SBA betreuten Bibliotheken von vier im Jahre 2005 auf 50 im Jahr 2020.


Schulbibliothek am Victor-Klemperer-Kolleg Berlin

Die Schulbibliothek des Victor-Klemperer-Kollegs verfügt über ca. 40.000 Medien, davon 31.400 Lehrmittel (Lehrbücher, Broschüren, Ganzschriften, Sternkarten und Atlanten), 5.300 Sachbücher (zu wichtigen, unterrichtsbezogenen Gebieten wie Wirtschaft, Politik, Psychologie, Englisch und Physik), 2.000 belletristische Werke (Romane und Erzählungen), 300 moderne Medien (CD, MC, DVD, Video) und 20 verschiedene Softwareprodukte für den PC.

Am VKK werden sämtliche Lehrbücher für die Schüler über die Schulbibliothek ausgeliehen. Dadurch hat die Schule stets einen genauen Überblick über den Buchbestand, konnte Buchverluste verringern und die Kosten für den Nachkauf von Lehrbüchern deutlich reduzieren. Die Ausleihe und Rücknahme der Medien erfolgt über eine professionelle Bibliothekssoftware. Die Daten werden mit Hilfe von Barcodes übermittelt. Ein WebOPAC ermöglicht die Recherche für Lehrer und Schüler an jedem Rechner der Schule.

Die Schulbibliothek versteht sich als Serviceeinrichtung der Schule und stellt weitere Dienste zur Verfügung:

  • Ein Lesebereich ist für die Schüler während der langen Öffnungszeiten nutzbar.
  • Eine Druckstation ermöglicht Computerausdrucke in Schwarzweiß und in Farbe.
  • Für Vorträge werden Presenter ausgeliehen.

Das VKK nutzt die Schulbibliothek auch gezielt im Unterricht. So wird im Fach Deutsch in allen 11. Klassen ein Unterrichtsprojekt zur Vorbereitung der 5. Prüfungskomponente durchgeführt. Hier beschäftigen sich die Schüler mit dem Aufbau der Schulbibliothek, mit Methoden der Recherche in verschiedenen Medienarten und mit der Sicherung der gefundenen Informationen. Weitere Unterrichtsprojekte unter Nutzung der Schulbibliothek existieren für den Geschichtsunterricht (Gang nach Canossa), den Physikunterricht (Temperaturregelung), und den Englischunterricht (Travelling to Africa, PC and the Internet). Sie zeigen, wie die Schulbibliothek die Lehrer bei der Erfüllung der Rahmenpläne unterstützen kann.


Lesekultur an der Lenau-Grundschule in Kreuzberg

Für die Lenau-Grundschule ist die Lesekultur ein Teil der Schulkultur. Seit 2002 werden an der Kreuzberger Ganztagsschule immer wieder neue Ideen entwickelt, um die Beschäftigung mit Medien zu einem wichtigen und kreativen Bestandteil des Schulalltages werden zu lassen.
Die Schulbibliothek LeseWelt ist bei all diesen Aktivitäten das Zentrum der Lesekultur an der Lenauschule. Sie ist mit ihrem Bestand und mit ihren zwei Medienräumen die Verbindung zwischen Unterricht und Freizeit. Sie ist ein offener Raum für alle in der Schule: Vor allem Kinder, aber natürlich auch Pädagog*innen und Eltern, Geschwister und andere Menschen können hier lesen, schauen, recherchieren, suchen, finden, reden, begegnen, sich austauschen, sich ausruhen, basteln und spielen.
Das Bibliotheksteam veranstaltet wöchentliches oder thematisches Bilderbuchkino, organisiert Lesezeiten, Autor*innenbegegnungen und Comic-Workshops, lädt ein zum mehrsprachigen Familienbilderbuchkino, leiht Themenkisten, Ferienbuchkisten, Berlin-Taschen, Natur-Entdecker-Taschen, Familienkoffer und Wochenendbeutel aus, leitet spielerische jährliche Bibliotheks- und Medieneinführungen an, bildet Bibliotheks-Assisstent*innen aus und arbeitet mit Kindern partizipativ zusammen. Eine Vielzahl von Lesepat*innen wird vom Bibliotheksteam betreut. Und vor allem gibt es über 10’000 Medien in einer kindgemäßen Systematik und viele gemütliche Ecken, da lässt es sich zwischen den Zeilen und Bildern versinken. Ausleihen ist natürlich auch möglich für Kinder und Eltern.

Aufgebaut wurde die Bibliothek dank der großzügigen Spende der Bürgerstiftung Berlin, die auch weiterhin verlässliche Partnerin bleibt. Der Austausch mit naheliegenden Schulbibliotheken, den öffentlichen Bibliotheken und der AG Schulbibliotheken Berlin Brandenburg ist ebenso wichtig für die erfolgreiche Bibliotheksarbeit wie die kontiuierliche Arbeit mit dem Kollegium der Schule in Gremien und informellen Treffen.
Ergebnisse der Leseförderung an der Lenau-Grundschule kann man in einem Film sehen. „Es war einmal ein Zebra“ ist ein Dokumentarfilm von Gerburg Rohde-Dahl (DVD 53 Min.) und trägt den Untertitel „Wege zu einer Lesekultur an der Lenauschule in Berlin-Kreuzberg“. Weitere Informationen finden sich ebenso wie der Trailer unter www.Lenau.net.

Kontakt zum Bibliotheksteam


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Redaktionell verantwortlich: Jana Haase