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Potsdamer Netzwerk "Schulen einer Stadt"

Das Potsdamer Netzwerk "Schulen einer Stadt"

Im Netzwerk "Schulen einer Stadt" kooperieren weiterführende Schulen der Stadt Potsdam, um gemeinsam neue Unterrichtsvorhaben zu entwickeln und die Lernkultur zu verändern. Anlass gab im Jahr 2015 der Rahmenlehrplan, der mit den übergreifenden Themenkomplexen Impulse für die vernetzte Arbeit setzte. Von 2017 bis 2019 war das Netzwerk ein Projekt der deutschen Schulakademie, die während der Projektlaufzeit den inhaltlichen und finanziellen Rahmen gegeben hat. Seit dem Schuljahr 2019/20 sind weiterhin 14 Schulen Teil des Netzwerks. Sie haben den Referenzrahmen unterschrieben, der den Rahmen der Kooperation absteckt. Das MBJS unterstützt finanziell und inhaltlich wird eine Kooperation mit der Universität Potsdam angestrebt.

Kooperation hat einen Rahmen

Der Referenzrahmen, der von allen teilnehmenden Schulen unterschrieben wurde, legt die Ziele und Organisation des Netzwerks fest. Hier wurden Festlegungen für die Teilnehmenden, die Steuergruppe, die Arbeitsformen und ein Arbeitsplan für 2 Jahre festgeschrieben.

Geschichte des Netzwerks

Mit der Implementierung des neuen Rahmenplans für die Klassenstufen 1-10 gab es 2015 erhebliche Probleme und einen enormen Fortbildungsbedarf.

Auf Initiative von Karen Pölk und Rüdiger Ziemer, damals im Vorstand des Landesverbandes der Gesamtschulen, fand im LISUM eine Schulleiterberatung mit Vertretern des Instituts zur Implementierung des neuen Rahmenlehrplans statt.

Entscheidende Fragen zur Bewertung und zum Unterricht in Niveaustufen konnten nicht ausreichend beantwortet werden und uns wurde klar, dass wir uns diese Antworten in der praktischen Arbeit nur selbst geben konnten. Ausgehend von der Erkenntnis, dass der Rahmenlehrplan in die richtige Richtung zielt und hohe Anforderungen stellt, machten wir uns auf den Weg.

Über viele Jahre hinweg hatten die durch den zuständigen Schulrat Eckhart Dörnbrack organisierten Fortbildungen der Schulleiterinnen und Schulleiter ein sehr gutes Verständnis untereinander hergestellt. Das war eine wichtige Voraussetzung für die langfristige Zusammenarbeit der weiterführenden Schulen auf Augenhöhe.

Der entscheidende Anstoß zur Bildung eines „Netzwerks“ kam erstmalig von Ulrike Kegler, der damaligen Schulleiterin der Montessori Schule Potsdam. Die Schulleiterinnen und Schulleiter konnten sich vorstellen, nicht mehr in harter Konkurrenz gegeneinander zu arbeiten, sondern im Miteinander Impulse zu gestalten, um die Lern- und Schulkultur an unseren Schulen im Sinne des neuen Rahmenlehrplans zu entwickeln. Dabei war eine wichtige Prämisse, die Stärken der einzelnen Schulen für alle als Angebot nutzbar zu machen, ohne die Unterschiede im Profil, im pädagogischen Ansatz und inneren Gefüge zu verwischen.

Es bildete sich eine Steuergruppe aus vier Schulleiterinnen und einem Schulleiter. Dieses Team entwickelte unter Federführung von Ulrike Kegler einen Referenzrahmen und einen Projektplan. Das Ziel bestand von Anfang an darin, das enorme Know-how der Deutschen Schulakademie zur Unterstützung unserer Arbeit zu nutzen. In der Anfangsphase waren die Schulen durch die Schulleiterin/den Schulleiter und je nach Größe der Schule drei bis fünf Lehrkräfte vertreten.  Die Auswahl erfolgte an den Schulen ganz unterschiedlich, was sich auch auf die weitere Arbeit auswirkte.

Letztlich bildete sich ein hochproduktives Team, das miteinander erste Themen und Projekte entwickelte. Von vornherein war klar, dass wir den Unterricht verändern wollten.

Nachhaltiges und freudbetontes Lernen, häufig in projekt- und produktorientierten Angeboten sollte im Zentrum des schulischen Lebens stehen.

Die Akademie Paretz von Helga Breuninger war von Anfang an ein Ort, an dem wir höchst produktiv miteinander arbeiteten.

Es begann unter anderem im Frühsommer 2016 mit einem Spaziergang von jeweils zwei Schulleiterinnen bzw. Schulleitern, die sich zu ihrem Führungsstil, zur Personal- und Organisationsentwicklung in ihren Schulen und ihrem grundsätzlichen Verständnis vom Lernen austauschten.

Schnell fanden sich thematisch differenzierte schulübergreifende Arbeitsgruppen, die sich vornahmen, miteinander unterschiedliche Themen der schulischen Entwicklung zu bearbeiten.

Eine tragende Idee unserer Netzwerkarbeit bestand darin, einen Schuljahresauftakt für alle Potsdamer Lehrerinnen und Lehrer zu organisieren. Dieser erste Schuljahresauftakt fand 2016 mit dem Referenten Manfred Spitzer statt. Etwa 900-1000 Lehrkräfte waren in die MBS Arena Potsdam gekommen, um den Hirnforscher Spitzer zum Thema Lernen zu hören.

Im zweiten Jahr kam mit Robin Malloy ebenfalls ein Hirnforscher und im dritten Jahr luden wir Markus Hengstschläger, Genetiker aus Wien, zum Thema Durchschnittsfalle nach Potsdam ein. Hunderte von Lehrkräften ließen es sich nicht nehmen, das Schuljahr so miteinander zu beginnen. 2019 sprach  Axel Krommer über das Lernen im Zeitalter der Digitalität

Eine entscheidende Zäsur in der Entwicklung der Netzwerkarbeit markiert der März 2017. Hier wurde die Deutsche Schulakademie nach Monaten intensiver Vorarbeit zu unserem Partner und zum Träger des Projekts. In ganz enger Zusammenarbeit entwickelten wir im Rahmen der Akademiearbeit unsere Vorhaben weiter. Dabei wurde deutlich, dass wir zwei Ziele verfolgen:

1. Entwicklung des Gefäßes Netzwerk mit institutionalisierten Abläufen, Regelungen und Veranstaltungen.

2. Nachhaltiges freudbetontes Lernen unter dem Motto „ohne Sorge lernen“ etablieren.

Themen der gemeinsamen Arbeit bildeten die fachübergreifenden Angebote des neuen Rahmenlehrplans.

Der damals entstandene Projektplan beschreibt das Grundverständnis unseres Netzwerks, ritualisierte Abläufe und konkrete Vorhaben:

Zweitägige Netzwerktreffen und eintägige Arbeitstreffen fanden mindestens einmal pro Halbjahr statt. Hier arbeiteten die festgelegten Vertreterinnen und Vertreter der Schulen miteinander an der Entwicklung von fächerübergreifenden Unterrichtsvorhaben und an allgemeinen pädagogischen Problemen. Die Fragen - Was ist guter Unterricht, nach welchen Kriterien wird wann bewertet, wie wird mit den neuen Medien gearbeitet? – bestimmten unsere Arbeit ebenso wie ganz viele Einzelprobleme, die die Lehrkräfte miteinander besprachen und bearbeiteten.

Um die Arbeit der schulübergreifenden Teams zwischen den Treffen zu ermöglichen, wurde ein Stundenplanfenster für die Beteiligten – montags ab 14 Uhr- geschaffen.

Zu den Themen:

Verbraucherbildung, Kulturelle Bildung, Europa, Interkulturelle Bildung und Gesundheit wurden Unterrichtsvorhaben entwickelt, an den Schulen in unterschiedlichen Formaten unterrichtet und schließlich durch die verantwortlichen Teams evaluiert.

In einem überregionalen Lernforum im Frühjahr 2019 wurden die Ergebnisse der zweijährigen Zusammenarbeit mit der Deutschen Schulakademie präsentiert.

Die Unterstützung durch die Akademie führte zur Klarheit in der Zielsetzung und ermöglichte die Präsentation der Ergebnisse für Schulen in ganz Deutschland. Die DSA finanzierte und organisierte Referenten, deren Angebote unser pädagogisches Selbstverständnis unter dem Motto „Mehr gute Schulen“ erheblich beeinflussten.

Die Netzwerkidee wurde von Anfang an durch das Staatliche Schulamt Brandenburg, die Stadt Potsdam, besonders aber das Ministerium für Bildung, Jugend und Sport mitgetragen und befördert.

Schulübergreifende Gruppen arbeiten an unerschiedlichen Themen

Derzeit arbeiten die Gruppen an folgenden Themen:

  • Digitalität - Medien
  • Vernetzung von Schülerinnen und Schülern in der Stadt
  • schulübergreifende kollegiale Hospitation
  • Leistungsrückmeldung und -bewertung
  • Antragsstellung für den Digitalpakt

Redaktionell verantwortlich: Sebastian Raphael, LISUM