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Fachliche Dringlichkeit - Kategorisierung

Der Zeitpunkt einer Visitation richtet sich nach der festgestellten fachlichen Dringlichkeit. Diese wird im Lageeinschätzungsgespräch festgestellt. Hier werden alle verfügbaren relevanten Informationen über eine Schule, die Aussagen zum Stand der Schulentwicklung geben, in einem Datenblatt zusammengeführt. Am Lageeinschätzungsgespräch nehmen ein Mitglied der Schulleitung, die untere Schulaufsicht und eine verantwortliche Person der Schulvisitation teil. Das Gespräch findet im Staatlichen Schulamt statt. Das Ergebnis der gemeinsamen Einschätzung führt zu einer Kategorisierung der Schule und einer damit verbundenen Entscheidung zum Visitationszeitraum. Diese Kategorisierung soll Entwicklungsverläufe der Schulen klarer und differenzierter erkennbar machen sowie Anreize für die Schulen schaffen.

Grundlage für die Lageeinschätzungsgespräche ist ein Datenblatt. Dieses Datenblatt wird gespeist aus

  •  dem Ergebnis der letzten Visitation - Qualitätsindex (Teil A),
  •  den Schulleistungsdaten (Teil B),
  •  der Reflexion der Schulleitung zu Aspekten der schulischen Arbeit (Teil C),
  •  der Einschätzung der Schulsituation durch die untere Schulaufsicht (Teil D).

Qualitätsindex

Der Teil A bezieht sich auf einen Qualitätsindex für Schulen im Land Brandenburg, der durch die Universität Potsdam im Auftrag des MBJS ermittelt wurde. Dieser Qualitätsindex basiert auf den Qualitätsdimensionen Schulqualität und Unterrichtsqualität. Im Ergebnis wissenschaftlicher Analysen liegen für die Bildung der Qualitätsdimension Schulqualität die gewichteten Mittelwerte der Profilmerkmale 13, 15, 16, 18 und 19 und für die Bildung der Qualitätsdimension Unterrichtsqualität die gewichteten Mittelwerte der Profilmerkmale 5 bis 9  des zweiten Durchgangs der Schulvisitation zu Grunde. Des Weiteren sind bei der Bildung des Qualitätsindexes Grenzwerte beim 10 %-Perzentil bzw. 90 %-Perzentil[1] gesetzt worden, um die Abgrenzung der unten angeführten Niveaustufen zu bestimmen. Die Bezugsnorm heißt hier, die Schulqualität einer Schule wird relativ zur Qualität aller Schulen eingeschätzt.

In jeder Qualitätsdimension und in der Erstellung des Qualitätsindexes  erfolgt eine Zuordnung in drei Niveaustufen:

3            „Schule in sehr guter Entwicklung“,

2            „Schule in Entwicklung“,

1            „Schule in kritischer Lage“.

Die Vorbereitung und Ergebnissicherung für die Lageeinschätzungsgespräche liegt in der Verantwortung der Schulvisitation. Mit der unteren Schulaufsicht werden Termine für die Gespräche abgestimmt. Die Einladung der Schulleiterin bzw. des Schulleiters zum Lageeinschätzungsgespräch erfolgt durch die verantwortliche Schulrätin bzw. den verantwortlichen Schulrat. Die Grundlagen der Lagebewertung werden für die Schulen nachvollziehbar im Anhang des Datenblatts beschrieben.

[1]Position des Wertes nach Prozentrang in aufsteigender Reihe innerhalb aller Werte der untersuchten Schulen.

Die Einordnung der fachlichen Dringlichkeit erfolgt in drei Kategorien:

  •  Schule mit stabiler, sehr guter Entwicklung

Die Visitation findet bis zu zehn Jahre nach der letzten Visitation statt.

  •  Schule in Entwicklung

Die Visitation findet etwa fünf Jahre nach der letzten Visitation statt.

  •  Schule in kritischer Lage

Die Visitation findet spätestens nach zwei Jahren statt.