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DigitalPakt - Sicherheit und Gesundheit

“Prävention gelingt am besten, wenn Sicherheit und Gesundheit der Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler von Anfang an mitgedacht werden und alle Beteiligten im System Schule zusammenarbeiten"  Dr Heinz Hundeloh

Die Träger der gesetzlichen Unfallversicherung weisen darauf hin, dass bei der konkreten Umsetzung auch Fragen von Sicherheit und Gesundheit im Umgang mit digitalen Medien einbezogen werden müssen. Das betrifft zum Beispiel Bereiche wie Ergonomie und psychische Gesundheit. Die gesetzliche Unfallversicherung gibt vor diesem Hintergrund dazu nachfolgende Empfehlungen. Außerdem widmen wir einen Abschnitt möglichen Auswirkungen der Digitalisierung auf unsere Sehfähigkeit.

Ergonomie umfasst die gesamte Gestaltung des Arbeitsplatzes und der Arbeitsumgebung. Das schließt auch die richtige Beleuchtung, das Raumklima und die Arbeitsorganisation ein. In Schulen sind beim Arbeiten und Lernen mit digitalen Medien bestimmte ergonomische Aspekte zu beachten, um körperlichen Gesundheitsschäden von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern vorzubeugen. So können zum Beispiel durch höhenverstellbare Stühle und Tische, auch Bildschirme, die leicht dreh- und neigbar sind und einen Reflexions- und Blendschutz haben, Beschwerden am Muskel-Skelett-System und den Augen verhindert werden.

Werden mobile digitale Geräte im Unterricht genutzt, müssen diese ebenfalls den grundsätzlichen Anforderungen für Bildschirmarbeitsplätze genügen. Displays sollten mindestens 10 Zoll groß sein. Für längeres Lesen oder Texteingaben sollten die Displays 15 Zoll oder größer sein. Generell erlauben Bildschirmtastaturen auf Touchscreens kein ergonomisches Arbeiten. Für längere Texteingaben sind deshalb externe Tastaturen zu empfehlen.

Smartphones sind für die längere Lektüre oder die Eingabe von Texten ungeeignet. Mit den Geräten sollte deshalb am Stück nicht länger als fünf Minuten gearbeitet werden.

Der Einsatz digitaler Medien braucht gute Rahmenbedingungen. Dazu gehört zum Beispiel entsprechendes Personal, das sich um Infrastruktur und Wartung der digitalen Geräte an der Schule kümmert. Lehrerinnen und Lehrern kommt beim Umgang mit digitalen Medien eine Schlüsselfunktion zu. Sie sollten deshalb dabei unterstützt werden, sich digitale Kompetenzen anzueignen. Neben dem technischen und pädagogischen Know-how betrifft das auch die Kenntnisse über und den Umgang mit Risiken durch digitale Medien.

Um die psychische Gesundheit von Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern zu erhalten und eine mediale Reizüberflutung zu vermeiden, sollte der Unterricht aus einem gesunden Mix bestehen: Längere Arbeitsphasen mit digitalen Medien - zum Beispiel der Nutzung des Tablets als Schulbuchersatz - sollten sich mit anderen Lernformen, Erholungs- und Bewegungspausen abwechseln. Insgesamt sollte die Lernzeit mit digitalen Medien ein Drittel des Unterrichtstages nicht überschreiten.

Kurzsichtigkeit ist durch verschiedene Faktoren bedingt: Neben der genetischen Veranlagung können sowohl ein Mangel an Tageslicht als auch häufige Naharbeit dazu führen.

Die sogenannte Naharbeit, das Lesen und Arbeiten an Monitoren, Laptops, iPads, Tablets, Smartphone etc. erfordert höchste Anstrengung des Auges und führt langfristig dazu, dass Betroffene  in der Ferne nur unscharf sehen können.

In der Fachwelt wird die Kurzsichtigkeit als Myopie bezeichnet. Dabei handelt es sich nicht um eine Erkrankung, sondern um eine funktionale Beeinträchtigung des Auges. Der Brennpunkt des Lichts liegt vor der Netzhaut – für ein scharfes Bild müsste er direkt auf der Netzhaut liegen. Grund dafür ist der Augapfel, der in die Länge wächst. Bereits eine minimale Abweichung von 1 Millimeter zur Normalgröße führt zu einem Wert von etwa -2,7 Dioptrien. Leidet man schon als Kind an einer Kurzsichtigkeit, bleibt diese in der Regel ein Leben lang.

Redaktionell verantwortlich: André Koch, LISUM