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Pressespiegel

Pressespiegel

Entlang des roten Fadens
Regine-Hildebrandt-Schule will neues Lernprojekt starten
FRAUKE HERWEG
BIRKENWERDER ? Die Regine-Hildebrandt-Schule in Birkenwerder nimmt nach den Sommerferien voraussichtlich an einem neuen Lernprojekt teil. Das vom Landesinstitut für Schule und Medien (LISUM) entwickelte Projekt Artus (Kunst an unseren Schulen) versucht Unterrichtsinhalte künstlerisch-ästhetisch zu vermitteln, sagte Schulleiter Hansjörg Behrendt am ?Tag der offenen Tür" am Sonnabend. Einen entsprechenden Antrag auf Teilnahme an dem Programm will Behrendt in Kürze stellen. Lehrer der musischen und künstlerischen Fächer hatten im Herbst bereits an einer Fortbildung zu Artus teilgenommen.
?Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir das Projekt starten können", sagte Behrendt. Ein roter Faden, der sich zum ?Tag der offenen Tür" von Klassenraum zu Klassenraum spann, warb vorab symbolisch für die Idee. ?Wir wollen Inhalte verschiedener Fächer miteinander verbinden", sagte Musiklehrer Stephan Küchner, der die Artus-Idee am LISUM mitentwickelt hatte.
Mit dem Thema Schwingungen könnten sich Kinder in Physik, aber auch in Musik auseinandersetzen. Anders als im herkömmlichen Unterricht sollten Mädchen und Jungen über Erfahrungen und nicht über Belehrung lernen.
?Wir wollen die Wahrmehmungsweisen der Künstler nutzen", sagte Küchner, ?Das Imaginative, das Intuitive, das Affektive." Innerhalb des Projekts ist deshalb auch geplant, dass Kinder mit Künstlern zusammenarbeiten.
Zurzeit lernen 502 Schüler an der integrativ-kooperativen Gesamtschule mlt gymnasialer Oberstufe. Schulleiter Hansjörg Behrendt will zum neuen Schuljahr wieder vier siebte Klassen anbieten. Weil ein Teil der Plätze für behinderte Kinder vorbehalten ist, bleiben etwa 76 Plätze für nichtbehinderte Schüler. Mehr als 170 Anmeldungen landeten im vergangenen Jahr auf Behrendts Schreibtisch. ?Wir mussten auch Gymnasiasten ablehnen." Für Behrendt auch ein Beweis dafür, dass das Prinzip Gesamtschule funktioniert.
Neben dem künstlerisch-ästhetischen Schwerpunkt hat die Regine-Hildebrandt-Schule auch einen sportlichen. Die neuen Siebtklässler sollen sich erstmals für ein Wahlpflichtfach in Sport entscheiden können.
Tanzvorführungen und ein witzig abgewandelter Wilhelm Tell - mit einem Kulturprogramm präsentierten sich die Hildebrandtschüler am Sonnabend in der Mensa. Beeindruckend dabei der Auftritt eines 13-jährigen Mädchens im Rollstuhl, das seit August im angegliederten Wohnheim lebt. "Ich kann heute allein den Fahrstuhl nehmen, kleine Einkäufe machen", erzählt sie. ?Mein Leben hier ist voller kleiner Erfolgserlebnisse." (Märkische Allgemeine vom 27.02.2006)

Artus soll Unterricht befruchten
Die Glöwener nimmt als eine von sieben Schulen in Brandenburg am Projekt teil
DOROTHEA VON DAHLEN
GLÖWEN ? Artus - mit diesem Namen verbinden die meisten jenen sagenhaften König, der seine Ritter regelmäßig zur Tafelrunde einlud. Das brandenburgische Landesamt für Schule und Medien (LISUM) hat dem Begriff eine andere Bedeutung abgerungen. Unter dem Motto "ART", im Sinne von Kunst, sowie "uS" für "und Schule" hat die Bildungseinrichtung ein Projekt ins Leben gerufen, das einen neuen Lernansatz darstellt. Dahinter steht die Idee, das ästhetische Empfinden der Jugendlichen stärker zu schulen. Dafür sollen nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch Kunstschaffende aus der Praxis sorgen.
Zu den sieben Teilnehmern im Brandenburgischen zählt auch die Oberschule Glöwen. Dort stellten sich unlängst die Choreografin Inga Lehr-Ivanow, die eine Ballettkompanie in Brandenburg/Havel leitet, und der Architekt Eckhard Wolf vor. Die beiden werden über drei Jahre hinweg den Unterricht mit gestalten. Beim ersten Kennenlernen gerieten die beiden mitten in die Vorbereitungen zum Abschlussprojekt über argentinische Musik. Gemeinsam mit Kunstlehrerin Heike Pörschke hatten die Schüler erste Ideen zusammen getragen, wie sie das Thema szenisch aufbereiten könnten. Ein tragendes Element, so wurde schnell klar, soll der Tanz darstellen. Insofern erhoffen sich die Jugendlichen weitere Anregungen von Inga Lehr-Ivanov.
Wie die Choreografin erläuterte, will sie mit den Schülern weniger fertige Szenen einüben, als ihnen grundsätzlich ein Gefühl für ihren Körper und eine selbstbewusste Haltung vermitteln. "Man sieht oft, dass Jugendliche die Schultern einziehen und auf Abwehrhaltung gehen", sagte sie. Wenn die Schüler dies merkten und in der Lage seien, sich selbst zu korrigieren, dann sei dies schon ein großer Erfolg.
Auch Eckhard Wolf vertraut eher auf den Weg der kleinen Schritte. "Mir geht es darum, den Schülern verschiedene Formen der Wahrnehmung und Zugänge zur Wirklichkeit zu zeigen. Dazu gehört natürlich auch das räumliche Denken, das an Schulen oftmals zu kurz kommt", sagt er.
Die beiden Praktiker wollen die Jugendlichen aber auch mit ihrem Beruf vertraut machen. So wird sie Choreografin Lehr-Ivanov zur Premiere eines Stückes einladen, Architekt Wolf zeigt ihnen ein von ihm konstruiertes Haus in Berlin. (Märkische Allgemeine vom 06.10.2006)

Jeder nach seine Façon
Talentefest in der Glöwener Oberschule
DOROTHEA VON DAHLEN
GLÖWEN ? Für Levi Taborowski könnte der Tag gut und gerne 48 Stunden haben. Der junge Glöwener hat so viele Interessen, kaum vorstellbar, dass er ihnen in einem normalen Zeitrahmen überhaupt nachgehen kann. Die diesjährige Talentewoche, die heute in der Glöwener Oberschule zu Ende geht, war denn auch ganz nach dem Geschmack des Zwölfjährigen. Denn jeden Tag konnten sich die Schüler für andere Fächer eintragen und so ihren verschiedenen Neigungen nachgehen. Levi Taborowski war jedoch der einzige, der keine Gelegenheit ausließ, ?zu punkten?, wie er verriet.Im Fach ?Erfinder? konstruierte er erst einen neuen Bootstyp aus Papier, anschließend brütete er gemeinsam mit Dominic Lotzer (12) und Florian Duchow (10) über einer Aufgabe im Physiklabor. Was schmilzt schneller, ein Eiswürfel im Wasser oder in der Luft, lautete die Frage, mit der sich die jungen Forscher befassten. ?Wir haben erst gedacht, dass er sich an der Luft rascher auflöst, weil es im Raum wärmer ist als im Wasser?, erzählte Levi. Doch beim anschließenden Experiment im Glaszylinder mussten sich die Jungen eines Besseren belehren lassen. ?Woran das liegt? Das kriegen wir noch raus?, meinte Dominic zuversichtlich.Lehrerin Heike Rudolph betreut die Talentewoche als ?Projektmanagerin?. In diesem Jahr, erzählt sie, wurde der Stundenplan völlig ausgehebelt. Schüler, die sich nicht an praktischen Übungen und Aufgaben in Musik, Mathe, Deutsch, Sport, Topographie, Englisch, Bio oder Schach beteiligen wollten, konnten sich mit Fußball und Gesellschaftsspielen beschäftigen oder einfach die sozialen Kontakte pflegen.In der Aula fanden sich gestern alle Zehntklässler ein, die bisher beim Projekt ?Artus? mitgewirkt haben und präsentierten ihre Zwischenergebnisse. Ins Leben gerufen wurde diese neue Form des Unterrichts, bei der außer den Lehrern auch Kunst- und Kulturschaffende mitwirken, vom brandenburgischen Landesamt für Schule und Medien (LISUM). An der Oberschule Glöwen, die zu den sieben Teilnehmern im Land Brandenburg gehört, wirkten die Choreografin und Tänzerin Inga Lehr-Invanow und der Architekt Eckhard Wolf mit. Auch sie waren gestern anwesend, um die Vorführungen ihrer Schützlinge zu begutachten. Das Ergebnis konnte sich sehen respektive hören lassen. Unter dem Motto ?Standpunkte? hatten die Schüler mit Hilfe ihrer Mentoren ganz neue Darstellungsformen für klassische Aufgabenstellungen gefunden. Eine Gruppe von Jugendlichen setzte sich etwa mit dem Phänomen Zeit auseinander und zeigte dazu eine eigene Choreografie, andere Schüler erarbeiteten ein Rollenspiel zum Problem Gewalt oder setzten sich mit dem Thema Kernenergie auseinander. (Märkische Allgemeine vom 01.02.2008)

Die Freie Grundschule Fürstenwalde
NADINE RINTISCH: ARTuS ? Kunst unseren Schulen
FÜRSTENWALDE ? Die Freie Grundschule Fürstenwalde wirkt in den kommenden drei Jahren beim Projekt ARTuS als ?Versuchsschule? mit und wird sich dem erweiterten Kunstbegriff verschreiben.Kunst ist demnach als ein besonderes Kommunikationssystemn einer Kultur bzw. Gesellschaft aufzufassen.
In Zusammenarbeit mit dem LISUM Brandenburg und beratenden Kunstschaffenden sollen im Unterricht individuelle Ausdrucksformen gefunden werden, um aus der Welt innerer Vorstellung, Anschauung und Bilder herauszutreten und diese auch nonverbal zu kommunizieren. Der Unterricht gibt den Schülern die Möglichkeit, ihr Problembewusstsein gegenüber Phänomenen, Themen und Gegenständen des Lebens und der Welt künstlerisch- ästhetisch zu spiegeln. Dieses Lernen wird als ein Weg zur Entwicklung multipler Intelligenzen
verstanden. Dieser Ansatz von Howard Gardner ist einer der Grundsätze im Konzept der Freien Grundschule.
Am Projekt nehmen sieben Schulen teil. Schulleitung und Schüler der Freien Grundschule Fürstenwalde sind stolz darauf, aus der Vielzahl von Bewerbern ausgewählt worden zu sein und freuen sich auf die kreative Arbeit. (r-aktuell (Zeitung der Rahn Dittrich Group) Ausgabe III. Quartal 2006)

Innovative Projekte und Programme von Bund und Ländern zur Qualitätsentwicklung des Bildungssystems(Deutscher Bildungsserver)
Das Modellprojekt ?ARTuS!? erprobt in sieben brandenburgischen Schulen seit Schuljahresbeginn 2006/2007, wie über die Stärkung des künstlerisch-ästhetischen Lernens die Qualität der schulischen Arbeit verbessert und wie dadurch insbesondere die Attraktivität der Schule als Lern- und Lebensort für die Schülerinnen und Schüler und die Einbindung ins Gemeinwesen gesteigert werden kann.
Die Schulen entwickeln selbst in Zusammenarbeit mit dem Projekt-Steuerteam (LISUM Brandenburg) neue bzw. alternative Wege des Lernens durch künstlerisch-gestalterische Annäherungen an Themen unterschiedlicher Lern- und Lebensbereiche. Betreut von engagierten Lehrkräften und fachlich unterstützt von Kunstschaffenden des Landes Brandenburg sollen Schülerinnen und Schüler ihnen eigene Ausdrucksformen finden, die auf individuelle Weise ihr Problembewusstsein spiegeln gegenüber Themen, Phänomenen und Gegenständen des Lebens und der Welt.
Künstlerisch-ästhetisches Lernen wird als ein Weg zur Entwicklung von Intelligenzen verstanden, deren Vielfalt beim schulischen Lernen mehr Aufmerksamkeit zu widmen ist. Dem Projekt ?ARTuS!? liegt der erweiterte Kunstbegriff zugrunde, dessen Grundannahme darin besteht, dass Kunst als ein besonderes Kommunikationssystem in einer Kultur bzw. Gesellschaft aufzufassen ist. Ein zeitgemäßer Unterricht soll den Lernenden durch interessante Lernangebote Möglichkeiten geben, mit Hilfe künstlerisch-gestalterischer Ausdrucksformen aus der ?Einsamkeit? innerer Vorstellungen, Anschauungen und Bilder herauszutreten, sie - auch nonverbal - zu kommunizieren.
Diese Lernangebote werden zunächst im (teilweise erweiterten) Umfang des künstlerischen Unterrichts organisiert und realisiert, weisen aber fachlich über ihn hinaus und sollen zunehmend in andere Lernbereiche bzw. Lerndomänen einfließen. Künstlerisch-ästhetisch zu lernen bedeutet, aktiv gestaltend und kreativ Themen und Gegenstände zu bearbeiten, wodurch diese nicht nur rational erfasst, sondern durch sinnliche Erfahrungen zu ich-nahen Lerngegenständen werden.
Der Mehrwert für die Beteiligten kann in der Erweiterung des Potenzials der Lernzugänge sowie in einer Veränderung des Bewusstseins von Lehrkräften u.a. über eine Stärkung ihrer moderativen und mentorischen Kompetenzen liegen.
Angesichts dieser anspruchsvollen und komplexen Zielsetzungen muss die Evaluation des Projektes durch Begleitung, Dokumentation und Auswertung ergänzt werden. Diese hat die Hauptaufgabe, die Prozesse auf allen Ebenen zu beobachten, zu verallgemeinern und den Beteiligten zeitnahe kommunizierbar zu machen. Auf diese Weise können eine Steuerung des Projekts und eine didaktische Aufbereitung der Ergebnisse für den Transfer geleistet werden (z.B. Erarbeitung eines Kompendiums neuer bzw. alternativer Wege des Lehrens und Lernens durch künstlerisch gestalterische Annäherungen).
Das innovative Potenzial liegt in der Entwicklung künstlerisch-ästhetischen Lernens nicht nur in Bezug auf die einzelnen Schülerinnen und Schüler, sondern vor allem auch auf die beteiligten Lehrkräfte, Künstlerinnen und Künstler und das sozialkulturelle Klima der Schule sowie ihrer lokalen Umgebung zu erproben. Im Mittelpunkt steht die an Projektschwerpunkten (Modulen) orientierte Untersuchung der Umsetzungsmöglichkeiten einer projektorientierten kunstanalogen Handlungsweise innerhalb der Schule. Das Projekt soll - erstmalig für den künstlerisch-ästhetischen Bereich - den Transfer von Rahmenlehrplan-Intentionen in die Schulpraxis konkret mitvollziehen und damit diesen konsequent evaluieren. Im Interesse einer wissenschaftlichen Vertiefung sowie einer nationalen und internationalen Vergleichbarkeit sollen der Prozess und die Ergebnisse des ARTuS!-Projekts in verschiedenen Medien aufbereitet werden. Die Erkenntnisse zum Charakter und zur Umsetzbarkeit künstlerisch-ästhetischen Lernens an den verschiedenen Schulformen sollen einem breiten Expertenkreis vermittelt und mit Erkenntnissen angrenzender Wissensgebiete sowie Praxiserfahrungen in Beziehung gesetzt werden.
http://www.bildungsserver.de/innovationsportal/blk_set.html?Id=255

Redaktionell verantwortlich: André Koch, LISUM