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Prävention

Prävention beinhaltet alle langfristigen Maßnahmen, die darauf gerichtet sind Kinder und Jugendliche in Schulen vor sexueller Gewalt zu schützen.

Schulen sollten nicht erst aktiv werden, wenn es konkrete Vorfälle oder Verdachtsfälle gibt.

Voraussetzung für eine erfolgreiche Prävention ist zunächst die Bereitschaft, das Thema "Schutz vor sexueller Gewalt" als wichtiges Thema von Schule und  Schulentwicklung wahrzunehmen, anzusprechen, Wissenslücken zu schließen und Handlungssicherheit herzustellen.
Ein angstfreies und wertschätzendes Schulklima ist dabei die Grundlage für den offenen Umgang mit "unguten" Situationen oder Grenzüberschreitungen.

Die bundesweite Initiative "Kein Raum für Missbrauch" des Unabhängigen Beauftragten für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs zielt auf die Entwicklung von Präventions-und Interventionskonzepten in Einrichtungen und Organisationen, die mit Kindern und/oder Jugendlichen arbeiten.
Mit dem umfangreichen Fachportal "Schulen gegen sexuelle Gewalt" wird dabei ein besonderer Fokus auf Schulen und deren Schutzauftrag gelegt. Schulen finden hier vielfältige Anregungen für die Präventionsarbeit.

Handlungsfelder

Einen guten Überblick über mögliche Risikofelder und geeignete Maßnahmen bietet die folgende Übersicht, die von der Beratungsstelle Gewaltprävention des Landesinstituts für Lehrerbildung und Schulentwicklung (LI) in Hamburg entwickelt wurde.

Übersicht

Schulentwicklung zum Schutz vor sexueller Gewalt

Wie sicher sind Kinder und Jugendliche in unserer Schule vor sexuellen Übergriffen?

Diese Frage stellen sich viele Schulen erst, wenn es konkreten Anlass zur Sorge oder zum Eingreifen gibt.
Und vielleicht gab es dann schon Vorfälle, die niemand wahr- oder ernstgenommen hat.

Schutz vor sexueller Gewalt ist, wie Gewaltprävention insgesamt, ein wichtiges Thema für die Qualitätsentwicklung von Schulen und bedarf eines systematischen Vorgehens in mehreren Schritten.

1. Den Schutz vor sexueller Gewalt zum Thema machen

Damit sich eine Schule mit allen Beteiligten auf einen erfolgreichen Entwicklungsweg macht, braucht es vor allem Motivation durch gute Gründe.

Welchen Gewinn hätte die Schule, wenn Sie dieses Thema stärker in den Fokus nimmt und es zum Thema für Schulentwicklung macht?

Vorteile könnten sein:

  • Verhaltenssicherheit für Lehrkräfte und Schulleitung
  • klare Regeln für den Umgang miteinander
  • soziales Training für die Lernenden
  • klare Zuständigkeiten und Handlungsabläufe in Notfallsituationen
  • positive Außenwirkung durch Einbeziehung von Eltern und deren Sicherheitsbedürfnissen
  • angst- und gewaltfreieres Klima
  • so viel Schutz für Kinder und Jugendliche wie möglich

Handlungsempfehlung:
Laden Sie Experten ein und führen Sie Informationsveranstaltungen zum Thema Schutz vor sexueller Gewalt für Lehrkräfte durch. Beziehen Sie die Eltern- und Schülergremien ein. Finden Sie Menschen für eine Projektgruppe. Hilfe

2. Potentiale und Risiken analysieren

Bevor Sie starten, sollten Sie die Situation an Ihrer Schule analysieren:

  • Wie berücksichtigt unser Leitbild den Kinder und Jugendschutz?
  • Finden sich Ziele und Leitlinien im Programm der Schule?
  • Haben wir klare Regeln, Handlungsabläufe für den Notfall sowie Zuständigkeiten festgelegt?
  • Wie transparent sind unsere Festlegungen? Wie sind Schüler*innen und Eltern einbezogen?
  • Welche Fortbildungen und Austauschmöglichkeiten nutzen wir?
  • Haben wir genügend Lernangebote zur Sensibilisierung und Stärkung für Schülerinnen und Schüler?
  • Wer sind unsere Kooperationspartner?

Anregungen finden Sie auch in der Anleitung zur Analyse auf dem Fachportal "Schule-gegen-sexuelle Gewalt" und in der Übersicht aus dem Abschnitt "Handlungsfelder".

Handlungsempfehlung:

Verknüpfen Sie diese Analyse mit dem Thema Gewaltprävention und der Aufwand einer Evaluation kann effektiver genutzt werden.
Befragen Sie möglichst nicht nur das pädagogische Personal sondern auch Schülerinnen, Schüler, Kooperationspartner*innen und Eltern.

3. Ziele entwickeln, Maßnahmen planen

Überlegen Sie, was Sie auf Grundlage der Analyseergebnisse an ihrer Schule erreichen wollen. Mögliche Ziele in den Bereichen Schul-, Unterrichts- und Personalentwicklung finden Sie hier.

Ein wichtiges Ziel der Auseinandersetzung mit dem Thema Schutz vor sexueller Gewalt könnte ein schuleigenes Schutzkonzept sein.

Die Entwicklung eines Schutzkonzeptes hört sich nach viel Arbeit und Papier an. Es lassen sich aber einzelne Maßnahmen zeitlich versetzt planen und auf viele Schultern verteilt umsetzen.

Welche Bestandteile dabei eine Rolle spielen und weitere Hinweise finden Sie hier.

Handlungsempfehlung:

Setzen Sie sich überschaubare Ziele und behalten Sie den Nutzen im Auge. Beziehen Sie Experten und geeignete Kooperationspartner ein. Hilfe

Redaktionell verantwortlich: Sabine Lenk