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"Kulturelle" Vielfalt

Die diskriminierungsfreie Teilhabe an Bildung betrifft die unterschiedlichsten Bereiche der Persönlichkeit eines Menschen. Inklusion zielt dabei nicht nur auf Menschen mit Behinderung. Diskriminierung oder Ungleichbehandlung findet in vielen Bereichen statt. Dies erfordert einen achtsamen Umgang.

Eine Aufgabe von Schule ist es, Respekt für Verschiedenheit zu verbinden mit dem Nicht-Akzeptieren von Ausgrenzung und Diskriminierung. Die Unterschiede von Menschen werden wertfrei anerkannt und es entsteht ein Bewusstsein dafür, dass Vielfältigkeit grundlegend bereichert. Die Besonderheit und Einzigartigkeit eines Menschen ist dabei die Grundlage um Vielfalt wertzuschätzen. Dieses Herangehen ist die Formulierung eines Zieles beziehungsweise die Entscheidung für einen Wert wie Menschen miteinander umgehen und bildet somit die Grundlage für eine veränderte Norm, denn ‚es ist normal verschieden zu sein‘. Schule hat den Auftrag die Fähigkeit andere anzuerkennen und die Wertschätzung von Differenzen zu fördern.

Die unterschiedlichsten Faktoren machen einen Menschen zu dem, was er ist. Im Rahmenlehrplan werden einige der Dimensionen der Vielfalt benannt. Diese Dimensionen können als Themen oder Einheiten im Unterricht umgesetzt werden. Darüber hinaus bietet es sich an, diese selbstverständlich in den Schulalltag zu integrieren durch zum Beispiel eine gendergerechte Sprache; das Bereitstellen von Essen ohne Fleisch oder Vegan bei Schulveranstaltungen; Thematisierung von diskriminierendem Verhalten wenn es auftritt; Schulbücher im Hinblick auf Rollenklischees kritisch betrachten; gleichgeschlechtliche Lebensweise als eine von vielen erwähnen usw.

 

 

Kunst und Kultur sind Motoren gesellschaftlicher Entwicklungen, das macht kulturelle Vielfalt so bedeutsam. Kulturelle Bildung schafft neue Lernkulturen und beinhaltet die Teilhabe künstlerisch- kulturellen Geschehens einer Gesellschaft.

Kultur im weiteren Sinne meint die Gesamtheit der Lebensvollzüge einer Gesellschaft und der daraus entstandenen technischen und künstlerischen Entwicklungen sowie Wertvorstellungen und Normen. Kultur im engeren Sinne beinhaltet Literatur, bildende und darstellende Kunst, Musik. Kultureller Vielfalt ist Ausdruck vielfältiger Identitäten und Kulturen innerhalb und zwischen Gesellschaften. Sprachenvielfalt ist ein Aspekt von kultureller Vielfalt.

Kulturelle Bildung ist sowohl für die persönliche Entwicklung des Einzelnen als auch für das Zusammenleben der Gemeinschaft ein wesentlicher Faktor. Hier finden Sie die Themenseite des Bildungsservers Berlin-Brandenburg.

Problematisch wird der Kulturbegriff, wenn er synonym für Herkunft verwendet wird und durch Kulturalisierung, d. h. kulturelle Zuschreibungen, Stereotypen und rassistische Diskriminierung bewirkt (vgl. "ethnische" Vielfalt). In der Schule ist es hilfreich, die Lernenden immer als Individuen zu betrachten und allem Anschein zum Trotz keine Gruppenzugehörigkeiten, (mangelnde) Fähigkeiten oder Eigenschaften vom Äußeren, dem Namen oder der Herkunft einer Person oder anderen Merkmalen abzuleiten.

 

 

 

Redaktionell verantwortlich: Conny-Hendrik Kempe-Schälicke, SenBJF