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Hausaufgaben

Hausaufgaben (auch Schulaufgaben) sind jene Tätigkeiten, welche den Schülern von der Schule zur Erledigung außerhalb der Unterrichtszeit übertragen werden und ohne Hilfe selbstständig bearbeitet werden.
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empfohlener Umfang:  

  • unter 30 Minuten täglich für die unteren
  • bis zu 60 Minuten für die mittleren
  • deutlich darüber hinaus für die höheren Klassenstufen

Hausaufgaben sind ein Thema, das wie kaum ein anderes die am Erziehungs- und Bildungsgeschehen Beteiligten herausfordert, sich mit ihrem pädagogischen Handeln aufeinander zu beziehen.
Der Schule geht es darum, schulbezogenes Lernen über den Unterricht hinaus mit einem hohen Anspruch an das selbständige und eigenverantwortliche Handeln des Schülers einzufordern.
Die Familien wie gegebenenfalls auch die Jugendhilfe stehen vor der Herausforderung, einerseits angemessene Rahmenbedingungen für die Bearbeitung der Hausaufgaben zu schaffen und darüber hinaus für den Fall, dass sich bei den Kindern Schwierigkeiten bei der Bearbeitung der Hausaufgaben zeigen, darauf pädagogisch angemessen zu reagieren.

Wenn die mit den Hausaufgaben verbundene Zielsetzung der Festigung schulischen Lernens in Verbindung mit dem selbständigen und eigenverantwortlichen Bearbeiten von Aufgaben erreicht werden soll, dann bedarf es einer intensiven Verständigung zwischen den beteiligten Lehrern und Eltern (und ggf. Fachkräften der Jugendhilfe), um die Hausaufgabensituation so zu gestalten, dass die Bedingungen für die Erfahrung von Selbstwirksamkeit gegeben sind.
Das kann gelingen, wenn :

  • die außerschulischen Gegebenheiten insbesondere des Sozialraums, die  Ressourcen der Familien berücksichtigt werden
  • Hausaufgaben individualisiert gestellt werden, damit Scheiternserfahrungen bei ihrer Bearbeitung vermieden werden
  • Bezug auf die informellen Lernprozesse in den Lebenswelten der Kinder und Jugendlichen außerhalb des Unterrichts genommen wird
  • die Mitwirkung von Lehrkräften bei der Betreuung von Hausaufgaben, falls notwendig, sichergestellt ist
  • dort, wo die Bedingungen für den individuell unterschiedlichen Unterstützungsbedarf  der Schülerinnen und Schüler bei der Bearbeitung der Hausaufgaben mit den genannten anspruchvollen Zielsetzungen nicht gewährleistet sind, die Anstrengungen aller Beteiligten zunächst einmal darauf gerichtet sind, diese zu schaffen, bevor Hausaufgaben gestellt werden

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Quellen:

/11/ Eigler, G./Krumm, V., "Zur Problematik der Hausaufgaben" Weinheim, 1972
/12/  Hermann Rademacker, "Hausaufgaben im Spannungsfeld von Schule - Eltern - Betreuung" Expertise für das Landesinstitut für Schule in Soest, August  2005

 

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Redaktionell verantwortlich: André Koch, LISUM