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Lerntagebuch

Lerntagebuch

Wann habe ich Freude am Lernen? Wann habe ich Erfolg und wann weniger? Was beeinflusst, ob ich Erfolg habe? Kann ich Einfluss nehmen?

Ein Lerntagebuch kann helfen, Antworten auf diese und ähnliche Fragen zu erhalten. Durch systematische und regelmäßige Auseinandersetzung mit dem eigenen Lernverhalten kann es für Schüler möglich werden, das eigene Lernen langfristig selbst zu steuern. Ein Lerntagebuch ist für den Schüler ein sehr individuelles Medium zur Kommunikation mit sich selbst oder mit einer am Lernprozess beteiligten Person seines Vertrauens.
Beteiligte lernen den Schüler sehr individuell kennen, können auf die Notizen, Fragen oder Skizzen im Buch reagieren. Das individuelle Lernverhalten des Schülers wird nachvollziehbar.


 

Doch wie kann so ein Lerntagebuch aussehen? Was steht da drin?

 

Auszüge aus Literatur und Internet

Das Lerntagebuch ist ein Heft (eine Kladde), das vom Schüler individuell geführt und gestaltet wird. In möglichst jeder Stunde (z.B. die letzten 5 Minuten) sollte der Schüler seine Gedanken und Überlegungen aufschreiben.

Paradies/ Linser, "Differenzieren im Unterricht" Cornelsen, 2001 ISBN 3-589-21353-1

Auf Vordrucken (S.102) werden stichwortartig die wichtigsten Erkenntnisse zum Verlauf des Tages notiert. ... Nicht allein die Resultate sind Gegenstand der Überlegungen, sondern auch und vor allem ihr Zustandekommen.

Der Schüler setzt sich mit den Fragen :

  • Was habe ich heute gelernt?
  • Wie gut habe ich es gelernt?
  • Warum habe ich es so gut (oder weniger gut) gelernt? Was waren die Gründe oder Faktoren?

Weiterhin schätzt der Schüler sein Arbeits- und Sozialverhalten an Hand vorgegebener Kriterien (Richtigkeit der Planung, Erreichung der Ziele, Lernatmosphäre, Maß des Engagements, Maß der Fortschritte, ...) in einer Skale ein. Per Smily wird die zusammenfassende Stimmungslage erfasst.

Andreas Müller, "Lernen steckt an" h.e.p., 2001 (Spirit of learning)

Zwei- bis dreimal in der Woche am Tagesende werden 5 Minuten zugebracht mit Leitfragen, die an der Tafel stehen können, wie zum Beispiel:
Ich war heute zufrieden mit mir, weil ...
Ich war heute nicht zufrieden, weil ...
Das hat mir heute viel Spaß gemacht: ...
...


Roland Bauer, "Schule als Lern- und Lebensort gestalten" Cornelsen, 2001 ISBN 3-589-21434-1 S.123

Beispiel Gesamtschule Mitte (GSM) Bremen

In der Gesamtschule Mitte in Bremen arbeiten die Schüler mit einem Lerntagebuch, das das Lernen der Kinder an der GSM begleiten und die Zusammenarbeit von SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern unterstützen soll.
Zur Förderung des eigenverantwortlichen Lernens ist der Einsatz des Lerntagebuchs eine große Hilfe. Es soll die SchülerInnen dazu befähigen, die Verantwortung für ihr Lernen zu übernehmen und  das eigenständige Lernen zu organisieren. 

Einen Einblick in die Gestaltung des Tagebuches erhalten Sie hier (pdf - 85 KB).

Wie die Schüler, Eltern und Lehrer damit arbeiten und eine kurze Beschreibung ist hier (pdf - 46 KB) abgebildet.


Wer führt das Lerntagebuch? Wer liest es?

  

Das Tagebuch wird ausschließlich vom Schüler geführt. Die Inhalte sind absolut vertraulich. Das Lerntagebuch kann die Grundlage für regelmäßige, festgesetzte Gespräche mit dem Lerncoach (den Lernprozess betreuender Lehrer -d.R.) sein (vgl. oben Paradies/ Linser und Müller) oder aber der Lehrer liest nur auf ausdrücklichen Wunsch des Schülers (vgl. oben Bauer).


Redaktionell verantwortlich: André Koch, LISUM