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Fachtagung PERSPEKTIVWECHSEL am 27. Juni 2018

Dokumentation der Tagung

 PERSPEKTIVWECHSEL am 27. Juni 2018

Die Zusammenarbeit von Hort und Schule:
GOrBiKs II und die übergreifenden Themen im Ganztag

Eingeladen waren multiprofessionelle Teams aus allen Brandenburger Grundschulen: Erzieher*innen, Ganztagskoordinator*innen, Hortleitungen, Lehrkräfte, Schulleitungen sowie Steuergruppenmitglieder. 120 Teilnehmer*innen nahmen mit großem Interesse an der Tagung teil.

Zentrales Thema war, wie die Zusammenarbeit von Schule und Hort im Ganztag gerade durch das Aufeinandertreffen von unterschiedlichen Perspektiven gelingen kann. Dabei lernten die Teilnehmer*innen Verknüpfungspunkte zwischen

kennen und erhielten Anregungen, wie diese sich im Ganztag umsetzen lassen.

Programm des Fachtages

Susanne Wolter, Abteilungsleiterin am LISUM, eröffnete den Fachtag und begrüßte die Gäste.

Bettina Stobbe, Leiterin des Referats für Kindertagesbetreuung und Kinder- und Jugendhilferecht im MBJS, informierte, dass Britta Ernst, Ministerin für Bildung, Jugend und Sport, der Veröffentlichung von GOrBiKs II zugestimmt hat.

Ein Logbuch begleitete die Gäste durch die Tagung.

Daniéla K. Meyr, Leiterin des Referats Schulentwicklung am LISUM und Irene Hoppe, Referentin für die Schulanfangsphase, führten in den Tag ein.
Sie baten die Teilnehmer*innen, auf einer Teamblüte (siehe Tagungs-Logbuch) die Zusammenarbeit zwischen Schule und Hort einzuschätzen und sich im Team dazu auszutauschen.

Vortrag

Prof. i. R. Dr. Jörg Ramseger (Freie Universität Berlin) hielt einen Vortrag zum Thema „GoRBiKs II im Kontext des Ganztags“.

Einblicke in die Workshops

Die Teilnehmer*innen konnten im weiteren Verlauf der Tagung zwei Workshops besuchen.

Workshop 1

Teambildung
Wir sind ein gutes Team: Gelungene Praxisbeispiele aus einer Brandenburger Ganztagsschule
Simona Schmöche (Schulleiterin der Goethe-GS Eisenhüttenstadt), Heike Lange (Hortleiterin)

Die Grundschule „J. W. von Goethe“ aus Eisenhüttenstadt blickt auf 14 Jahre Ganztag zurück. Viele Erfolge wurden gemeinsam gemeistert, aber auch große Stolpersteine überwunden.  Dabei leitet Schule und Hort das gemeinsame Ziel: „Vom Gegeneinander – über das Miteinander – zum Füreinander“! Die Workshop-Leiterinnen stellten ihr neuestes Projekt  
„ICH-DU-WIR – Gemeinsam für Achtsamkeit und Anerkennung“ vor und brachten so den Teilnehmer*innen ihre gemeinsame pädagogische Arbeit im sozialen Lernen im Ganztag nahe.

   

   

   

   

   

   

   

   

   

   

Workshop 2

Kleines Team – große Möglichkeiten
Beispiele guter Zusammenarbeit aus einer kleinen Brandenburger Ganztagsschule

Ulrike Rockstroh (Schulleiterin der GS am Kiefernwald, Spreenhagen)
 
Im Workshop präsentierte die Schulleiterin ausführlich ihre Zusammenarbeit mit dem Hort. Sie stellte die Rahmenbedingungen, das Kooperationskonzept sowie Praxisbeispiele vor. Die Teilnehmer*innen des Workshops wurden angeregt, selbst eine Grobplanung für ihre Schule zu entwerfen anhand der Aspekte: Was haben wir? Was wollen wir? Was brauchen wir?

Workshop 3

Tatort Bibliothek
Leseförderung durch spannende Vorlese- und Erzählsituationen

Doris Stoll (Fachstelle für Bibliotheken, FH Potsdam), Ronald Gohr (Landesbibliothek
Potsdam)


Die Öffentlichen Bibliotheken bringen ein breites Spektrum bewährter Methoden und Formate zur Sprach- und Leseförderung in die Kooperation mit Schulen und Horten ein, um die Lesekompetenz zu fördern, zum regelmäßigen Lesen zu motivieren und das Interesse an Literatur zu stärken. Digitale Leseförderung mit Tablets und Apps ist bereits seit einiger Zeit bundesweit in der Kinder- und Jugendbibliotheksarbeit angekommen und wird vielerorts auf unterschiedlichste Weise praktiziert.  Medienpädagogische Konzepte gewinnen an Bedeutung, die Kinder und Jugendliche für das Lesen, Erzählen und Darstellen mit digitalen Medien begeistern und damit die klassischen Veranstaltungen rund ums Buch durch ein zeitgemäßes, attraktives Angebot ergänzen. Ziel ist es, gemeinsam kulturelle Inhalte zu entdecken, darüber in Austausch zu treten und mit unterschiedlichen Medien kreativ eigene Inhalte zu gestalten. Der Workshop rückte die vielfältigen Aktivitäten Öffentlicher Bibliotheken in den Fokus und diskutierte mit den Teilnehmer*innen, wie kooperative Angebote gestaltet werden können, die die Dynamik des derzeitigen Wandels aufgreifen.

Material zum Workshop

Workshop 4

Sprachbildung
Projekte rund um textfreie Bilderbücher:
Wie Kinder von der Lust am Bild zur Bildung der Sprache begleitet werden

Irene Hoppe, Regina Pols (LISUM)

Geschichten in textfreien Bilderbüchern werden ausschließlich mit Bildern erzählt und fordern so das genaue Hinschauen und eine vertiefte Auseinandersetzung mit den Bildern heraus. Obwohl  textfreie Bilderbücher ohne Worte auskommen, ist die Beschäftigung mit ihnen besonders sprachanregend. Sie laden zum Kommunizieren ein: zum Beschreiben, Erzählen, Vermuten, Fragen, Argumentieren …
Im Workshop wurden zwei Bücher vorgestellt, in denen auf sehr unterschiedliche Weise Farbe in die Stadt kommt. Anschließend wurde folgenden Fragen nachgegangen: Welche Methoden sind geeignet, sich den Büchern  sprachlich und künstlerisch-ästhetisch anzunähern? Welche gemeinsamen Projekte in Schule und Hort können daraus entstehen? Praxisvorschläge und Praxisbeispiele wurden vorgestellt und diskutiert.

Workshop 5

Naturwissenschaften
Neugierig sein, erkunden und untersuchen: Angebote der Forscherwelt Blossin

Marion Bohn (Forscherwelt Blossin), Katrin Kantak (KoBra.net)
 
„Nichts und wieder nichts" heißt es in einem Buch von Antje Damm. Was ist ein „Nichts" überhaupt? Wie ermutigen wir Kinder, über sich und die Welt nachzudenken und wem nützt es?
Welches „Handwerk" brauchen Pädagog*innen, um Nachdenkprozesse zu initiieren?
Die Forscherwelt Blossin bietet Kindern und Pädagog*innen die Möglichkeit, ungewohnte Forscherwege zu gehen.
Im Workshop waren die Teilnehmer*innen aufgefordert, weiterzudenken …
 

Workshop 6

Medienbildung
Open Educational Practices – Ideen für digital gestützte Arbeit im Ganztag

Martin Nestler (LISUM)

Im Workshop wurde anhand von Beispielen aus der Praxis gezeigt, welche Möglichkeiten zum einen in der Nutzung von digitalen Medienelementen generell stecken. Und zum anderen wurde deutlich, welche Vorteile es mit sich bringt, wenn die eingesetzten Materialien unter einer offenen Lizenz stehen. Neben der Vorstellung und Diskussion von so genannten Open Educational Practices, also Projekten und Unterrichtsentwürfen, die unter einer offenen Lizenz stehen und somit breit nach- und umnutzbar sind, ging es auch um die Entwicklung erster eigener Ideen. Gleichzeitig wurden die Verbindungen zum Basiscurriculum Medienbildung und zur Medienentwicklungsplanung verdeutlicht.

Workshop 7

(Nicht nur) medienfit …
Wie eine Brandenburger medienfit-Grundschule mit Hort und weiteren Partnern unterschiedliche Projekte erfolgreich umsetzt

Detlef Olbrich (Schulleiter der Gerhard-Goßmann-Grundschule Fürstenwalde, Cindy Heck (Südclub Fürstenwalde)
Dieser Workshop musste leider entfallen!

Workshop 8

Digitale Bildung: Selberdenken first, Gerätenutzen second
Wie fächerübergreifende analoge und digitale Impulse die digitale Mündigkeit von Schüler*innen unterstützen und fördern

Mary Radtke (Haus der kleinen Forscher)

In diesem Workshop lernten die Teilnehmer*innen fächerübergreifende analoge und digitale Impulse kennen, um die digitale Mündigkeit von Schülerinnen und Schülern zu unterstützen und zu fördern. Sie probierten die Praxisideen selbst aus und verknüpften sie mit dem Computational Thinking Ansatz, der zunächst vor allem analoge Strategien zum Problemlösen fokussiert. Der Workshop befasste sich mit folgenden Fragen: Was ist digitale Bildung? Wo lässt sich digitale Bildung im Bildungsauftrag von Grundschule und Hort verorten? Welche Bildungsbereiche umfasst digitale Bildung? Wie lässt sich digitale Bildung ohne digitale Infrastruktur umsetzen? Das Ausprobieren von Praxisbeispielen ohne digitale Gerätenutzung und die Reflexion darüber beendeten den Workshop.

Workshop 9

Musik – Zusammenklang macht die Musik
Wie man die Erarbeitung von großen und kleinen Musikprojekten im Ganztag gemeinsam
gestalten kann

Grit Diaz de Arce (LISUM)

Wie kann eine Zusammenarbeit von Schule und Hort im musikalisch-künstlerischen Bereich aussehen? Wie entsteht aus gelungener Arbeitsteilung und aus der Lust, aus kleinen Puzzleteilen ein Ganzes zu fügen, ein musikalisches  Großprojekt? Im Workshop wurden Ideen sowie bereits realisierte Projekte zusammengetragen. Danach wurde ein konkretes Projekt hinsichtlich folgender Fragen skizziert: Wer sind die Akteure des Projekts? Wer übernimmt welche Zuständigkeiten? Wer führt den Projekt-„Zug“ an? Hierbei wurde mitgedacht, welche Bildungsbereiche und übergreifenden Themen bei diesem Projekt einbezogen sein würden.

Workshop 10

Kunst – Darstellen und Gestalten im Ganztag
Wie ein Kunstwerk gemeinsam von Hort und Schule geplant und umgesetzt werden kann

Elisabeth Lemke (LISUM)

Wie kann eine Zusammenarbeit von Schule und Hort im künstlerischen Bereich aussehen? Im Workshop wurde über mögliche Anlässe einer solchen Zusammenarbeit reflektiert, bevor ein konkretes Projekt ausgearbeitet wurde: Wer sind die Akteure? Wer übernimmt welche Zuständigkeiten? Wer führt den Projekt-„Zug“ an? Mitgedacht wurden bei den Projektvorschlägen auch der Einbezug der Bildungsbereiche sowie der übergreifenden Themen.

Resümee und Ausblick

Im Plenum wurden in den Workshops entstandene Übersichten ausgestellt.  Hier wurden Verknüpfungspunkte des Workshopangebots zu den in den Grundlagen für die Kindertagesbetreuung in Bandenburg beschriebenen Bildungsbereichen, GOrBiKs II und den übergreifenden Themen und Basiscurricula des RLP 1-10 visualisiert. Auch wurde die Umsetzbarkeit des Angebots für die Praxis eingeschätzt und durch Projektideen der Teilnehmenden ergänzt.


Am Ende fasste Prof. Dr. Jörg Ramseger, der als kritischer Freund die Tagung begleitet hatte, seine Eindrücke vom Fachtag zusammen:

  • Eine enge Kooperation von Hort und Schule sei unkompliziert möglich, wobei allerdings eine räumliche Nähe der Institutionen von vordringlicher Bedeutung sei.
  • An gemeinsamen Themen könnte Schule vormittags und Hort nachmittags arbeiten.
  • Gemeinsame Lernzeiten mit Lehrer*innen und Erzieher*innen am Vormittag sind gewinnbringend und sollten realisiert werden.
  • Der Austausch der Perspektiven von Erzieher*innen und Lehrer*innen auf das Kind sei wichtig: Der Blick von Erzieher*innen sei eher könnensorientiert (Was kann das Kind schon?), der von Lehrer*innen eher defizitorientiert (Was muss das Kind noch lernen?). Beide Berufsgruppen könnten hier voneinander lernen.


Prof. Dr. Jörg Ramseger beendete die Tagung mit einer Empfehlung der Johann-Wolfgang-von-Goethe-Schule/Eisenhüttenstadt: Führen Sie einen Tag des Lächelns ein!   

Redaktionell verantwortlich: Elisabeth Lemke, LISUM