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Häufig gestellte Fragen

Die im Visitationsbericht dargestellten Ergebnisse werden in der Schulgemeinschaft kommuniziert und beraten. Sie sollen in einen innerschulischen Entwicklungsprozess münden. Daran werden Vertreterinnen und Vertreter der gesamten Schulgemeinschaft beteiligt.

Die untere Schulaufsicht diskutiert mit der Schulleitung in einem Bilanzgespräch bis spätestens drei Monate nach Vorlage des Endberichts der Schulvisitation die Ergebnisse und legt Maßnahmen, möglichst in einer Zielvereinbarung, fest.

Zur Sicherung von Mindeststandards für Schulqualität ist durch das MBJS ein Schwellenwert definiert worden, der auf der Basis landesweiter Festlegungen einen Handlungsbedarf für die Schulen und die untere Schulaufsicht signalisiert.

Wurde bei der Visitation festgestellt, dass 50% oder mehr aller Wertungen in den pflichtigen Merkmalen B 1 bis B 7 nicht den normativen Erwartungen (Wertung 3 oder 4) entsprechen, erhält die Schule die Einstufung "Schule in kritischer Lage". Sie wird nach zwei Jahren erneut visitiert (Nachvisitation). Die Kategorisierung erfolgt nach der Nachvisitation. Die Entscheidung über die Einstufung "Schule in kritischer Lage" trifft die Leitung Schulvisitation in Abstimmung mit dem Visitationsteam. Die untere Schulaufsicht berät mit der Schulleitung die Unterstützungsmöglichkeiten und legt das weitere Vorgehen fest.

Wurde bei der Visitation festgestellt, dass sechs oder mehr Kriterien des Basismerkmals B 1 - Unterricht Wertungen aufweisen, die nicht den normativen Erwartungen (Wertungen 3 oder 4) entsprechen (zusammengefasste Wertungen aus den Unterrichtsbeobachtungen und Schülerfragebogenergebnissen), erhält die Schule die Einstufung "Schule mit besonderen Entwicklungserfordernissen in der Unterrichtsqualität". Der Visitationsprozess wird für das Basismerkmal B 1 - Unterricht zeitlich unterbrochen. Die Schule erhält einen Berichtsentwurf. An dieser Stelle erfolgt für diese Schule keine weitere Kategorisierung. Im Zeitraum eines Jahres erfolgt eine Folgevisitation ausschließlich zum Basismerkmal B 1 - Unterricht. Danach wird die Visitation mit dem Endbericht und der Kategorisierung abgeschlossen.

Die untere Schulaufsicht diskutiert mit der Schulleitung in einem Bilanzgespräch bis spätestens drei Monate nach Vorlage des Endberichts der Schulvisitation die Ergebnisse und legt Maßnahmen, möglichst in einer Zielvereinbarung, fest. Danach endet der Visitationsprozess. Gemäß "Handbuch Schulaufsicht" findet im Rahmen des Schulbilanzierungsprozesses die kontinuierliche Beratung der Schulen seitens der unteren Schulaufsicht statt. Unabhängig davon hat die Schulaufsicht die Möglichkeit, Schulen für die externe Evaluation zu benennen und damit eine Passfähigkeit zu ihren Erkenntnissen aus der Arbeit mit den Schulen herzustellen.

Den Berichtsentwurf erhält die Schulleitung nach etwa vier Unterrichtswochen. Sie prüft den Bericht auf Richtigkeit der Daten und gibt auf einem standardisierten Formblatt eine Rückmeldung. Sie kann außerdem eine eigene Stellungnahme zu den Ergebnissen anfügen.

Der Endbericht wird etwa zehn Unterrichtswochen nach der Visitation an die Schule versendet. Dieser Bericht ist nach VV-Schulvisitation den Mitgliedern der Schulkonferenz auszuhändigen. Die Ergebnisse sollen ausgewertet werden und in die innerschulische Entwicklung einfließen.

Alle anderen Personen der Schulgemeinschaft haben das Recht, den Bericht in vollständiger Form in der Schule zur Kenntnis zu nehmen. Ein halbes Jahr nach der Zustellung des Endberichts wird im Schulporträt der Schule ein Kurzbericht über die Ergebnisse veröffentlicht.

Die Grundlage der Schulvisitation ist der Orientierungsrahmen Schulqualität (ORSQ) - Ein Handbuch für gute Schulen im Land Brandenburg. Hier wird beschrieben, welche Merkmale eine gute Schule erfüllen soll. Diese Merkmale sind mit Kriterien untersetzt, mit denen die Schul- und Unterrichtsqualität eingeschätzt werden kann. Sechs Qualitätsbereiche unterteilen sich in 24 Qualitätsmerkmale und 79 einzelne Qualitätskriterien.

Eine Auswahl wesentlicher Merkmale und Kriterien wird in der Schulvisitation näher untersucht und in jeder Schule in einem sogenannten Qualitätsprofil dargestellt.

Das Qualitätsprofil umfasst insgesamt zehn Merkmale. Davon sind in der Regel sieben Merkmale verpflichtende Basismerkmale für alle Schulen, zu weiteren drei Merkmalen trifft die Schule eine Auswahl aus einem Angebotskatalog. Die Wahlmerkmale werden von der Schulkonferenz beschlossen.

Die Schulvisitation stützt sich im Wesentlichen auf drei Erkenntnisquellen: Datenanalyse, Befragungen und Beobachtungen. Die aus der empirischen Forschung bekannten Methoden wurden in einem Evaluationsdesign für die Schulvisitation im Land Brandenburg spezifiziert. Sie enthalten sowohl quantitativ als auch qualitativ angelegte Instrumente, um so über verschiedene Erkenntnisquellen möglichst umfassende und belastbare Qualitätseinschätzungen treffen zu können.

Neben dem Interview mit der Schulleitung finden Gruppeninterviews mit jeweils zehn Eltern, Schülerinnen und Schülern sowie Lehrkräften statt. In den Interviews werden aus anderen Quellen gewonnene Erkenntnisse qualitativ hinterfragt und ergänzt. Die Auswahl der Interviewteilnehmerinnen und -teilnehmer aus den Mitwirkungsgremien der Schule erfolgt durch das Visitationsteam.

Die Unterrichtsbesuche umfassen 20 Minuten und können zu Beginn, in der Mitte (bei Blockunterricht) oder am Ende einer Unterrichtsstunde erfolgen. Bei der Auswahl der Unterrichtssequenzen werden mindestens 70% der unterrichtenden Lehrkräfte der Schule berücksichtigt. Die Ergebnisse werden in einem Beobachtungsbogen erfasst.

Grundsätzlich geht es nicht um die Beurteilung einer einzelnen Lehrkraft, sondern um die Unterrichtskultur an der Schule. Der Beobachtungsbogen enthält keine personenbezogenen Daten. Alle Unterrichtsbeobachtungen werden zusammengefasst und fließen in die Wertung des Unterrichts durch das Visitationsteam ein.

Die Beobachtungen orientieren sich an fachübergreifenden Gesichtspunkten guten Unterrichts. Dazu gehören Kriterien zur Zielausrichtung und Strukturierung des Unterrichts, zur Differenzierung und Individualisierung, zum aktiven Lernprozess sowie zum lernförderlichen Klima im Unterricht. Die darin enthaltenen Aspekte lassen ausdrücklich Raum für die notwendige Vielfalt der Unterrichtsgestaltung und vermeiden die Einengung auf bestimmte Unterrichtskonzepte oder Methoden.