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Gestaltung sozialer Beziehungen

Gestaltung sozialer Beziehungen

"Schule ist Stätte der Personwerdung. Wissensvermittlung kann sie gar nicht verhindern."
(Alfred Hinz, ehem. Schulleiter der Bodensee-Schule in Friedrichshafen)

Neben der Vermittlung einer fundierten Allgemeinbildung und der Ausprägung von Lernkompetenzen gehört die Ausbildung sozialer Fähigkeiten zu den grundlegenden Aufgaben von Schule.

Für jede Schule gilt es, die vorhandenen sozialen Beziehungen in ihrer Ausprägung zu gestalten. Es ergeben sich drei große Betätigungsfelder:

  • Freiräume - Grenzen - Vereinbarungen
    weitere rahmen- und struktursetzende Faktoren sind u.a.:
    Beziehungsgestaltung, Formen der Kommunikation,
    Unterrichtsmethoden,
    Techniken zum Erhalten von Ordnung, Umgang mit Problemverhalten,
    Arbeitsbedingungen
  • Teilnahme - Verantwortungsübernahme - Mitbestimmungsrechte
  • Umgang mit Konflikten

Quelle1


Einige hilfreiche Instrumentarien für die Gestaltung sozialer Beziehungen

Das Konzept des Klassenrats

Das Konzept des Klassenrats trägt dazu bei, soziales Verhalten, Verantwortungsbewußtsein, Problemlösefähigkeiten und Gemeinschaftsgefühl einzuüben.2

Der Klassenrat ist ein Instrument der Selbst- und Mitbestimmung für alle Belange, die das Miteinander der Klasse betreffen.1

In Brandenburg wird der Klassenrat mit dem Modellprogramm "Demokratie lernen und leben" systematisch an Schulen etabliert. Das wiederkehrende Procedere und die damit verbundenen Übungsmöglichkeiten sind für Schüler/innen wichtig. Voraussetzung für eine erfolgreiche Arbeit des Klassenrates sind gemeinsam vereinbarte Regeln.2


So kann zum Beispiel ein Klassenrat arbeiten

In jeder Klasse / Lerngruppe findet zu einem regelmäßig festgelegten Zeitpunkt der Klassenrat statt. Unter der wechselnden Leitung von zwei Kindern werden Lösungen für Konflikte gefunden, Klassenvorhaben geplant und Zuständigkeiten und Aufgaben für die Klassengemeinschaft abgesprochen. Jede Lerngruppe besitzt ein Klassenratsbuch, das für alle zugänglich ist. In diesem müssen der Name und das Datum eingetragen werden, um im nächsten Klassenrat nach dem Grund der Eintragung gefragt zu werden. In Kurzform wird notiert wie jeder "Fall" geklärt wird. Die Person, die den Eintrag vornahm, wird als erstes befragt. Herrscht über den Hergang Einigkeit, werden Lösungsvorschläge gesammelt. An diesen haben sich die Kontrahenten aktiv zu beteiligen und sich auf einen Vorschlag zu einigen. Behandelt werden auch Vorschläge zum Klassenleben, die Vergabe von Klassenämtern u.ä. Meinungen müssen begründet werden, um freundschaftsabhängige Stellungsnahmen zu vermeiden.1

Erfahrungen zeigen, dass der Klassenrat eine Möglichkeit ist, um Anliegen angstfrei zu regeln. Er ist nicht ein Instrument des Anklagens und Abstrafens. Es geht nicht darum, Recht zu haben, sondern Konflikte eigenverantwortlich zu klären und Verantwortung für die Klassengemeinschaft wahrzunehmen. Somit kommt Ruhe und Gelassenheit in die Lerngruppe, weil Anliegen in angemessenem Rahmen geklärt werden.1


Beispiele und weiterführende Materialien

Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule", Ludwigsfelde, 2005 (Link auf der Startseite)

http://www.fachportal-paedagogik.de (Literaturdatenbank)

http://www.blk-demokratie.de/index.php?id=83


Quellen

1 Annette Czerwanski, Dorit Grieser, Claudia Solzbacher, Witlof Vollstädt, "Förderung von Lernkompetenz in der Schule" Bd. 2:
   Praxisbeispiele und Materialien, Bertelsmann Stiftung
2 Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule", Ludwigsfelde, 2005
3  nach Heinz Schirp (2004): Werteerziehung und Schulentwicklung. Beiträge zur Demokratiepädagogik. BLK Modellversuch Demokratie lernen & leben

Ein Feedback wird in erster Linie als Rückmeldung verstanden, wie Teile des Lernprozesses ankommen bzw. welche Empfindungen sie ausgelöst haben. Ziel ist es, das individuelle Lernen der Schüler anzuregen und durch alle am Lernprozess Beteiligten zu unterstützen.1

Mit Hilfe der Feedbackkultur kann sich eine Schule in einen wirklichen Schulentwicklungsprozess begeben, da alle Beteiligten nach der Qualität von schulischen Bedingungen gefragt werden.2


Daraus resultieren für die Schule folgende Formen mit dazu aufgeführten Instrumenten

  • Kollegiales Feedback
    • kollegiale Unterrichtshospitation
    • Beraterkreis
    • kollegiale Vorbereitungsgruppe
  • Schülerfeedback
    • offener Fragebogen (mit freier Antwortmöglichkeit)
    • ​​​​​​​geschlossener Fragebogen (mit vordefinierten Antwortmöglichkeiten)
  • Schulleitungsfeedback
  • Elternfeedback

Folgende Regeln sind beim Erstellen von Feedbacks zu beachten

  • konkret, knapp, kurzfristig, konstruktiv
  • beschreibend, nicht analysierend oder bewertend
  • stattfindend auf der Grundlage von Vereinbarungen und Absprachen

Beispiele und weiterführende Materialien

Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule", Ludwigsfelde, 2005 (Link auf der Startseite)


Quellen

1 http://www.bosch-stiftung.de
2 Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule", Ludwigsfelde, 2005
3 Beiträge zur Demokratiepädagogik. BLK Modellversuch Demokratie lernen & leben

Desweiteren fand am 22. März 2007 ein Oberschultag unter dem Thema: "Gestaltung sozialer Beziehungen" statt. Hier spielten die folgenden Angebote eine Rolle:


Beispiele und weiterführende Materialien

Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule", Ludwigsfelde, 2005 (Link auf der Startseite)
http://www.blk-demokratie.de/index.php?id=83


Quellen

1 Hermann Zöllner, "Anregungen für die pädagogische Profilierung der Oberschule" LISUM Brandenburg, 2005
2 Beiträge zur Demokratiepädagogik. BLK Modellversuch Demokratie lernen & leben


Redaktionell verantwortlich: André Koch, LISUM